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09.08.2015

15:25 Uhr

Die Kanzlerfrage

Gabriel hält Merkel für schlagbar

Zuletzt wurde offen debattiert, ob die SPD überhaupt einen eigenen Kandidaten aufstellen sollte – bei der übermächtigen Allgegenwart Angela Merkels. Jetzt pfeift Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel zum Gegenangriff.

Na klar kann Rot noch was! Daran glaubt zumindest Sigmar Gabriel. dpa

SPD-Chef und Vizekanzler:

Na klar kann Rot noch was! Daran glaubt zumindest Sigmar Gabriel.

BerlinSPD-Chef Sigmar Gabriel hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl 2017 für schlagbar, weil in einer „Demokratie jeder schlagbar“ sei. Die SPD werde „einen Kanzlerkandidaten aufstellen und um die Kanzlerschaft kämpfen“, sagte Gabriel der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe). Offen zeigte sich der Parteichef für den Vorschlag, den nächsten SPD-Kanzlerkandidaten in einer Mitgliederbefragung zu ermitteln

Gabriel reagierte mit seinen Äußerungen zu den Chancen auf einen Sieg gegen Merkel auf Äußerungen des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD), der kürzlich gesagt hatte, die Sozialdemokraten sollten angesichts der Stärke der Amtsinhaberin auf einen Kanzlerkandidaten verzichten und sich darauf konzentrieren, Juniorpartner in einer großen Koalition zu bleiben.

Gabriel zeigte sich zudem offen für eine in der SPD diskutierte Mitgliederbefragung über den Kanzlerkandidaten 2017: „Ich habe immer großen Wert darauf gelegt, die direkte Beteiligung in der Partei zu erhöhen. Deshalb haben die Mitglieder auch über den Koalitionsvertrag abgestimmt.“

Zudem brächte ein Mitgliederentscheid über die Kanzlerkandidatur vor der Wahl eine große Mobilisierung für die SPD. „Dafür bräuchte es dann aber mehr als nur einen Kandidaten. Damit beschäftigen wir uns Ende 2016“, kündigte der Parteichef an.

Die SPD-Vorsitzenden seit 1968

11.05.1946 - 20.08.1952

Kurt Schumacher

27.09.1952 - 14.12.1963

Erich Ollenhauer

16.02.1964 - 14.06.1987

Willy Brandt

14.06.1987 - 29.05.1991

Hans-Jochen Vogel

29.05.1991 - 03.05.1993

Björn Engholm

03.05.1993 - 25.06.1993

Johannes Rau (kommissarisch)

25.06.1993 - 16.11.1995

Rudolf Scharping

16.11.1995 - 12.03.1999

Oskar Lafontaine

12.03.1999 - 21.03.2004

Gerhard Schröder

21.03.2004 - 15.11.2005

Franz Müntefering

15.11.2005 - 10.04.2006

Matthias Platzeck

14.05.2006 - 07.09.2008

Kurt Beck

07.09.2008 - 18.10.2008

Frank-Walter Steinmeier (kommissarisch)

18.10.2008 - 13.11.2009

Franz Müntefering

Seit 13.11.2009

Sigmar Gabriel

Ob er selbst zur Kanzlerkandidatur bereit sei, ließ Gabriel offen. „Mal abgesehen davon, dass es eine große Ehre und auch Verantwortung wäre, für dieses wichtige Amt nominiert zu werden: Zwei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl macht es keinen Sinn, über Kanzlerkandidaturen zu philosophieren“, sagte der Vizekanzler. In einer Forsa-Umfrage vom vergangenen Mittwoch hatten sich 61 Prozent der SPD-Anhänger bei der Kanzlerpräferenz gegen Gabriel ausgesprochen.

Auf eine Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten für 2017 hatten zuletzt die Jusos gedrängt. Das „Auskungeln eines Kandidaten“ wie 2013 dürfe es nicht mehr geben, hatte Juso-Chefin Johanna Uekermann vergangene Woche der „Welt“ gesagt.

Unterdessen verharrt die SPD in der Wählergunst bei 24 Prozent und liegt damit weiter um 19 Prozentpunkte hinter der Union (43 Prozent), wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag von „Bild am Sonnatg“ ergab. Einen Prozentpunkt hinzugewinnen konnte die Linkspartei, die nun mit zehn Prozent gleichauf mit den Grünen liegt. Ebenfalls einen Prozentpunkt zulegen kann die AfD, die damit ebenso wie die FDP (unverändert) auf vier Prozent kommt. Emnid befragte vom 30. Juli bis 5. August 1858 Personen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Ingo Ulrich

10.08.2015, 09:56 Uhr

".....hält Merkel für schlagbar"

Ich auch und hoffe es, aber nicht mit diesen Gegnern und schlafenden Wählern !

Frau Margrit Steer

10.08.2015, 16:34 Uhr

der völlig verdumme deutsche Michl findet die große Staatsratsvorsitzende doch ganz toll. Es muß erst so richtig was passieren, dann weden die staatsgläubigen und obrigkeitshörigen wieder wach
Die SPD ist aber auch selber Schuld, denn sie machen ja alles mit.
Das haben sie schon während der schwarz-gelben Regierung. Eine Opposition war die SPD auch damals nicht. Im Ggen teil. Wie kleine Hündchen sind sie imemr zu Merkel glaufen und haben gerufen "wir machen auch mit"
Die Probleme der SPD sind hausgemacht
Die SPD hat vergessen, dass sie eine SPD ist

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