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09.09.2014

19:50 Uhr

Deutscher Waffenhersteller

Sig Sauer soll illegal Irak beliefert haben

Der deutsche Kleinwaffenhersteller Sig Sauer steht in Verdacht, illegal Waffen in den Irak geliefert zu haben. Einige der 5000 exportierten Pistolen befinden sich nun offenbar in den Händen der PKK.

Ermittler verlassen Anfang Juli mit Kisten voller sichergestelltem Material die Waffenfirma Sig Sauer in Eckernförde. Nach Medienberichten über angeblich illegale Waffengeschäfte nach Kolumbien hat die Staatsanwaltschaft die Firma durchsucht. dpa

Ermittler verlassen Anfang Juli mit Kisten voller sichergestelltem Material die Waffenfirma Sig Sauer in Eckernförde. Nach Medienberichten über angeblich illegale Waffengeschäfte nach Kolumbien hat die Staatsanwaltschaft die Firma durchsucht.

Hamburg/MünchenDer bekannte deutsche Kleinwaffenhersteller Sig Sauer soll nach Medienberichten im Jahr 2005 illegal 5000 Pistolen in den Irak geliefert haben. Eine Genehmigung für das Waffenexportgeschäft habe es nicht gegeben, berichteten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ am Dienstag unter Berufung auf interne Papiere aus dem Unternehmen. Einige Waffen gelangten demnach später offenbar in die Hände der vom Westen als Terrororganisation eingestuften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Nach den Recherchen von NDR, WDR und "SZ" wurde die mutmaßliche Lieferung der 9mm-Waffen über die US-Schwesterfirma, die damalige SigArms, abgewickelt. Im Dezember 2004 hatte demnach die Einkaufsbehörde des US-Militärs bei SigArms 5000 Pistolen bestellt, die für die irakische Armee bestimmt waren. SigArms soll diesen Auftrag an die deutsche Sig Sauer in Eckernförde weitergereicht haben.

In welche Länder deutsche Waffen exportiert werden

Platz 10

Frankreich - 146,6 Millionen Euro*

Mit den Franzosen ist Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg auch militärisch eng verbunden. Die deutsche Rüstungsindustrie liefert dem Nachbarn fast alles - von Maschinengewehren und Munition über Panzer bis zu Schleudersitzen und Hubschraubersimulatoren. Insgesamt sinken die Exporte nach Frankreich aber.

*Wert der erteilten Einzelgenehmigungen im Jahr 2013. Quelle: Rüstungsexportbericht der Bundesregierung 2013

Platz 9

Singapur - 206 Millionen Euro

Der südostasiatische Stadtstaat gehörte 2013 unter den so genannten Drittstaaten zu den wichtigsten Käufern deutscher Waffen. Zwei Drittel der Importe sind gepanzerte Fahrzeuge, darunter Brückenlegepanzer und Pionierpanzer. Aber auch deutsche Navigationsausrüstung ist dort gefragt.

Platz 8

Südkorea - 207 Millionen Euro

Der ständig schwelende Konflikt mit dem nördlichen Bruderstaat macht Südkorea zum wichtigen Absatzmarkt. Neben der US-Rüstungsindustrie verkaufen auch die Deutschen dort etliche Waffensysteme, unter anderem Panzer, U-Boote und Flugabwehrsysteme.

Platz 7

Großbritannien - 257,8 Millionen Euro

Den Großteil der deutschen Waffenexporte an die Briten machen so genannte „unfertige Erzeugnisse“ aus - also Bauteile, die durch die britische Rüstungsindustrie weiterverarbeitet werden. Aber auch Handfeuerwaffen, Hubschrauber- und Kampfflugzeuge und Fallschirme werden auf die Insel verkauft.

Platz 6

Israel - 266,5 Millionen Euro

Wegen anhaltender Raketenangriffe auf Grenzstädte bauen die Israelis ihre Luftabwehr aus - auch mit deutscher Hilfe. 73,8 Prozent aller deutschen Waffenexporte nach Israel entfallen auf Flugabwehrsysteme. Auch deutsche Raketen sind gefragt.

