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15.11.2016

12:07 Uhr

Deutsche Konjunktur

Das Wachstum schwächt sich ab

Europas Konjunkturlokomotive drosselt ihr Tempo unerwartet deutlich. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft wächst im dritten Quartal langsamer als der Euro-Raum insgesamt. Was bedeutet das für das Gesamtjahr?

Vor allem bei den Exporten wurde zuletzt weniger Umsatz gemacht. dpa

Konjunktur in Deutschland

Vor allem bei den Exporten wurde zuletzt weniger Umsatz gemacht.

WiesbadenSinkende Exporte und die Verunsicherung der Unternehmen nach dem Brexit-Schock haben die deutsche Wirtschaft in den Sommermonaten unerwartet kräftig gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten vollen Quartal nach der Entscheidung der Briten um 0,2 Prozent gegenüber dem zweiten Vierteljahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Es war das schwächste Wachstum seit einem Jahr und weniger als im Euro-Raum insgesamt. Im Frühjahr hatte die deutsche Wirtschaft noch um 0,4 Prozent zugelegt.

Ökonomen hatten mit einem etwas stärkeren Plus im dritten Quartal gerechnet. Sie sind aber zuversichtlich, dass es sich nur um einen Ausreißer handelt. „Die deutsche Wirtschaft ist angesichts des Brexit-Schocks mit einem blauen Auge über den Sommer gekommen“, sagte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der Bank KfW. Da sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zuletzt quer durch alle Branchen überraschend kräftig verbessert hatte, rechnen die Experten mit einem stärkeren Wachstum zum Jahresende. „Der deutliche Anstieg der Stimmungsindikatoren spricht für ein wieder höheres Plus im vierten Quartal“, argumentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Bremspuren hinterließ von Juli bis September der Außenhandel. Die Exporte sanken nach Angaben der Wiesbadener Behörde gegenüber dem Vorquartal leicht. Die Importe stiegen hingegen. Zuletzt war die Nachfrage nach Produkten „Made in Germany“ außerhalb der Europäischen Union zurückgegangen. Die Welthandelsorganisation WTO rechnet in diesem Jahr mit dem langsamsten Wachstum des globalen Handels seit der Finanzkrise 2009.

Verunsichert wurde die Wirtschaft nach Angaben des Außenhandelsverbandes BGA auch durch die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen. Zugleich hielten sich die Unternehmen mit Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen zurück.

Die Briten hatten am 23. Juni für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Der offizielle Antrag wird 2017 erwartet.

So geht's der Wirtschaft in der Euro-Zone

Wirtschaftswachstum

Das Wirtschaftswachstum in Europa hat sich zur Jahresmitte abgeschwächt. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaftsleistung in den 19 Ländern der Währungsunion lediglich um 0,3 zu, nachdem sie in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 noch um 0,6 Prozent gestiegen war. In der gesamten Europäischen Union wuchs die Wirtschaft um 0,4 Prozent.

Analysten zufolge könnte das Brexit-Votum im Laufe des Jahres das Wirtschaftswachstum weiter dämpfen.

Verbraucherpreise

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juli minimal angestiegen. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte, erhöhten sich die Lebenshaltungskosten in den 19 Staaten der Währungsunion um 0,2 Prozent. Im Juni waren sie um 0,1 Prozent gestiegen, nachdem sie im April und im Mai zurückgegangen waren. Vor allem die sinkenden Energiepreise dämpfen den Preisanstieg weiterhin. Sie gingen im Juli um 6,6 Prozent zurück.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit in Europa ist im Juni stabil geblieben. Sie blieb im Juni mit 10,1 Prozent in der Eurozone und 8,6 Prozent in der gesamten Europäischen Union auf dem Niveau des Vormonats, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete demnach Griechenland nach letzten verfügbaren Angaben im April mit 23,3 Prozent. Dagegen lag die deutsche Erwerbslosigkeit nach den europäischen Berechnungen im Juni bei 4,2 Prozent.

Inflation

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juli minimal angestiegen. Wie die Statistikbehörde Eurostat nach einer ersten Schätzung mitteilte, erhöhten sich die Lebenshaltungskosten in den 19 Staaten der Währungsunion um 0,2 Prozent. Im Juni waren sie um 0,1 Prozent gestiegen, nachdem sie im April und im Mai zurückgegangen waren. Vor allem die sinkenden Energiepreise dämpfen den Preisanstieg weiterhin. Sie gingen im Juli um 6,6 Prozent zurück.

Getragen wurde die Konjunktur von Juli bis September vor allem vom Konsum der Verbraucher und den Ausgaben des Staates unter anderem für die Versorgung und Unterbringung Hunderttausender Flüchtlinge. Zwar trübte sich die Kauflaune der Verbraucher angesichts höherer Preise an den Zapfsäulen und allmählich steigender Inflation zuletzt etwas ein, sie ist aber immer noch hoch. Dazu trägt auch die historisch günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt bei. Der Bau profitierte von der starken Immobiliennachfrage in der Zinsflaute.

Europas Konjunkturlokomotive schaltete im Gegensatz zum Euroraum insgesamt einen Gang zurück. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat war das Bruttoinlandsprodukt im gemeinsamen Währungsraum von Juli bis September um 0,3 Prozent und damit genauso stark wie im zweiten Vierteljahr gestiegen.

Konjunktur-Entwicklung: Deutsche Wirtschaft leistet sich einen „Ausrutscher“

Konjunktur-Entwicklung

Deutsche Wirtschaft leistet sich einen „Ausrutscher“

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im dritten Quartal abgeschwächt. Der Außenhandel bremst. Ökonomen erwartet für das Schlussquartal dennoch eine kräftigere Konjunktur – dank des privaten Konsums.

Auch im Jahresvergleich verlor die deutsche Wirtschaft an Schwung. Bereinigt um die unterschiedliche Zahl von Arbeitstagen stieg das BIP im dritten Quartal um 1,7 Prozent. Im Frühjahr hatte es noch um 1,8 Prozent und zum Jahresauftakt um 1,9 Prozent zugelegt.

Gestützt von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und dem Konsum wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung führender deutscher Ökonomen in diesem Jahr dennoch insgesamt um 1,9 Prozent wachsen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die EU-Kommission.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

15.11.2016, 17:28 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

Account gelöscht!

15.11.2016, 17:52 Uhr

Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

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