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18.01.2010

21:07 Uhr

Deutschland/Israel

Werben um die High-Tech-Nation des Nahen Ostens

VonAndreas Rinke

ExklusivDeutschland und Israel wollen künftig nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich enger zusammenarbeiten. Die Kontakte sollten auf allen Ebene vorangetrieben werden, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Merkel und Netanjahu in Berlin: Die gegenseitigen Investitionen sollen vorangetrieben werden. DAPD

Merkel und Netanjahu in Berlin: Die gegenseitigen Investitionen sollen vorangetrieben werden.

BERLIN. Der deutsch-israelische Handel ist im Krisenjahr 2009 stark zurückgegangen. So fielen die deutschen Ausfuhren von Januar bis Ende Oktober 2009 um 16,7 Prozent auf 1,89 Mrd. Euro. Die Einfuhren aus Israel sanken ebenfalls um 15,1 Prozent auf 1,12 Mrd. Euro. 2010 wird jedoch mit einer erneuten Wende gerechnet, die auch politisch ausdrücklich gewünscht wird.

Vor allem die gegenseitigen Investitionen sollen vorangetrieben werden. So wolle Israel einen Innovationspark mit Firmen in Deutschland errichten, sagte Merkel. Zudem sei ein israelischer „Innovationstag“ geplant, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Im vergangenen Frühjahr hatte bereits etwa die Siemens AG den israelischen Solarhersteller Solel Solar Systems übernommen. Israel gilt als führende High-Tech-Nation im Nahen Osten und besitzt innovationsstarke Unternehmen etwa in den Bereichen erneuerbare Energien und Rüstung.

Merkel verteidigte die umstrittene Zusammenarbeit im militärischen Bereich. Israel wünscht sich die Lieferung eines weiteren deutschen U-Bootes und von Küstenschutz-Schiffen. Zugleich gibt es eine enge Zusammenarbeit deutscher und israelischer Firmen etwa bei der Herstellung von Aufklärungsdrohnen.

Die israelische Regierung hat Deutschland zudem offiziell gebeten, seine Beteiligung an der Unifil-Mission im Mittelmeer über Juni dieses Jahres hinaus zu verlängern. Nach Informationen des Handelsblattes aus Regierungskreisen sprach sich Netanjahu ausdrücklich für einen weiteren Einsatz der Bundesmarine vor der Küste Libanons aus. Daran hänge für Israel die Glaubwürdigkeit der Uno-Mission, die seit dem Ende des Libanon-Krieges Waffenschmuggel von der Seeseite unterbinden soll. Deutschland beteiligt sich an Unifil mit Marineeinheiten. Auf Druck der FDP war das Mandat für den Einsatz der Marine aber nur für ein halbes Jahr bis Ende Juni verlängert worden.

Kommentare (2)

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Uri

19.01.2010, 09:05 Uhr

Wieso werden Waffen nach israel verschenkt oder verkauft wenn es ein Kriegswaffenkontrollgesetz gibt der eindeutig besagt das „Paragraph 6 des KrWaffKontrG verbietet unter anderem die Lieferung von Waffen an ein anderes Land, wenn die Gefahr besteht, daß die Kriegswaffen bei einer friedensstörenden Handlung, insbesondere bei einem Angriffskrieg, verwendet werden. Die Lieferung von Kriegswaffen in Krisengebiete ist damit untersagt.“
Und Angriffskriege hat ja israel im Jahre 2006 auf Libanon verübt und 2008/2009 auf Gazza.
Und israel liegt ja auch im Krisengebiet, also was soll das Frau Merkel und wer verantwortet das bitte??

karadAG

21.01.2010, 02:16 Uhr

ich schließe mich an uri

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