Platz 5

Indonesien - 295,7 Millionen Euro

Mit 240 Millionen Einwohnern gehört die südostasiatische Inselgruppe zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt. Mit der deutschen Rüstungsindustrie machte das indonesische Militär im Jahr 2013 lukrative Geschäfte, unter anderem wurden Kampfpanzer, U-Boot-Teile und Kommunikationssysteme in die Region geliefert.

Platz 4

Saudi-Arabien - 361 Millionen Euro

Die Waffenexporte nach Saudi-Arabien wurden besonders scharf kritisiert, weil das saudi-arabische Königshaus mehrere Proteste blutig niederschlagen ließ. Die deutsche Rüstungsindustrie durfte 2013 trotzdem etliche Waffen an die Araber verkaufen, darunter 80.000 automatische Gewehre, aber auch Raketen, Luftaufklärungssysteme und Panzerteile.

Platz 3

USA - 610,7 Millionen Euro

Das größte Militär der Welt setzt ebenfalls auf deutsche Waffen. Die Liste der genehmigten Waffenexporte reicht über zahlreiche Handfeuerwaffen, Panzerhaubitzen und Minensuchbooten bis zu Tauchgeräten und Infrarotausrüstung.

Platz 2

Katar - 673,4 Millionen Euro

Das kleine Emirat Katar hat weniger Einwohner als Hamburg - und davon sind noch etwa 80 Prozent Gastarbeiter. Doch mit den Ölmilliarden hat sich die Herrscherfamilie zum Ziel gesetzt, auf der großen Bühne der Weltpolitik mitzuspielen - auch militärisch. Aus Deutschland wurden dafür im Jahr 2013 Panzerteile, Flugsimulatoren, Radargeräte und Navigationsausrüstung importiert.

Platz 1

Algerien - 825,7 Millionen Euro

Das nordafrikanische Land, das sich über eine Fläche von 2,3 Millionen Quadratkilometern erstreckt, war 2013 der wichtigste Abnehmer deutscher Waffenexporte. In politisch unruhiger Umgebung soll das Militär mit deutscher Hilfe für Stabilität sorgen. Die Millionensumme wurde komplett für Panzer und gepanzerte Lkw und Geländewagen ausgegeben.

Den Angaben der drei Medien zufolge wusste Sig Sauer offenbar von dem Zielort der Waffen. Sig Sauer habe aber gar nicht erst versucht, eine Genehmigung für den direkten Export in den Irak zu bekommen. Auf Anfrage von NDR, WDR und „SZ“ wollte Sig Sauer in Eckernförde den Angaben zufolge „aufgrund der laufenden Ermittlungen“ keine Auskunft geben.

Erst Anfang Juli hatten die drei Medien berichtet, wie der deutsche Waffenhersteller offenbar die Behörden getäuscht habe, um über die USA illegal Pistolen nach Kolumbien zu liefern. Sig Sauer steht zudem im Verdacht, ohne die nötigen Genehmigungen Waffen nach Kasachstan geliefert zu haben. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt. Wegen des Verdachts der Unzuverlässigkeit unterliegt Sig Sauer derzeit einem Ausfuhrstopp.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

10.09.2014, 09:33 Uhr

Legal, illegal, schei*egal
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Der bekannte deutsche Kleinwaffenhersteller Sig Sauer soll nach Medienberichten im Jahr 2005 illegal 5000 Pistolen in den Irak geliefert haben. Eine Genehmigung für das Waffenexportgeschäft habe es nicht gegeben, berichteten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ am Dienstag unter Berufung auf interne Papiere aus dem Unternehmen. Einige Waffen gelangten demnach später offenbar in die Hände der vom Westen als Terrororganisation eingestuften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Was interessieren einem Waffenexporteur Gesetze oder Bestimmungen?
Hier geht es in erster Linie um Profit!
Und Deutschland liefert doch Waffen an Alle! Auch in Spannungsgebiete wie Saudi-Arabien, Katar, Israel, Albanien, Indonesien, etc.
Warum sollen wir dann keine Waffen an den Irak oder die PKK liefern?

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