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03.01.2011

09:15 Uhr

Deutscher Arbeitsmarkt

Das Ende der Jobangst

VonDietrich Creutzburg, Axel Schrinner

Die Arbeitsagentur bereitet gerade ihre Bilanz fürs alte Jahr vor. Erste Forscher rechnen derweil für 2012 schon mit Arbeitslosenzahlen unter 2,5 Millionen. Besonders die Teilzeitarbeit wirkt als Jobmotor. Die Zahlen sind gerade auch für das Finanzministerium interessant.

Für 2011 rechnen Arbeitsmarkt-Experten mit sinkenden Arbeitslosenzahlen. Quelle: dpa

Für 2011 rechnen Arbeitsmarkt-Experten mit sinkenden Arbeitslosenzahlen.

BERLIN/DÜSSELDORF. Gäbe es einen Preis für die besten Arbeitsmarktprognosen, dann wäre Carsten-Patrick Meier zurzeit der Favorit dafür – und zwar gleich im doppelten Sinne: Der Gründer und Chef des kleinen Instituts Kiel Economics erkannte 2010 vor allen anderen Forschern, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf nicht etwa steigen, sondern kräftig sinken würde. Und nun sieht er die weitere Entwicklung nach dem Jahreswechsel erneut günstiger als alle anderen.

Selbst Arbeitslosenzahlen von unter 2,5 Millionen liegen nach Einschätzung Meiers nicht mehr allzu fern. Eine solche Entwicklung hatte sich zuletzt SPD-Kanzler Schröder beim Start der Hartz-Reformen erträumt. Meiers jüngste Prognosen: durchschnittlich 2,89 Millionen im Jahr 2011 – und nur noch 2,27 Millionen im Jahr 2012. Die wenigen anderen Forscher, die überhaupt schon übers aktuelle Jahr hinausblicken, tasten sich bislang nur zaghaft an die Marke von 2,7 Millionen heran.

Die Unterschiede sind bei weitem nicht nur akademisch interessant. Sie haben gravierenden Einfluss auf die öffentlichen Finanzen: 100 000 Arbeitslose beziehen im Schnitt etwa 1,6 Milliarden Euro Arbeitslosengeld pro Jahr. Zwischen 2,7 und 2,27 Millionen Arbeitslosen müssen daher aus den Etats der Bundesagentur für Arbeit (BA) des Bundesfinanzministers versorgt werden - hochgerechnet eine Spanne von annähernd sieben Milliarden Euro.

Eine Bestätigung für Meiers Prognosegeschick wird die BA am morgigen Dienstag liefern, wenn sie mit ihrem Monatsbericht für Dezember die Abrechnung für das alte Jahr vervollständigt. Denn schon jetzt ist klar: Selbst wenn Kälte und Schneechaos die Beschäftigungslage in diesem Winter stärker belasten als üblich, wird die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2010 klar unter der Marke von 3,3 Millionen bleiben – also um mindestens 150 000 unter dem Niveau von 2009.

Kommentare (7)

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Thomas

03.01.2011, 10:22 Uhr

und können alle von diesen Job leben? Oder müssen sie dann aufstocken, sind aber aus der Arbeitslosenstatistik?

Markus H.

03.01.2011, 12:18 Uhr

Und die Lügenpropaganda geht weiter.....

tbhomy

03.01.2011, 13:18 Uhr

Der Stimmenfang für die anstehenden Wahlen 2011 geht auch weiter. Michel geht wie immer brav die etablierten Parteien wählen. Den Deutschen geht es noch zu gut...

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