Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.09.2016

04:30 Uhr

Deutschland

Drastischer Anstieg der Altersarmut

Wer heute 55 alt ist ist und Arbeitnehmer, der sollte schnell noch vorsorgen. Das Risiko arm zu werden, ist in Deutschland wieder größer geworden. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Geplünderte Sozialkassen, Null-Zins-Politik, steigende Belastungen: Die Frage, ob es im Alter reichen wird, müssen sich in Zukunft immer mehr Deutsche stellen. dpa

Altersarmut steigt wieder an.

Geplünderte Sozialkassen, Null-Zins-Politik, steigende Belastungen: Die Frage, ob es im Alter reichen wird, müssen sich in Zukunft immer mehr Deutsche stellen.

BerlinDie Altersarmut in Deutschland nimmt zu: 5,6 Millionen Menschen über 55 Jahre in Deutschland sind nach einem Medienbericht von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das geht aus Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor, die von der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann ausgewertet wurden, wie die „Passauer Neuen Presse“ (Samstagsausgabe) berichtete. Vor zehn Jahren waren es demnach noch 4,5 Millionen. Das entspricht einem Anstieg um knapp 25 Prozent.

Der Anteil der über 55-Jährigen, die als armutsgefährdet gelten, stieg den Angaben zufolge von 18,2 Prozent 2006 auf 20,7 Prozent 2014. Als von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung haben. Deutschland liegt bei der Armutsgefährdung Älterer knapp unterhalb des EU-Durchschnitts von 20,9 Prozent.

Rente: Angst vor der Altersarmut

Rente

Premium Angst vor der Altersarmut

Alle Parteien eint die Erkenntnis, dass bei der Rente etwas passieren muss. Weg mit dem „neoliberalen“ Riester-Sparen, ruft zum Beispiel CSU-Chef Horst Seehofer. Doch ein fertiges Konzept hat niemand.

In den Niederlanden (11,9 Prozent), Norwegen (9,3 Prozent) und Schweden (14,5 Prozent) ist der Wert deutlich geringer. In Rumänien dagegen sind 44,2 Prozent der über 55-Jährigen von Armut bedroht, in Litauen 37,1 Prozent, in Rumänien 35,2 Prozent. In den Zahlen berücksichtigt sind nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Rentner und Arbeitslose.

Zimmermann forderte, den Mindestlohn auf zwölf Euro zu erhöhen und das Rentenniveau auf mindestens 53 Prozent anzuheben. Außerdem müsse ein öffentlich geförderter Beschäftigungssektors eingeführt werden.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×