Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2014

16:59 Uhr

Deutsche Polizeigewerkschaft

Gewerkschaft stützt Hamburger Polizeiführung

In der Debatte um Attacken auf Polizisten in Hamburg hat die Deutsche Polizeigewerkschaft Zweifel an einem Angriff auf die Davidwache zurückgewiesen. Ein Anwalt hatte der Polizei bewusst falsche Darstellung vorgeworfen.

Polizeibeamte tragen vor dem Kulturzentrum "Rote Flora" im Schanzenviertel in Hamburg einen bewusstlosen Kollegen weg. Über das Vorgehen der Polizei wird seit Tagen diskutiert. dpa

Polizeibeamte tragen vor dem Kulturzentrum "Rote Flora" im Schanzenviertel in Hamburg einen bewusstlosen Kollegen weg. Über das Vorgehen der Polizei wird seit Tagen diskutiert.

HamburgIn der Debatte um Attacken auf Polizisten in Hamburg hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Zweifel an einem Angriff auf die Davidwache an der Reeperbahn zurückgewiesen. Der Anwalt des besetzten, linksalternativen Kulturzentrums „Rote Flora“, Andreas Beuth, hatte der Polizei eine bewusst falsche Darstellung vorgeworfen. Beuth sei ein Lügner, sagte der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft Hamburg, Joachim Lenders, am Freitag. Laut Polizei hatten bis zu 40 Vermummte die Davidwache (Pk 15) am 28. Dezember angegriffen und drei Beamte zum Teil schwer verletzt.

Beuth hatte erklärt, es habe zu keinem Zeitpunkt Stein- oder Flaschenwürfe auf die Revierwache oder Polizisten, die aus dem Gebäude kamen, gegeben, und der Polizei „politische Interessen“ unterstellt. Die Polizei hatte das bereits am Montag bestritten und erklärt, die Mitteilung vom 29. Dezember müsse nur in einem Detail korrigiert werden.

Angriffe auf Polizisten

5. März 2011

Gewalttätige Fußballfans verletzten am 5. März vor dem Bundesligaspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern sechs Polizisten.

2. April 2011

Anfang April verletzten zwei mutmaßlich aus dem Rockermilieu stammende Männer in Berlin-Wedding eine Polizistin an der Hand.

1. Mai 2011

Bei Krawallen rund um die Feierlichkeiten zum 1. Mai werden seit Jahren in Berlin und Hamburg Polizisten verletzt. 2011 waren es in Berlin 100 Beamte. In der Hauptstadt kommt es seit 1987 rund um den 1. Mai regelmäßig zu Gewaltausbrüchen. Dabei wurden Hunderte Polizisten verletzt.

Juli 2010

Bei Krawallen im Hamburger Schanzenviertel wurden Ende Juli 2010 15 Polizeibeamte durch Flaschen- und Steinwürfe verletzt.

26. Juni 2010

Am 26. Juni 2010 griff eine Gruppe von rund 30 Jugendlichen in Hamburg Polizisten an und verletzte fünf Beamte schwer. Ein Polizist kam mit lebensbedrohlichen Kopfverletzungen in eine Klinik. Weitere Beamte trugen Gesichts-, Nacken- und Rückenverletzungen davon. Eine Streifenwagenbesatzung war gegen 21.30 Uhr wegen einer angeblichen Schlägerei gerufen worden. Als die Polizisten die Personalien eines Mannes aufnehmen wollten, wurden sie plötzlich von den rund 30 Jugendlichen mit Steinen und Flaschen beworfen.

18. Januar 2010

Am 18. Januar 2010 wurde ein Funkstreifenwagen der Polizei in Greifwald mit Molotow-Cocktails beworfen. Die beiden Beamten im Fahrzeug blieben unverletzt. Ein Mann hatte zuvor von einer Telefonzelle aus über den Notruf die Polizei verständigt, dass in einer Straße eine Frau von mehreren Personen belästigt worden sei. Daraufhin eilte eine Funkstreife zum vermeintlichen Ereignisort. Dort angekommen, wurde der Wagen von zwei dunkel gekleideten und vermummten Tätern mit drei Brandsätzen attackiert.

Anfang Dezember 2009

Anfang Dezember 2009 griffen Vermummte in Hamburg ein Polizeikommissariat im Stadtteil St. Pauli mit Steinen an. Der Angriff war offenbar ein Racheakt. In einem Bekennerschreiben wurde die Attacke als Rache für den am 6. Dezember 2008 von griechischen Polizisten bei einer Demonstration in Athen erschossenen Alexandros Grigoropoulos bezeichnet.

„Was uns empört, ist, dass der Eindruck erweckt wird, die Polizeibeamten würden lügen“, erklärte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt. Am Freitag verschickte Beuth eine „Klarstellung“: „Nach den mir vorliegenden Augenzeugenberichten hat (...) kein koordinierter und gezielt geplanter Angriff einer 30 bis 40-köpfigen, teilweise vermummten Personengruppe auf das PK 15 stattgefunden.“

Die Vorfälle waren einer der Gründe der Polizei, am Wochenende ein sogenanntes Gefahrengebiet in Teilen Hamburgs einzurichten. Dort durfte sie jeden Bürger verdachtsunabhängig überprüfen.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

cashca

10.01.2014, 20:01 Uhr

Hier hat die Polizei recht.
Was da so abgeht, da muß durchgegriffen werden.
Gefahrenzonen finde ich deshalb in dieser Situation richtig.
Die Polizei wird doch sonst nur belächelt von diese gewissen Gruppen, die werden doch nicht mehr ernst genommen. Überall bilden sich Brennpunkte, wo die Polizei schon ohnmächtig zuschauen und sich schlimmstenfalls fast vertreiben lassen muß , das kann nicht sein.
Ansonsten artet das aus und es gibt keine Sicherheit mehr ,auch für ganz normale Bürger nicht.

Dieling

10.01.2014, 20:08 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×