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21.04.2013

13:45 Uhr

Deutschland sucht eine Drohne

Sensenmänner oder Raubtiere für die Bundeswehr

Die einen rühmen sie als Wunderwaffen, die anderen verteufeln sie als Killermaschinen. Auch die Bundeswehr soll mit Kampfdrohnen aufgerüstet werden. Eine baldige Entscheidung wird es aber wohl nicht geben.

Eine unbemannte Predator Drohne der US-Luftwaffe, ausgestattet mit einer Rakete. dapd

Eine unbemannte Predator Drohne der US-Luftwaffe, ausgestattet mit einer Rakete.

BerlinDer Name lässt keinen Zweifel daran, wofür das nur elf Meter lange und bis zu 480 Stundenkilometer schnelle Fluggerät geschaffen wurde. „Reaper“ – zu Deutsch Sensenmann – tauften die US-Streitkräfte die modernste aller Kampfdrohnen. Der Hersteller General Atomics hatte zuvor den Namen des Vorgängermodells verwendet und das unbemannte Flugzeug schlicht „Predator B“ genannt. Das klingt allerdings auch nicht viel weniger martialisch: „Predator“ ist das englische Wort für Raubtier.

Der Hightech-Flieger wurde für den Krieg gegen den Terror entwickelt, trägt Präzisionsbomben und gelenkte Raketen unter seinen Flügeln und wird von den US-Streitkräften seit Jahren gegen Aufständische in Pakistan eingesetzt. Jetzt wird möglicherweise auch die Bundeswehr mit den „Sensenmännern“ oder „Raubtieren“ aufgerüstet, wenn auch zu anderen Zwecken. Das Verteidigungsministerium sucht derzeit händeringend nach einer Drohne, die sie ab Ende 2014 in den Einsatz schicken kann.

Minister Thomas de Maizière hat sich bereits für eine bewaffnete Variante ausgesprochen. Doch die Beschaffung von Drohnen für die Bundeswehr verzögert sich weiter. Die Entscheidung des Bundestags über das umstrittenste Rüstungsprojekt der Bundeswehr wurde bereits auf die Zeit nach der Wahl im September verschoben. Trotzdem laufen im Ministerium die Vorbereitungen für den Deal weiter. Sie gestalten sich aber schwieriger als erwartet, und die Zeit drängt.

Schon im Oktober 2014 läuft der Mietvertrag für drei unbewaffnete israelische Aufklärungsdrohnen des Typs „Heron 1“ (Englisch für Reiher) aus, die sich im Afghanistan-Einsatz bewährt haben. Frühestens 2020 soll eine europäische Drohne einsatzbereit sein, die vor allem zusammen mit Frankreich entwickelt werden soll. Für die Übergangsphase sollen am Markt verfügbare Drohnen beschafft werden.

Neben „Heron 1“ und „Reaper“ kommt nur die größere und modernere „Heron“-Version TP in Frage, die auch Waffen tragen kann. Allerdings mangelt es ihr an Einsatzerfahrung. Die israelischen Streitkräfte nutzen sie erst seit drei Jahren. Die Luftwaffe hat lange Zeit das US-Modell favorisiert, soll nach einem „Spiegel“-Bericht inzwischen aber auch Gefallen an dem israelischen Konkurrenten gefunden haben.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

21.04.2013, 16:34 Uhr

1. Wenn ein deutsch-/französich-/europäisches System bestellt, muss man die übliche Verzögerung von 7-10 Jahren bis zur Einführung einkalkulieren und 2 weitere Jahre bis es halbwegs fehlerfrei arbeitet.
2. Die Abgeordneten müssen lernen auch unliebsame Wahrheiten zu lernen und der Bevölkerung zu präsentieren. Da haben doch tatsächlich Abgeordnete eine schwenkbare Bordkanone abgelehnt, weil sie so martialisch aussieht. der französische Tiger hat sie aber statisch unzureichend integriert, was enorme Probleme macht. Dennoch haben so ausgestattete Tiger vielen Soldaten das Leben gerettet und hätte Deutschland mitgemachte, wäre der Tiger vornerein so konstruiert worden.
3. Es hätten gleichfalls viele Soldaten überlebt, wenn die Bundeswehr in Afghanistan Angriffsdrohnen gehabt hätten. Sie wären ideal geeignet, versteckte Bergstellungen auszureichen und so wären viele Hubschrauber nicht abgestürzt, wenn man Drohnen gehabt hätte.
Wer Terroristen oder feindliche Armeen besiegen will, muss töten, dass muss auch der Normale Bundesbürger begreifen.
Der islamische Terror arbeitet brutal, ohne Rücksicht auf Kinder und Mütter, die kann man nicht besiegen, indem man mit Wattebäuschchen wirft.
4. Wenn jetzt gesagt wird, wie nehmen die israelische Heron, obwohl sie schlechter ist, als die Predater, weil sie wegen der Angriffe auf Pakistan mit geschätzten 3.000 Toten belastet ist, dann überkommen mich Zweifel, ob wir in den entsprechenden Ausschüssen Menschen mit Verstand nd Verantwortung sitzen haben.
Hier muss man auch den Mut haben, wieviel Tote und wieviel mehr an Terror man gehabt hätte, wenn man diese Drohnen nicht so erfolgreich Hätte einsetzen können.
Auch muss man der Öffentlichkeit gegenüber Darstellung, dass die Darstellungen von Seiten der Terroristen meist falsch sind. Da werden Leiche vom Friedhof geholt, Mütter die bei der Geburt eines Kindes verstorben sind, Menschen die bei Unfällen verunglückt sind, und die Presse übernimmt so einen Nonsens ungeprüft.

Account gelöscht!

21.04.2013, 17:19 Uhr

@ ingenius:
"Wer Terroristen oder feindliche Armeen besiegen will, muss töten, dass muss auch der Normale Bundesbürger begreifen.
Der islamische Terror arbeitet brutal, ohne Rücksicht auf Kinder und Mütter, die kann man nicht besiegen, indem man mit Wattebäuschchen wirft."
....................................................

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, wenngleich dies die wohlbehüteten und weichgespülten Deutschen, die die Welt vom weichen Sofa aus betrachten, sicherlich anders sehen.

Account gelöscht!

21.04.2013, 18:44 Uhr

Ich bin auch der Meinung, den Gut-Menschen muß klar gemacht werden, dass Drohnen unverzichtbare Kampfmittel sind, denn ein Kampfpilot der mit hoher Geschwindigkeit angreift, sieht sein Ziel ungenauer, als eine Drohne!
Wenn dieser Pilot dann auch noch abgeschossen wird, ist sein Verlust ungleich höher, als wenn man eine ferngelenkte Drohne verliert!
Krieg ist keine Spielwiese, das sollten die ewigen Skeptiker und Verneiner endlich mal kapieren!

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