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23.08.2013

07:11 Uhr

DeutschlandDuell

„Griechenland wird uns noch 20 Jahre beschäftigen“

VonJan Mallien

Soll Deutschland weitere Milliarden an Athen überweisen? AfD-Chef Lucke und CDU-Finanzpolitiker Brinkhaus stritten beim DeutschlandDuell über die Kosten der Euro-Rettungspolitik, Solidarität – und die Zukunft Europas.

Deutschland Duell

AfD vs. CDU: Der hitzige Zoff um den Euro

Deutschland Duell: AfD vs. CDU: Der hitzige Zoff um den Euro

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BerlinGriechenland braucht ein weiteres Hilfspaket, das hat jetzt sogar Bundesfinanzminister Schäuble eingeräumt. Allerdings will der Bundesfinanzminister dazu vor der Bundestagswahl keine konkreten Zahlen nennen. Ganz anders der Chef der eurokritischen „Alternative für Deutschland“ (AfD), Bernd Lucke. Beim DeutschlandDuell von Handelsblatt Online und Zeit Online rechnet der Volkswirtschaftsprofessor vor: „Ein Schuldenschnitt für Griechenland ist unausweichlich. Er wird Deutschland zwischen 40 und 50 Milliarden Euro kosten.“

Lucke diskutierte am Donnerstagabend unter der Moderation von Handelsblatt Online Chefredakteur Oliver Stock mit dem CDU-Finanzpolitiker Ralph Brinkhaus zum Thema: „Der Euro – Europas Meisterstück oder Europas Verderben?“

Gleich zu Beginn fordert Oliver Stock den AfD-Chef zu einem Gedankenexperiment auf. Lucke soll sich vorstellen, er wäre Kanzler. „Was würden Sie in den ersten zwei Wochen tun?“ Luckes Antwort: „Ich würde die Euro-Rettungspolitik beenden.“

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Zukunft des Euro

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

Neue Währungen

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

Europäische Verträge

Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

Austrittsrecht

Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

Lasten für den Steuerzahler

Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

Schuldenschnitte

Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

EZB-Politik

Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Außerdem schlägt er ein Wachstumsprogramm für die südeuropäischen Krisenstaaten vor. Wesentlicher Bestandteil davon solle die Einführung eigener Währungen in den Krisenländern sein. Damit, so Lucke, könnten diese Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen.

Brinkhaus hält dagegen. Ein Euro-Austritt Griechenlands sei sehr viel teurer als die derzeitige Rettungspolitik. Zudem könnten die Krisenländer nicht einfach von heute auf morgen eine neue Währung einführen, da dies mit Verwerfungen an den Finanzmärkten verbunden sei. Der CDU-Finanzpolitiker bezweifelt auch, dass die südeuropäischen Länder überhaupt dazu bereit wären, aus dem Euro auszutreten. Man könne sie nicht zwingen.

Kommentare (93)

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AnnaGramm

23.08.2013, 07:38 Uhr

Lucke hat doch völlig recht: Allen Diskutanten (und mündigen Bürgern) ist klar, dass wir bei der Euro-Krise nur die Wahl zwischen einem Ende mit Schrecken oder einem Schrecken ohne Ende haben. Griechenland ist nur eines der Länder, die unter mangelnder Wettbewerbsfähigkeit leiden. Mit dem für diese Länder überbewerten Euro wird das Problem nur verschleppt. Und ja, wir haben glücklicherweise Nationalstaaten und damit verschiedene, miteinander konkurrierende Staats- u. Politikmodelle. Und zum Thema innereuropäische Solidarität: Habe ich nicht neulich irgendwo gelesen, dass das Vermögen vieler "südländischer" Haushalte 50 % bis 80 % über dem der deutschen liegt? Immerhin gut, dass das Thema vor der Wahl kontrovers diskutiert wird!

Account gelöscht!

23.08.2013, 07:42 Uhr

Das Thema Renten verknüpft, mit den bereitgestellten Finanzhilfen für Griechenland,ist sehr brisant. Bei meinen bisherigen 2 Auftritten im Straßenwahlkampf habe ich festgestellt, dass insbesondere der Zorn auf die diesjährige Rentenerhöhungsrunde sehr groß ist. Einige angesprochene Rentner berichteten von einer monatlichen Rentenerhöhung im Cent-Bereich (55 Cent bzw. 25 Cent). Daraus spricht halt wenig Anerkennung für ihre Lebensleistung. Viele haben wirklich resigniert und erwarten von diesem Staat nichts mehr. Die gehen dann auch nicht mehr zur Wahl. Es ist auch erschreckend zu hören, wie gering die Renten nach 40 Jahren Beschäftigung sind.

omegalicht

23.08.2013, 07:45 Uhr

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