Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.05.2015

13:37 Uhr

Die Grünen in Berlin

Pädophilie-Bericht offenbart viele Opfer

Zwei ehemalige Parteimitglieder der Berliner Grünen waren als pädosexuelle Straftäter bekannt. Das zeigt eine Untersuchung, die die Partei beauftragt hat. In Berlin kündigten die Grünen nun neue Hilfen an.

Der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter hat gemeinsam mit Kollegen einen Bericht über die Vergangenheit der Grünen erstellt. Heute wird er präsentiert. dpa

Walter-Bericht

Der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter hat gemeinsam mit Kollegen einen Bericht über die Vergangenheit der Grünen erstellt. Heute wird er präsentiert.

BerlinDie Grünen setzen die Aufarbeitung ihrer Pädophilie-Beschlüsse aus den 1980er Jahren fort und wollen den Opfern helfen. Bei einer eigens eingerichteten Anlaufstelle meldeten sich inzwischen sieben Pädophilie-Opfer, in zwei Fällen könnte ein Zusammenhang der Taten zu den Grünen bestehen, teilte Parteichefin Simone Peter am Mittwoch mit. In den Fällen liefen weiter Gespräche mit den Betroffenen. „Wir prüfen in jedem einzelnen Fall, welche Verantwortung uns Grüne als Partei trifft. Wir wollen, dass die Taten aufgeklärt werden und dass das Leid der Betroffenen Anerkennung findet“, erklärte Peter.

Sie erinnerte daran, dass die Grünen bereits 2014 ihre Pädophilie-Beschlüsse aus den 1980er Jahren offengelegt, sich davon distanziert und bei den Opfern entschuldigt hätten. Diese forderten Straffreiheit für einvernehmlichen Sex zwischen Erwachsenen und Minderjährigen.

Am Mittwoch stellten die Berliner Grünen die Ergebnisse ihrer Untersuchung im Landesverband vor. Bereits zuvor war bekanntgeworden, dass es bei den Berliner Grünen und deren Vorläufer Alternative Liste in den 80er und 90er Jahren sexuellen Missbrauch Minderjähriger in größerem Ausmaß gab.

Die Partei suche zusammen mit den Opfern nach Lösungen und unterstütze diese in Härtefällen auch therapeutisch oder finanziell, erklärte Peter. Dazu gehöre auch „eine Zahlung an Betroffene zur Anerkennung des ihnen zugefügten Leids“. Ein dreiköpfiger Beirat werde die Betroffenen vertraulich anhören.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×