Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.09.2011

18:45 Uhr

Deutscher Landkreistag

Auf dem Land droht Entvölkerung

Sterbende Ortschaften befürchten deutsche Landräte in der Zukunft. Einigen Kreisen droht in den nächsten Jahrzehnten sogar ein Bevölkerungsschwund im zweistelligen Prozentbereich. Die Landräte wollen gegensteuern.

Mit Kreativität gegen kommunale Finanznot: Das Dorf Niederzimmern sorgte 2010 für Schlagzeilen, weil es Schlaglöcher verkaufen wollte. dpa/picture alliance

Mit Kreativität gegen kommunale Finanznot: Das Dorf Niederzimmern sorgte 2010 für Schlagzeilen, weil es Schlaglöcher verkaufen wollte.

EisenachDer Deutsche Landkreistag hat angesichts der schrumpfenden Bevölkerung in Deutschland vor einer einseitigen Förderung der Ballungsgebiete gewarnt. Auch jenseits der Großstädte müsse es in 20 bis 30 Jahren noch eine gut funktionierende Infrastruktur geben, erklärte der Landkreistag am Dienstag nach seiner Jahrestagung in Eisenach. Kürzungen beispielsweise bei der Städtebauförderung seien angesichts der Herausforderungen, vor denen vor allem ländliche Gebiete stünden, kontraproduktiv, erklärte der wiedergewählte Präsident des Landkreistages, Hans Jörg Duppré (Südwestpfalz).

Die Landräte plädierten unter anderem für die Einführung von „Regionalbudgets“, die einen flexibleren Einsatz von Fördergeldern von EU, Bund und Ländern ermöglichen sollen. Angeregt wurde zudem ein „Gesetzes-Check“, bei dem der Bund die Auswirkungen seiner Gesetze auf den ländlichen Raum kritisch unter die Lupe nimmt. Nach Prognosen müssen einige Kreise in strukturschwachen Regionen in den nächsten Jahrzehnten mit einem Bevölkerungsrückgang im zweistelligen Prozentbereich rechnen.

Mit einiger Sorge blicken die Kommunalpolitiker auch auf die im Herbst anstehenden Standortentscheidungen als Folge der Bundeswehrreform. Der Landkreistag erwarte ein nachvollziehbares, transparentes Verfahren, sagte Sprecher Markus Mempel. „Wir hoffen, dass die strukturschwachen Gebiete möglichst verschont werden.“ Die Schließung oder Verkleinerung von Kasernen könne in Regionen mit einer stabilen Bevölkerung und guter wirtschaftlicher Entwicklung besser verkraftet werden. Zudem hofft der Landkreistag, dass die von Standortentscheidungen betroffenen Kommunen vom Bund nicht alleingelassen werden. Denkbar sei, dass für die Bewältigung der Strukturveränderungen zusätzliche Fördergelder bereitgestellt werden, sagte Mempel. Der Deutsche Landkreistag ist ein Zusammenschluss der 295 deutschen Landkreise auf Bundesebene.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

lowabras

13.09.2011, 19:12 Uhr

...und in den Städten auch bald, denn bei so einer Eurokratie hält es hoffentlich nicht mehr allzu viele geistige Eliten in diesem Sumpf!
Raus, wer noch selbst denken kann und eine Perspektive sucht, die BRIK Staaten brauchen Euch und empfangen Euch gerne!

Pendler

13.09.2011, 19:33 Uhr

hmmm geil, also zurück zur Natur. Wäre voll schön, wenn man dort die unberührte Natur wiederfindet.

Stoppt den Länderausgleich

Account gelöscht!

13.09.2011, 21:45 Uhr

In der BRD leben rd. 250 Menschen auf einem Quadratkilometer. Das ist deutlich zu viel und ökologisch nicht verantwortbar. Die Bevölkerungsexplosion in Deutschland vor 100 Jahren und zu einer ungeheuerlichen Umweltzerstörung geführt. Es gibt heute keine naturbelassenen Landschaften mehr. Eine kluge Politik muss auf die Entvölkerung ländlicher Gebiete in großem Umfang setzen, so dass der Natur großflächig Areale zurückgegeben werden können. Das Kinderkriegen darf nicht mehr steuerlich gefördert werden. Vielmehr sollten Schulen gebührenpflichtig werden, um die Leute vom Kinderkriegen abzuhalten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×