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17.07.2014

13:22 Uhr

Die Kanzlerin wird 60

Happy Birthday, Angie

Die Kanzlerin feiert Geburtstag – und das heißt: Zeit für Geschenke! Einen VHS-Computer-Kurs, ein Überlebenstraining oder eine Einladung zum Griechen. Handelsblatt Online hat ein paar Präsente für Angela Merkel.

Happy Birthday Angie

ZDF-Reporter blamiert sich mit Geburtstagsständchen

Happy Birthday Angie: ZDF-Reporter blamiert sich mit Geburtstagsständchen

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Liebe Frau Merkel,
mir ist klar, dass Sie sich mein Geschenk selbst leisten könnten. Aber wissen Sie, warum so viele Männer in der ganzen Republik Langsamen Walzer und Cha-Cha-Cha lernen? Genau: Sie bekommen einen Gutschein für einen Kurs geschenkt.

Ich möchte Sie nicht aufs Parkett oder an den Herd zerren – Ihre Kartoffelsuppe soll ja ohnehin gut sein –, sondern ins Internet führen, dieses „Neuland“. Deswegen schenke ich Ihnen einen Gutschein für einen Computerkurs in der VHS.

Die Biographie der Angela Merkel - Teil 1

Die Anfänge

Angela Dorothea Merkel (geb. Kasner) wurde am 17. Juli 1954 in Hamburg geboren. Sie war das erste Kind des evangelischen Theologen Horst Kasner und seiner Frau Herlind.

Die Eltern

Horst Kasner hatte ab 1948 an den Universitäten Heidelberg und Hamburg sowie an der Kirchlichen Hochschule Bethel in Bielefeld Theologie studiert. Seine Frau war Lehrerin für Latein und Englisch.

Umzug in die DDR

Noch 1954, einige Wochen nach der Geburt der Tochter, siedelte die Familie von Hamburg in die DDR über. Für die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg trat Horst Kasner im Dorf Quitzow (heute ein Ortsteil von Perleberg) eine Pfarrstelle an. 1957 wechselte Kasner dauerhaft nach Templin, um sich am Aufbau einer innerkirchlichen Weiterbildungsstelle zu beteiligen. Angela Merkel wuchs im brandenburgischen Templin auf. Sie besuchte weder Kinderkrippe noch Hort, da ihrer Mutter die Tätigkeit im DDR-Schuldienst verwehrt wurde und sie deshalb Hausfrau war.

Polnische Wurzeln

In Polen erregte 2013 die Entdeckung polnischer Wurzeln von Angela Merkel erhebliche Aufmerksamkeit: Ihr Großvater, der Polizeibeamte Ludwig Kasner, hatte als Ludwig Kazmierczak in Posen gelebt und war später nach Berlin übergesiedelt.

Schulzeit

1961 wurde Angela Kasner an der Polytechnischen Oberschule (POS) in Templin eingeschult. Als Schulkind und Jugendliche wird sie von Lehrern und Mitschülern als eher unauffällig und als sozial gut integriert beschrieben. Auffallend waren ihre herausragenden schulischen Leistungen, insbesondere in Russisch und Mathematik. Sie gewann Russisch-Olympiaden auf verschiedenen Ebenen bis zur DDR-Ebene. In ihrer Schulzeit war sie Mitglied der Pionierorganisation Ernst Thälmann und später der Freien Deutschen Jugend (FDJ). 1973 legte sie an der Erweiterten Oberschule (EOS) in Templin mit einem Notendurchschnitt von 1,0 das Abitur ab.

Religion

Merkel nahm nicht an der in der DDR üblichen Jugendweihe ihres Jahrgangs teil, stattdessen wurde sie am 3. Mai 1970 in der St.-Maria-Magdalenen-Kirche in Templin konfirmiert.

Studium in Leipzig

Merkel hatte sich bereits während ihrer Schulzeit für das Studium der Physik an der damaligen Karl-Marx-Universität entschieden und begann 1973 ihr Studium in Leipzig. Merkels Diplomarbeit aus dem Juni 1978 mit dem Titel Der Einfluß der räumlichen Korrelation auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei bimolekularen Elementarreaktionen in dichten Medien wurde mit „sehr gut“ bewertet. Die Arbeit war gleichzeitig auch ein Beitrag zum Forschungsthema Statistische und Chemische Physik von Systemen der Isotopen- und Strahlenforschung im Bereich statistische und physikalische Chemie am Zentralinstitut für Isotopen- und Strahlenforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW).

Akademie der Wissenschaften

Nachdem 1978 eine Bewerbung an der Technischen Hochschule Ilmenau gescheitert war, ging Merkel mit ihrem Mann nach Ost-Berlin. Hier nahm sie eine Stelle am Zentralinstitut für physikalische Chemie (ZIPC) der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Adlershof an. Am Zentralinstitut arbeiteten rund 650 Personen, davon etwa 350 Wissenschaftler. Merkel arbeitete in der Abteilung Theoretische Chemie.

Dissertation

Am 8. Januar 1986 reichte sie ihre Dissertation Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden ein. Die Arbeit wurde mit „sehr gut“ (magna cum laude) bewertet. Nach der damaligen Promotionsordnung musste dem Antrag auf Promotion der Nachweis beigefügt werden, dass die während des Studiums erworbenen Kenntnisse des Marxismus-Leninismus („ML“) wesentlich vertieft und erweitert worden waren. Merkel fertigte zum Nachweis eine schriftliche Arbeit mit dem Titel „Was ist sozialistische Lebensweise?“ an, die mit „genügend“ (rite) bewertet wurde. Doktorvater war der Leiter der Abteilung Theoretische Chemie am ZIPC Lutz Zülicke. Nach der Promotion zum Doktor der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.) wechselte Merkel innerhalb des Instituts in den Bereich Analytische Chemie, in dem Klaus Ulbricht ihr Abteilungsleiter wurde.

Die Berliner Volkshochschulen haben da einiges im Angebot: „PC-Grundlagen und Internet-Grundlagen“ gibt es in Neukölln, nur ein paar Kilometer vom Kanzleramt entfernt. In Pankow erklären sie, wie man soziale Netzwerke sicher nutzt, aber das kann Ihnen auch der Seibert zeigen. In Treptow-Köpenick reden sie über Internetsicherheit. Der Obama schnüffelt doch gerade bei Ihnen, oder? So kommen Sie auch mal raus aus der Käseglocke.

Was, Sie haben keine Zeit, weil sie immer so lange mit Gröhe, Dobrindt und Gabriel zusammensitzen müssen? Wissen Sie was: Nehmen Sie die doch gleich mit – die Kursgebühr zahle ich von meinen Steuern mit. Zumindest, wenn die Politik Ihrer Bundesregierung das Digitale dann nicht mehr als Terra Incognita behandelt.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag – wir sehen uns im Neuland!

Christof Kerkmann

Kommentare (20)

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G. Nampf

17.07.2014, 13:44 Uhr

Super!

Ich habe Tränen gelacht! :-)

Herr Helmut Paulsen

17.07.2014, 13:49 Uhr

"Ferngesteuerter Rauten-Avatar".

Sergio Puntila

17.07.2014, 13:52 Uhr

"Der SPD-Mitgliedsantrag"
____________________________

Den braucht die SPD Truppe bald selbst - wenn sie den nicht schon hätte und die bessere CDU spielen würde.

Also: streichen und statt dessen ein Geburtstagstörtchen für Frau Merkel: das aber dann auch wirklich zukommen lassen und nicht nur davon reden^^.

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