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01.09.2012

10:41 Uhr

Deutschlands Ausgaben

Krise lässt Schuldenberg um 390 Milliarden Euro anwachsen

Die Linksfraktion hat im Bundestag angefragt, wie sehr das Krisenmanagement Deutschlands Schulden steigen ließ. Jetzt zitiert eine Zeitung aus der Antwort: Demnach übersteigen die Banken- die Staatshilfen bei weitem.

Die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler im Juli: Krisenmanagement kostete Milliarden. dpa

Die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler im Juli: Krisenmanagement kostete Milliarden.

PassauDie Ausgaben für das Krisenmanagement in der Finanzmarkt- und Eurokrise haben die Verschuldung Deutschlands bereits jetzt um 390 Milliarden Euro erhöht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die der „Passauer Neuen Presse“ vorliegt.

Die Bankenhilfen im Zuge der Finanzmarktkrise bedeuten demnach für Bund, Länder und Kommunen bislang 322,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Schulden. Die Hilfen im Zuge der Eurokrise für Griechenland, Portugal und Irland erhöhten die Verschuldung um weitere 67,5 Milliarden Euro.

Die größten Risiken für den deutschen Staatshaushalt

Griechenland-Pleite

Deutschland käme eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands teuer zu stehen. Eine Pleite mit anschließendem Euro-Austritt würde den Bund nach Berechnungen des Ifo-Instituts bis zu 82 Milliarden Euro kosten. Falls Griechenland nach einer Zahlungsunfähigkeit in der Währungsunion verbleibt, steigen die Kosten demnach auf bis zu 89 Milliarden Euro. In diesen Zahlen sind unter anderem die bereits ausgezahlten Beträge aus den Rettungspaketen und die Käufe von griechischen Staatsanleihen durch die Zentralbanken der Euro-Länder enthalten.

Konjunktur

Die wichtigste Einnahmequelle des Staates sind die Steuern. Wie stark sie sprudeln, hängt von der Konjunktur ab. Und die dürfte sich im zweiten Halbjahr wesentlich schlechter entwickeln. „Die Konjunktur in Deutschland könnte nach der Jahresmitte 2012 stärker als bisher durch die Verunsicherung im Euro-Raum beeinträchtigt werden“, warnt etwa die Bundesbank. Viele Experten befürchten, dass das Bruttoinlandsprodukt im Sommer schrumpft. Schon in den ersten sechs Monaten stiegen die Steuereinnahmen mit 3,8 Prozent wesentlich langsamer als ein Jahr zuvor mit 9,6 Prozent.

WestLB

Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen bürgen für die Milliarden-Risiken des einstigen Flaggschiffs unter den Landesbanken. Die Erste Abwicklungsanstalt als Bad Bank hat zum 1. Juli ein Portfolio von 100 Milliarden Euro von der zerschlagenen WestLB übernommen. Die Differenz zwischen dem Übernahmewert der Papiere und ihrem aktuellen Marktwert fließt im zweiten Halbjahr in die Defizitberechnung des Bundes und des Landes ein.

Zinskosten

Investoren reißen sich um Bundeswertpapiere, die als sichere Anlage in der Euro-Krise gelten. Mehrfach konnte der Bund sich teilweise zum Nulltarif verschulden oder kassierte sogar Prämien. Die Zinskosten sanken deshalb im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent. Ob sich das so fortschreiben lässt, ist keineswegs gewiss. Am Markt sind die Zinsen in den vergangenen Wochen wieder gestiegen: Lagen sie im Juli zeitweise bei 1,1 Prozent, so sind es derzeit mehr als 1,4 Prozent. Wegen der hohen Kosten durch die Euro-Krise droht die Ratingagentur Moody's mit dem Entzug der besten Bonitätsnote AAA, was die Zinsen weiter nach oben treiben könnte.

„Da die Konditionen für Spanien noch nicht im Detail vorliegen, ist das Rettungspaket für Spanien noch nicht in der Schätzung enthalten“, heißt es in der Antwort von Hartmut Koschyk (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium.

Laut der Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler beträgt die derzeitige Verschuldung Deutschlands 2,049 Billionen Euro, und pro Sekunde wächst sie um 1335 Euro. Umgerechnet auf die Einwohner der Bundesrepublik hat jeder Bürger durchschnittlich rund 25.000 Euro Schulden.

Von

dapd

Kommentare (27)

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01.09.2012, 11:02 Uhr

Soviel zu den Aussagen deutscher Politiker, die Deutschen haben noch nichts bezahlt, die Deutschen profitieren vom Euro. Jetzt fehlen nur noch die genauen Kosten der Inflation, die man wahrscheinlich auch wieder manipulieren wird!

Account gelöscht!

01.09.2012, 11:02 Uhr

"„Da die Konditionen für Spanien noch nicht im Detail vorliegen, ist das Rettungspaket für Spanien noch nicht in der Schätzung enthalten“, heißt es in der Antwort von Hartmut Koschyk (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium."

Unser Haftungsrahmen wird 211 Milliarden auf keinen Fall überschreiten. Tönten Merkel und Schäuble nicht genau so, als das alles durch den Bundestag geprügelt wurde? Und solche Menschen verlangen allen Ernstes noch Vertrauen?

Account gelöscht!

01.09.2012, 11:33 Uhr

Deutschland kann noch viel Mehr Schulden tragen!
wenn wir alle nur noch Brot und Wasser zu uns nehmen
und uns im Garten Sonnen, weil wir nichts zu tun haben.

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