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24.03.2017

00:31 Uhr

Deutschlandtrend

Merkel holt im direkten Vergleich mit Schulz auf

Einer Umfrage zufolge bröckelt der Vorsprung, den SPD-Kanzlerkandidat Schulz sich vor Kanzlerin Merkel aufgebaut hatte. Im Saarland darf Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer auf eine weitere Amtszeit hoffen.

Suchen die Gunst der Wähler: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im Plenarsaal im Reichstagsgebäude in Berlin (Archivfoto). dpa

Merkel und Schulz

Suchen die Gunst der Wähler: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im Plenarsaal im Reichstagsgebäude in Berlin (Archivfoto).

BerlinDer Vorsprung des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz auf Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Gunst der Wähler bröckelt. In dem am Donnerstagabend veröffentlichten Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin kam der Sozialdemokrat auf 45 Prozent. Er schnitt damit im direkten Duell zwar neun Prozentpunkte besser ab als Merkel. Allerdings war er Anfang Februar noch auf 50 Prozent gekommen. Merkel konnte dagegen zwei Prozentpunkte gutmachen.

In der aktuellen Sonntagsfrage liegen SPD und Union gleichauf bei jeweils 32 Prozent. 44 Prozent der Befragten gaben aber an, sich eine SPD-geführte Bundesregierung nach der Bundestagswahl im September zu wünschen. Jeder Dritte bevorzugt eine erneute Führung durch die CDU/CSU.

Für die Umfrage befragte das Institut Infratest dimap den Angaben zufolge vom 20. bis 22. März 1023 Menschen. Die Fehlertoleranz liege zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten.

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Im Vorfeld der Wahlen im Saarland scheint der „Schulz-Effekt“ nicht einzutreten: Laut ZDF-„Politbarometer“ liegt die CDU wenige Tage vor der Landtagswahl im Saarland weiter vor der SPD – trotz der hohen Zustimmungswerte für Schulz.

Nach den am Donnerstagabend veröffentlichen Umfrageergebnissen käme die CDU auf 37 Prozent (unverändert im Vergleich zur Vorwoche) und die SPD auf 32 Prozent (unverändert). Damit schien außer einer Fortsetzung der Großen Koalition kaum ein anderes Regierungsbündnis Aussichten auf eine sichere Mehrheit zu haben.

Die Linke sehen die Meinungsforscher bei 12,5 Prozent (plus 0,5) und die AfD auf 6 Prozent (minus 1). Die Grünen (4,5 Prozent) und die FDP (4 Prozent) würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und nicht im Landtag vertreten sein. Die anderen Parteien, darunter auch die Piraten, kämen zusammen auf 4 Prozent. Unentschieden seien allerdings noch 36 Prozent der Wahlberechtigten.

Bei den Kandidatinnen für das Amt der Ministerpräsidentin liegt Amtsinhaberin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mit 53 Prozent deutlich vor ihrer Herausforderin von der SPD, Anke Rehlinger, mit 34 Prozent.

Dafür steht SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz

Präsenz

Schulz verdankt seinen Aufstieg in Brüssel Eigenschaften, die ihm Freunde und Gegner gleichermaßen zuschreiben: Ehrgeiz, Arbeitseifer, klare Sprache, Machtbewusstsein. Vor allem als EU-Parlamentspräsident und als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bei der Europawahl 2014 schärfte er nicht nur sein eigenes Profil, sondern gab Europa eine starke Stimme. Der Christsoziale Manfred Weber würdigte Schulz zum Abschied aus Brüssel als kraftvollen und durchsetzungsstarken Europäer.

Klare Botschaften

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat gilt als Politiker, der Streit nicht aus dem Weg geht. Zuletzt übte er zum Beispiel heftige Kritik am EU-Mitgliedsland Ungarn und dessen Referendum zur Flüchtlingspolitik. Wachsenden Nationalismus und Rechtspopulismus verurteilte er scharf und verlangte Einsatz für das europäische Gesellschaftsmodell gegen die „Feinde der Freiheit“. Seine eigene Partei mahnt er, normalen Menschen zuzuhören und auf ihre Nöte einzugehen. Die Krise der EU trieb ihn um – wobei er gerne die Brüsseler Perspektive einnahm und vor allem den Streit der Mitgliedsstaaten kritisierte.

