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14.11.2012

15:09 Uhr

Deutsche Rentenversicherung

Immer mehr Invalidenrentner brauchen Grundsicherung

Immer mehr Menschen, die Invalidenrente beziehen, reicht das Geld nicht mehr zum Leben. Laut Deutscher Rentenversicherung sind bereits elf Prozent der Betroffenen auf Grundsicherung angewiesen.

Rund 36 Prozent der Erwerbsminderungsrentner seien armutsgefährdet, warnt die Deutsche Rentenversicherung. dapd

Rund 36 Prozent der Erwerbsminderungsrentner seien armutsgefährdet, warnt die Deutsche Rentenversicherung.

WürzburgWeil immer mehr Invalidenrentner in Armut abrutschen, schlägt die Deutsche Rentenversicherung Alarm. Bereits elf Prozent der Betroffenen seien auf Grundsicherung angewiesen, sagte Direktor Axel Reimann am Mittwoch in Würzburg. Seit 2001 habe sich der Anteil damit mehr als verdoppelt. Bei „normalen“ Altersrentnern seien nur zwei Prozent auf zusätzliche Sozialhilfe angewiesen. Reformen seien dringlich.

Reimann wies darauf hin, dass seit der Neuregelung der Erwerbsminderungsrenten im Jahr 2001 die Zahlbeträge für Neurentner stetig gesunken sind: Von zunächst durchschnittlich 676 Euro im Monat auf zuletzt 596 Euro. Damit sei „in der Regel keine ausreichende materielle Absicherung des Haushalts“ gegeben.

Grund für die schmelzenden Zahlbeträge seien zunehmende Lücken bei den Beitragzeiten in Verbindung mit sinkenden Erwerbseinkommen und den Rentenabschlägen vor Erreichen der Regelaltersgrenze. Reimann sagte, rund 36 Prozent der Erwerbsminderungsrentner seien armutsgefährdet. Die Grenze dafür liegt bei 806 Euro netto im Monat.

Die Vorschläge von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zur Verbesserung der Erwerbsminderungsrenten hält Reimann für „geeignet“, die Betroffenen besserzustellen. Langfristig - bis 2030 - sei damit ein monatlicher Zuschlag von etwa 40 Euro verbunden. „Das ist eine erkennbare Verbesserung.“

41 Prozent der neuen Erwerbsminderungsrentner - und damit der größte Teil - beenden inzwischen wegen psychischer Störungen vorzeitig ihr Arbeitsleben. Rückenprobleme und Krebserkrankungen sind in 27 Prozent der Fälle Grund für unfreiwillige Frühverrentung. Insgesamt gab es Ende 2011 rund 1,63 Millionen Bezieher von Erwerbsminderungsrente. Die Bruttoausgaben für sie lagen bei 14,7 Milliarden Euro.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

14.11.2012, 15:32 Uhr

Ahja, mit 807,- EUR netto im Monat ist man nicht mehr armutsgefährdet.
Sind ja auch gut und gerne 1.600,- DM, darf man nicht vergessen!

AxelSiegler

14.11.2012, 15:44 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

krake

14.11.2012, 16:25 Uhr

Solchen Menschen sei zu wünschen, dass ein Schlaganfall, ein überraschender Krebs gar in jungen Jahren etwa ein Muskelkrebs oder ein Gehirntumor - aus Ihnen einen neuen, vewandelten, anderen und dann erst wirklichen Menschen macht.

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