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19.04.2013

08:24 Uhr

Deutschland Dinner

Merkel ungeschminkt

VonOliver Stock

Beim Deutschland Dinner des Handelsblatts in Berlin plaudert eine entspannte Bundeskanzlerin über Physiker, Europa und Helmut Kohl. Nur in Sachen Energiewende hat Angela Merkel eine eindeutige Botschaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Dinner mit Handelsblatt-Verleger Dieter von Holtzbrinck (l.) und Handelsblatt-Geschäftsführer Gabor Steingart. Dominik Butzmann

Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Dinner mit Handelsblatt-Verleger Dieter von Holtzbrinck (l.) und Handelsblatt-Geschäftsführer Gabor Steingart.

BerlinNatürlich kennen wir Angela Merkel. Die Sture, die immer nur so viel Boden preis gibt, wie sie braucht, um ihre Macht zu erhalten. Die Kanzlerin, deren nach unten gleitende Mundwinkel Markenzeichen für ein strenges Deutschland geworden sind. Die Dame im Hosenanzug, die keine Konkurrenten duldet. Die Unfassbare, die jahrelang auf der Stelle verharrt, um dann den politischen Gegner mit seinen eigenen Themen zu überholen, beim Atomausstieg etwa.

Beim Deutschland Dinner des Handelsblatts im prachtvollen Innenhof des Deutschen Historischen Museums in Berlin saß eine andere Frau auf der Bühne: Keine wirklich Leutselige, keine schreiend Komische, keine Welterklärerin. Aber eine schlagfertige Legendenaufräumerin, eine, die beim Reden mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart knapp, aber bereitwillig berichtet, wie sie wurde, was sie ist.

Helmut Kohl hat sie entdeckt. Irgendwann beförderte sie dann ihren Entdecker ins politische Abseits. Ob sie etwas von ihm gelernt habe, will Steingart wissen. „Zwei Dinge“, antwortet die Kanzlerin. Kohl habe immer Terminkalender und Portemonnaie dabei gehabt und sei damit sozusagen „satisfaktionsfähig“ gewesen. Und zweitens: Er habe in großen Linien gedacht. Die Sätze klingen so, als habe Merkel mit Kohl ihren Frieden gemacht.

Sie denke die Dinge vom Ende her, werde ihr mit dem Verweis darauf, dass sie ja Physikerin sei, unterstellt. Merkel lächelt und räumt auf mit dieser Legende: „Physiker sind Wissenschaftler, Wissenschaftler sind Forscher“, sagt sie und das Wesen der Forschung sei nun einmal, dass niemand wisse, was am Ende dabei herauskomme. Den Schluss, dass es vielleicht das Wesen erfolgreicher Politiker sein könnte, Dinge mitsamt ihrem wahrscheinlichen Endergebnis zu bedenken, überlässt sie ihren Zuhörern. Mehr als 600 Handelsblatt-Leser waren gekommen, saßen bei Variationen von Garnele mit Spargel und Wildkräutern an den langen blumengeschmückten Tafeln im Museums-Innenhof.

Kommentare (61)

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19.04.2013, 08:33 Uhr

Staatspresse ? Widerlich.

Bernd

19.04.2013, 08:38 Uhr

Uns sowas schon am frühen Morgen
Da wird einem ja übel für den ganzen Tag....

Republikaner

19.04.2013, 08:41 Uhr

Sehr eigenartig. Da werden in einer BT Sitzung mal schnell 3% des Haushalts vom zweitärmsten Euro-Land zum zweitreichsten Euroland verschoben und anschließend beschäftigt man sich mit wieder Trallala Themen. Ganz entspannt. Es ist Zeit für große Änderungen!

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