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25.07.2016

12:20 Uhr

Deutsche Konjunktur

Das dicke Ende kommt noch

VonNorbert Häring

Der Ifo-Geschäftsklimaindex gibt scheinbar Entwarnung für die deutsche Konjunktur. Er ist trotz des Brexit-Votums kaum gesunken. Doch das ist nur eine Momentaufnahme, mehrere Gefahren lauern. Ein Kommentar.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Juli gibt Entwarnung. Die Stimmung in deutschen Chefetagen ist noch gut. Doch das könnte sich ändern. Reuters

Brandenburger Tor, angestrahlt in Schwarz-Rot-Gold

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Juli gibt Entwarnung. Die Stimmung in deutschen Chefetagen ist noch gut. Doch das könnte sich ändern.

FrankfurtDer Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli nur ganz leicht gesunken, trotz des für die meisten überraschenden Votums der Briten für den EU-Austritt. Der vielbeachtete Index des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts sank nur leicht von 108,7 auf 108,3, eine Veränderung im statistischen Unschärfebereich, die kaum der Rede wert ist. Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich zwar merklich von 103,1 auf 102,2 abgeschwächt. Das wurde teilweise kompensiert von einer verbesserten Beurteilung der aktuellen Lage. Doch pessimistisch kann man auch die neue Einschätzung der Perspektiven kaum nennen. Der Erwartungswert ist immerhin der beste seit Januar.

Heißt das, dass es deutschen Unternehmen egal ist, ob Großbritannien in der EU ist und ob das Pfund stark oder schwach ist? Woher kommt dieser Gleichmut gegenüber dem epochalen Ereignis des Austritts eines EU-Schwergewichts?

Konjunktur: Ifo-Geschäftsklima trübt sich ein

Konjunktur

Ifo-Geschäftsklima trübt sich ein

Der Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt im Juli von 108,7 auf 108,3 Zähler. Ökonomen hatten wegen des Brexit-Votums mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Doch die deutsche Konjunktur ist erstaunlich widerstandsfähig.

Die Antwort dürfte in der Fragestellung der Ifo-Umfrage liegen. Die Geschäftserwartungen werden für die nächsten sechs Monate abgefragt. Diese sind bereits in starkem Maße durch schon erhaltene Aufträge vorbestimmt. Außerdem dauert es noch lange, voraussichtlich mindestens zwei Jahre, bis die Briten tatsächlich draußen sind. Das ein oder andere Investitionsprojekt auf der Insel wird vielleicht gestrichen oder zurückgestellt, die nötigen Maschinen dafür aus Deutschland nicht mehr bestellt oder abbestellt. Der ein oder andere britische Importeur, dem durch die Abwertung des Pfundes deutsche Waren zu teuer geworden sind, wird auf heimische umsteigen.

Entsprechend sind die Geschäftserwartungen auch etwas gesunken. Doch die wenigsten Investoren und Importeure dürften sich nach dem Brexit-Votum rasch umorientieren. Deshalb wird es ein paar Monate dauern, bis sich die Unsicherheit nach dem Referendum und die Pfund-Abwertung in den Geschäftsklimaumfragen voll bemerkbar machen wird. Bei den harten Daten wie Auftragseingängen und Produktion, Exporten und Importen wird es noch länger dauern.

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