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09.10.2015

08:00 Uhr

Die Kanzlerin wirbt in Wuppertal

Merkel predigt Willkommenspolitik vor treuer Basis

Der Aufstand der Basis gegen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin bleibt aus. Am Abend findet sie in Wuppertal die Rückendeckung, die die Schwesterpartei CSU ihr versagt. Doch auch Ängste der CDU-Mitglieder zeigen sich.

Flüchtlinge bleiben willkommen

Kanzlerin Merkel: „Und dazu stehen wir“

Flüchtlinge bleiben willkommen: Kanzlerin Merkel: „Und dazu stehen wir“

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WuppertalDicke Regenwolken hängen über Wuppertal, als Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag den Weg ins Bergische Land findet. Doch sonniger hätte sie sich den Empfang in diesen für die Bundesregierung wegen der Flüchtlingskrise schwierigen Zeiten fast nicht wünschen können.

Vor der Türe der historischen Stadthalle harren Menschen – jung wie alt – im Regen aus, um die CDU-Chefin zu begrüßen. Handys werden gezückt, das obligatorische Foto darf nicht fehlen. Mit großem Applaus empfangen sie hunderte Parteimitgliedern aus ganz Nordrhein-Westfalen dann in der Halle, die bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Und es soll nicht der letzte an diesem Abend gewesen sein.

Zehn Dinge über Merkel, die Sie garantiert nicht wussten

ÄNGSTE

Merkel meidet Hunde, vor allem die des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der schenkte ihr deshalb einen Stoffhund.

HUMOR

Sie hat Spaß an Ironie, auch Selbstironie. Kann sich ausschütten vor Lachen. Hat immer einen Witz auf Lager.

LÄNDER

Sie begeistert sich für Amerika, schüttelt über die Geheimdienst- und Spionageaffäre aber den Kopf.

LERNEN

Merkel kann zuhören, saugt Gespräche auf wie ein Schwamm.

MÄNNER

An Männern mag sie schöne Augen.

SPRACHEN

Französisch fasziniert sie, sie kann die Sprache aber nicht verstehen. Dafür spricht sie Russisch und kann Putin verstehen.

STÄRKEN

„Kamelartige Fähigkeiten“ Kraft zu speichern, um Gipfel- Nächte und Koalitionsverhandlungen besser als andere durchzustehen.

TALENT

Merkel kann Prominente imitieren.

VORBILDER

Marie Curie, die 1911 den Chemie-Nobelpreis bekam, wegen ihres Durchhaltevermögens. Und Sisyphus, der trotz aller Rückschläge den Stein immer wieder den Berg hoch rollt.

VORLIEBEN

Ihren Kaffee trinkt sie schwarz.

Quelle

dpa

Die in den Keller rasselnden Umfragewerte wegen der Flüchtlingskrise – im jüngsten ARD-Deutschlandtrend waren nur noch 54 Prozent der Deutschen mit ihrer Arbeit zufrieden, neun Prozent weniger als bei der letzten Erhebung – spielen an diesem Abend keine Rolle.

Kritiker, die Macht und Zukunft der als unantastbar geltenden Kanzlerin erstmals gefährdet sehen, finden keine Bestätigung. Die politische Basis rebelliert nicht, sie stützt ihre Kanzlerin - auch wenn sie sich Kritik anhören muss.

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Der kanadische Philosoph Charles Taylor spricht im Handelsblatt-Interview über Angela Merkel und die deutsche Hilfsbereitschaft in der Flüchtlingskrise, falsch verstandenen Multikulturalismus und Angst vor Überfremdung.

Eigentlich soll die Zukunft der CDU hier das Thema sein. Doch die aktuellen Flüchtlingsströme und der Umgang mit den Menschen, die ihre Länder verlassen, um in Europa und Deutschland ein neues Leben zu beginnen, stellt alle anderen Fragen in den Schatten.

Kommentare (36)

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Adolf Schickelgruber

09.10.2015, 09:19 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Henry Wuttke

09.10.2015, 09:20 Uhr

„Merkel predigt Willkommenspolitik vor treuer Basis“, die Basis der CDU befindet sich in einer Schockstarre. Wer denkt, dass die Kriege in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zügig beendet werden könnte ist zu optimistisch. Der Konflikt in der arabischen und islamischen Welt ist viel zu kompliziert und sehr vielfältig.

Es kann auch keine Lösung sein, dass in der Türkei riesige Auffanglager entstehen. Wie viele Jahre sollen die über 10 Millionen Menschen in Flüchtlingslagen noch verbringen?

Tatenlos, ja fast lethargisch, vegetieren die Menschen in diesen Lagern. Das fachliche Wissen vieler Menschen geht dabei verloren. In dieser Situation erwachsen unterschiedliche Wünsche und Hoffnungen. Die Einen wollen nur weg, den Krieg entfliehen.

Andere sehen in Europa das Land der Erlösung, wo Honig und Wein fließen. Wo schöne blonde Frauen zu haben sind, tolle Autos herumfahren, wo Wohnungen vom Staat aufgebaut und bezahlt werden. Viele Flüchtlinge stellen sich vor, dass sie ein super Einkommen verdienen und sich viele schöne Dinge leisten können. Sie haben keine Ahnung wie die Wirklichkeit in der Arbeitswelt in Deutschland aussieht.

Wie werden die Flüchtlinge reagieren wenn sich ihre Vorstellungen und Wünsche nicht erfüllen? Werden sie auch so brav und still wie die einheimische Bevölkerung verhalten? Oder werden viele kriminell als Drogenhändler, Zuhälter und Terroristen enden?

Auf jeden Fall fahren unterschiedliche Mentalitäten und Kulturen mit Vollgas aufeinander zu. Das Ergebnis ist ungewiss.

Die maßlose Einladung aller Flüchtlinge ist ein großer Fehler.
Die Asylanten haben keine Ahnung, dass Deutschland für die riesige Anzahl von Flüchtlingen nicht genug Wohnraum zur Verfügung stellen kann. Deutschland gelingt es nicht einmal, dass Wirtschaftsflüchtlinge innerhalb weniger Tage zurückgebracht werden. Das schlampige Vorgehen zeigt wie unfähig einige Politiker sind. Dafür braucht sich die Bundeskanzlerin nicht auf die Schulter klopfen.

Herr Lui Kators

09.10.2015, 09:53 Uhr

AfD. Die einzige Opposition in Deutschland.

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