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15.05.2017

12:59 Uhr

Deutschland

Höchste Geburtenrate seit der Wiedervereinigung

Es ist die höchste Geburtenrate in Deutschland seit der Wiedervereinigung – und liegt dennoch unterhalb des EU-Durchschnitts. Besonders drastisch war der Geburtenrückgang in den vergangenen Jahren im Baltikum.

Deutschlands Geburtenrate liegt unter dem EU-Durchschnitt von 1,58 Kindern je Frau. dpa

1,5 Kinder je Frau

Deutschlands Geburtenrate liegt unter dem EU-Durchschnitt von 1,58 Kindern je Frau.

BerlinBeim Nachwuchs halten sich die Deutschen im Vergleich zu ihren EU-Nachbarn weiterhin zurück: Mit durchschnittlich 1,5 Kindern je Frau lag die Geburtenziffer im Jahr 2015 unter dem EU-Durchschnitt von 1,58 Kindern je Frau, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Gleichzeitig sei es der höchste Wert in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Im Jahr 2009 lag der Durchschnittswert in Deutschland noch bei 1,36 Kindern – seither stieg die Ziffer kontinuierlich an.

Frankreich ist mit einer Geburtenrate von durchschnittlich 1,96 Kindern je Frau das gebärfreudigste Land in der EU, hieß es unter Berufung auf die Eurostat-Datenbank, aus der Zahlen bis zum Jahr 2015 hervorgehen. Irland lag mit 1,92 Kindern je Frau auf Platz zwei, während Portugal mit 1,31 Kindern das Schlusslicht bildete.

Die Theorie, dass in katholisch geprägten Ländern wie Irland der Kindersegen stärker angestrebt wird, wackelt allerdings. Denn das ebenfalls stark katholisch geprägte Polen gehörte zu den Ländern mit besonders niedriger Geburtenrate. Zusammen mit Zypern wies Polen mit jeweils 1,32 Kindern pro Frau den zweitniedrigsten Wert aus.

Besonders drastisch war der Geburtenrückgang in den vergangenen Jahren im Baltikum: So wurden 2015 in Litauen 45 Prozent weniger Kinder geboren als noch 1990. Einen ähnlichen Einbruch erlebten auch Lettland und Estland, wo die jährliche Zahl der Neugeborenen zwischen 1990 und 2015 um 42 beziehungsweise 38 Prozent zurückging.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Holger Narrog

15.05.2017, 13:38 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich

Herr Clemens Keil

15.05.2017, 14:01 Uhr

Offensichtlich greift die Politik von Manuela Schwesig:
"Das Modell der Hausfrauenehe ist tot", genauso wie Adenauers Dictum "Kinder bekommen die Leute immer". Die Union hat diese Entwicklung - anders als die SPD - aber bisher verschlafen mit bedauerlichen Ergebnissen:
- der Auf-bzw. Ausbau der notwendigen Infrastrukturen für das Zweiverdiener-Modell, insbesondere zur Betreuung von Kindern inclusive Ganztagsschulen wurde - zumindest in Unions-regierten Ländern - zu spät begonnen, weshalb hier immer noch ein riesiger Nachholbedarf herrscht,
- die Geburtenrate ging drastisch zurück und verharrte auf niedrigem Niveau,
- die, mittlerweile viel beklagte, demographische Lücke tat sich auf,
- Milliarden von Steuergeldern wurden insbesondere im Rahmen der sogenannten Familienpolitik in nicht mehr zeitgemäßen Modellen und Strukturen verschwendet,
- Rentenansprüche für Frauen konnten kaum erworben werben, weshalb diese von Altersarmut bedroht sind.
Insofern wäre es zunächst einmal erfreulich, wenn in der Union endlich diese Diskussion über zeitgemäße Familienpolitik geführt würde, wenn auch nur bruchstückhaft. Bis dies aber in konkrete Politik umgesetzt werden kann, insbesondere mit einer CSU, die noch einer "Herdprämie" verhaftet ist, wird noch sehr viel - zu viel - Zeit vergehen.
Einfacher wäre es, sich den fortschrittlichen, von der Union aber noch heftig bekämpften, Vorschlägen von Frau Schwesig anzuschließen, wie die Union das ja offensichtlich beim weiteren Ausbau der Betreuungsplätze erkannt hat. Und erste Erfolge der von Frau Schwesig in der GroKo durchgesetzten Politik sind erkennbar, wenn auch die Union noch viele Einschränkungen in die entsprechenden Gesetze eingepflanzt hat.
Was lernen wir daraus?
Die Union kann nicht, wenn man von den seinerzeitigen familienpolitischen Lichtblicken Frau Süssmuth und Frau von der Leyen mal absieht, Familienpolitik, ebensowenig wie sie Flüchtlingspolitik, Europapolitik, soziale Gerechtigkeit kann..

Herr Clemens Keil

15.05.2017, 14:03 Uhr

...
Den Rückstand Deutschlands bzw. Europas auf all diesen Felder haben wir insbesondere der Union zu verdanken!
Was tun? Die wählen, die es können!
Und im übrigen: nach der Wahl ist vor der Wahl:
http://youtu.be/0zSclA_zqK4
Und was sagen unsere Bundestagsabgeordneten dazu?
http://youtu.be/QGOx8I0COYg
Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!

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