Anpacken

Obwohl das Amt als EU-Parlamentspräsident eher zeremoniell angelegt ist, präsentierte sich Schulz als Macher. Ein Beispiel: der Handelspakt Ceta mit Kanada. Im Herbst überzeugte er die vom Streit mit der Wallonie völlig entnervte kanadische Ministerin Chrystia Freeland, ihre Abreise zu verschieben und sich noch ein letztes Mal mit ihm zu treffen. Fernsehkameras standen bereit, das Überraschungsgespräch im Morgengrauen zu dokumentieren. Letztlich wartete Kanada die europäischen Kapriolen dann geduldig ab, und das Abkommen kam doch noch zustande.

Allianzen

In Brüssel und Straßburg stand Schulz für die informelle große Koalition mit der Europäischen Volkspartei und deren Vorsitzendem Weber. 2014 unterzeichneten beide einen Pakt, der Schulz bei der Wiederwahl zum Parlamentspräsidenten EVP-Stimmen sicherte. Dafür sollte er im Januar 2017 seinen Posten für einen EVP-Kandidaten räumen. Es ging aber nicht nur um Personal: Die beiden größten Fraktionen sahen den Pakt als Mittel, in Europa stabil und effizient Politik zu machen und der EU-Kommission zu Mehrheiten zu verhelfen.

Machtanspruch

Kleinere Parlamentsfraktionen wie die Grünen oder Linken fühlten sich in der Ära Schulz an den Rand gedrängt und ignoriert. Auch wurden Schulz Eigenmächtigkeiten vorgeworfen – sowohl inhaltlich, wenn er für das Parlament sprach, als auch bei der Besetzung von Spitzenposten im Haus. Etliche Abgeordnete zeigen sich nun erleichtert, dass neue Zeiten anbrechen.

Kommentare (3)

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Frau ke Schludewig

24.03.2017, 08:48 Uhr

Ja der Vorsprung von Schulz bröckelt...bald haben beide gleich wenig und sind hoffentlich weg vom Fenster

Herr Günther Schemutat

24.03.2017, 10:03 Uhr

Der Wahlkampf ist im vollen Gange ,geführt wird der von den Medien und Umfrageinstituten. Politiker müssen kaum selbst aktiv werden. Merkel selber will nicht mehr ,auch wenn ich das immer wiederhole , aber Merkel hat ihr Werk fast vollendet und Schulz wird es beenden und ausbaden müssen.

Der Wahlkampf auf der Strasse ziemlich lau und von Tür zur Tür gehen ist ja
absurd angesicht vieler Verbrechen die an Türen stattfinden. Möglicherweise
kommen Kriminelle auf die IDEE als SPD,Grüne CDU Anhänger sich Zugang in die Wohnung zu verschaffen. Man braucht nur auf die ersten warten.

Also lasst den Unsinn sein , die von euch geschaffene Massen Kriminalität lässt
es nicht zu an Türen nach Stimmen zu betteln


Auch Merkel ....wählt Schulz Wahl 2017

Herr Grutte Pier

24.03.2017, 14:21 Uhr

@Herr Günther Schemutat 24.03.2017, 10:03 Uhr

".....aber Merkel hat ihr Werk fast vollendet und Schulz wird es beenden und ausbaden müssen."

Schulz wird es womöglich "vollenden" - ausbaden wird er es wohl eher nicht, denn für's "Ausbaden" ist wie üblich der Steuerzahler zuständig.

Es sein denn die Gerechtigkeit obsiegt doch noch irgendwann und diese "Herrschaften" werden entsprechend zur Verantwortung gezogen.

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