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11.04.2011

12:01 Uhr

Deutscher Energiemix

Anteil von Ökostrom steigt

Deutschlands Strom wird grüner: Seit 1990 hat sich der Ökostrom-Anteil am Energiemix vervierfacht. Für einen Spitzenplatz in Europa reicht das allerdings noch lange nicht. 12 Staaten versorgen sich nahezu ohne Atomstrom.

Windpark in Nordvorpommern: 16,9 Prozent aus regenerativen Energiequellen. Quelle: dpa

Windpark in Nordvorpommern: 16,9 Prozent aus regenerativen Energiequellen.

BerlinIn Deutschland hat sich der Anteil erneuerbarer Energie am Stromverbrauch seit 1990 mehr als vervierfacht - für einen Spitzenplatz in Europa reicht das aber noch lange nicht. 2010 stammten 16,9 Prozent aus regenerativen Energiequellen wie Sonnen-, Wasser- und Windkraft, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. 1990 waren es lediglich 3,8 Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil der Atomkraft sank gleichzeitig von 27,7 auf 23,3 Prozent.

Trotz der kräftigen Zunahme reicht es im EU-Vergleich nur zu einem Mittelfeldplatz bei den Öko-Energien. 2008 - jüngere Vergleichsdaten liegen noch nicht vor - lag der Anteil regenerativer Energiequellen in der Europäischen Union bei 16,7 Prozent. Deutschland schaffte damals mit 15,4 Prozent nur einen unterdurchschnittlichen Wert. Spitzenreiter war Österreich mit einem Anteil von 62,0 Prozent, der vor allem durch Wasserkraft erreicht wird. Den stärksten Zuwachs von 1990 bis 2008 schaffte Dänemark, das seinen Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch von 2,6 auf 28,7 Prozent steigerte.

Frankreich mit höchstem Atomstrom-Anteil

Im europäischen Vergleich wies Frankreich mit 83,2 Prozent den höchsten Anteil der Kernenergie am Stromverbrauch aus, gefolgt von Litauen (76,4 Prozent) und der Slowakei (56,7 Prozent). In zwölf EU-Staaten - darunter Österreich, Irland und Polen - spielte die Atomkraft bei der Stromerzeugung keine Rolle.

Wegen der Atomkatastrophe in Japan wird in Deutschland über einen schnelleren Ausstieg aus der Kernenergie debattiert. Die Bundesregierung hat ein dreimonatiges Moratorium über Alt-Meiler verhängt, deren Sicherheit ebenso wie die der neueren Atomkraftwerke bis Ende Juni überprüft werden soll. Parallel analysiert die Ethik-Kommission gesellschaftlich vertretbare Weg aus der Atomkraft.

 

Von

rtr

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