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11.10.2014

02:19 Uhr

DGB fordert Aktionsprogramm

Kinderarmut nimmt in Deutschland wieder zu

Steigende Kinderarmut in Deutschland: Der Anteil der unter 15-Jährigen, die auf Hartz IV angewiesen seien, hat sich erhöht. Zuvor war der Trend rückläufig. Der DGB fordert schnelles Handeln.

Die Kinderarmut nimmt zu: Betroffen sind laut einem Medienbericht 1,64 Millionen Jungen und Mädchen. dpa

Die Kinderarmut nimmt zu: Betroffen sind laut einem Medienbericht 1,64 Millionen Jungen und Mädchen.

BerlinDie Kinderarmut in Deutschland nimmt einem Pressebericht zufolge wieder zu. Der Anteil der unter 15-Jährigen, die auf Hartz IV angewiesen seien, habe sich bis Mai 2014 auf 15,7 Prozent erhöht, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Betroffen seien damit 1,64 Millionen Jungen und Mädchen. 2012 lag die Hilfequote demnach noch bei 15 Prozent. Zuvor sei der Trend rückläufig gewesen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordere deshalb ein Aktionsprogramm für Eltern, die mit ihren Kindern schon länger von Hartz IV leben müssen. "Es passt nicht zusammen, über Fachkräftemangel zu diskutieren und zugleich zuzulassen, dass etwa 1,9 Millionen Kinder unter 18 Jahren im Hinterhof unserer Wohlstandsgesellschaft in Hartz-IV-Armut leben müssen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Zeitung.

Was ist Hartz IV

Wichtigstes Reform-Ziel

Menschen ohne Job wieder in Arbeit zu bringen.

Motto der Reform

Langzeitarbeitslose fördern und fordern. Kritiker sagen, das Fördern komme zu kurz.

Wer bekommt wie viel?

Als Grundsicherungsleistung erhalten Langzeitarbeitslose das Arbeitslosengeld II, besser bekannt als Hartz IV. Dieses liegt derzeit für einen Single bei 391 Euro im Monat, plus Miete und Heizkosten. Für Partner in einer Bedarfsgemeinschaft liegt der Regelsatz bei jeweils 352 Euro.

Sehr begrenzte Jobauswahl

Wer Hartz IV in Anspruch nimmt, muss jeden zumutbaren Job annehmen. Auch wenn dieser schlecht bezahlt ist. Wer sich verweigert oder Termine im Jobcenter schwänzt, riskiert Leistungskürzungen. Wenn Anfang 2015 der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro in Kraft tritt, profitieren Langzeitarbeitslose, die eine Stelle finden, davon nur bedingt: Erst nach sechs Monaten haben sie Anspruch auf Mindestlohn.

Bedarfsleistung

Hartz IV ist eine Bedarfsleistung. Das heißt: Nur wer bedürftig ist, bekommt sie. Einkommen oder eigenes Vermögen werden angerechnet. Bei einem Hinzuverdienst beträgt die Freigrenze 100 Euro im Monat.

Aufstocker

Wer Vollzeit arbeitet, aber so wenig verdient, dass er damit seinen Lebensunterhalt und den der Familie nicht sichern kann, hat auch Anspruch auf Hartz IV: Dies sind die sogenannten Aufstocker.

Wie viele bekommen es?

Von den 2013 insgesamt 3,14 Millionen Arbeitslosen (Jahresdurchschnitt) waren 2,03 Millionen Bezieher von Hartz-IV-Leistungen.

Das Aktionsprogramm soll sich den Angaben zufolge zunächst auf die 450.000 Eltern konzentrieren, die arbeitslos gemeldet sind, Kinder im Haushalt haben, Hartz IV nicht mit einem Zusatzjob aufstocken und an keiner Maßnahme eines Jobcenters teilnehmen. Solche Eltern müssten "eine neue berufliche Perspektive erhalten, auch um ihre Vorbildrolle gegenüber ihren Kindern zu stärken", verlangte Buntenbach.

Dem DGB schwebe dabei vor, mehr geförderte Arbeitsplätze zu schaffen, "sofern eine Beschäftigung anders nicht möglich ist". Das Programm müssten Jobcenter, Kommunen, der Bund, Wohlfahrtsverbände und Vereine gemeinsam tragen.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

13.10.2014, 14:56 Uhr

Kinderarmut? Warum weigert sich der DGB gegen Hr. Schröder, Hr. Hartz und die SPD massiv vor zu gehen, da diese diese Armut unbediungt wollten???????

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