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04.05.2012

19:41 Uhr

Deutscher Seniorentag

Kanzlerin hält höhere Lebensarbeitszeit für nötig

Die Menschen werden nicht kürzer, sondern länger arbeiten müssen, sagt Kanzlerin Merkel auf dem Deutschen Seniorentag. Bundespräsident Gauck hatte dort zuvor für eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters plädiert.

Bundeskanzlerin Merkel spricht auf dem Seniorentag. dapd

Bundeskanzlerin Merkel spricht auf dem Seniorentag.

HamburgDie Lebensarbeitszeit der Deutschen muss nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Dauer steigen. Sie sei sehr dafür, Flexibilität in die verschiedenen Arbeits- und Altersgrenzen hineinzubringen, sagte die Kanzlerin am Freitag auf dem 10. Deutschen Seniorentag in Hamburg.

„Aber wir kommen um einen Punkt nicht umhin - davon bin ich zumindest zutiefst überzeugt -: dass die Lebensarbeitszeit nicht kürzer werden kann, sondern ganz graduell auch länger werden muss.“ Bundespräsident Joachim Gauck hatte sich am Vortag am selben Ort für eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters ausgesprochen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kritisierte die Rente mit 67 erneut als einen überflüssigen Schnellschuss.

Merkel betonte, ohne eine auf Dauer längere Arbeitszeit könnten die Jüngeren nicht „im Umlageverfahren weiter für die Solidarität mit den Älteren sorgen“. Gleichzeitig nahm sie aber auch die Unternehmen in die Pflicht, mahnte sie, weiter ältere Menschen einzustellen. „Denn wenn das nicht passieren würde, dann wäre die Rente mit 67 natürlich nur eine Rentenkappung, und das darf es nicht sein.“ Nicht hinnehmen werde die Bundesregierung, „dass die Unternehmen nach Fachkräften suchen und über 55-Jährigen zum Teil überhaupt keine Beschäftigungsperspektive mehr geben“, sagte Merkel.

Kommentare (113)

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Oeconomicus

04.05.2012, 19:56 Uhr

Herzlichen Dank, liebe Frau Dr. Merkel.
Wir wissen doch alle, dass Sie nur das Beste für die Määäänschen im Sinn haben.
Ein Schelm, wer sich da an "Blümchen" (die Rente ist sischärr!) erinnert.
Aber so ist das nun mal, die alternativlose Rettung des Euros ist nun mal wichtiger, als dem Souverän ab Lebensalter 65, wie tausendmal versichert, seine wohlverdiente Rente auszuzahlen.

Mazi

04.05.2012, 19:59 Uhr

Pensionseintrittsalter für Abgeordnete und Minister mit 75.

Das passt!

Adenauer war noch viel länger aktiv und könnte mit gutem Beispiel voran gehen. Gauck wird es wahrscheinlich auch länger machen.

Zugegeben, so pauschal kann und darf man nicht argumentieren. Es kommt immer auf die Vorgeschichte an.

Ich kenne einen Pfarrer, der ist mit 90 noch aktiv und von einem weiteren habe ich dies auch gehört.

Arbeitnehmer werden das wohl nie schaffen. Dafür ist ihr Arbeitsleben zu ruinös.

Mazi

04.05.2012, 20:14 Uhr

Ich stimme Ihnen voll zu.

Es ist unmöglich Milliarden in Deutschland abzuzwacken, ins Ausland ohne Kontrolle des deutschen Bundestages zu transferieren und es bei dem deutschen Rentner wieder einsammeln zu wollen. Das ist schlimmer als Steuerhinterziehung.

Eigenartig ist doch, dass ausgerechnet der, der von seinem Geldbeutel tatsächlich in die Rentenversicherung eingezahlt hat, jetzt ausgerechnet auch noch der „beschissene“ werden soll. Aktuell sollen die Pensionäre über 3 % Pensionserhöhung, die einfachen Rentner dagegen knapp 2 % Erhöhung erhalten. Da steckt schon gleiches Gedankengut dahinter. Das finden bestimmte Gruppen offensichtlich gut so.

Hier läuft etwas ganz gewaltig schief. Alles klar machen zum „Äntern“.

Steinbrück sollte besser die Kavallerie nach Berlin beordern, da könnte sie schlimmeres verhindern.

Frau Merkel, die rote Linie ist hinter Ihnen.

Ich hoffe, dass dies die Bürger in Schleswig-Holstein und NRW bei der anstehenden Wahl in Stimmen zum Ausdruck bringen.

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