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26.08.2013

19:18 Uhr

„Die müssen raus aus Bayern“

Seehofer und die CSU nehmen WDR aufs Korn

Bayerns Ministerpräsident Seehofer steht wegen abfälliger Äußerungen über Journalisten in der Kritik. Ein Fernsehteam des WDR hatte vergeblich versucht, seine Parteikollegin Stamm zur Verwandtenaffäre zu befragen.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat offensichtlich seine ganz eigene Interpretation von „Medienfreiheit“. Der CSU-Politiker würde den WDR am liebsten aus seinem Bundesland verbannen. dpa

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat offensichtlich seine ganz eigene Interpretation von „Medienfreiheit“. Der CSU-Politiker würde den WDR am liebsten aus seinem Bundesland verbannen.

MünchenKnapp drei Wochen vor der Landtagswahl attackiert CSU-Chef Horst Seehofer den WDR. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Würzburg wollte Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) Fragen eines ARD-Fernsehteams zur Verwandtenaffäre im bayerischen Landtag nicht beantworten, wie die „Main-Post“ (Montag) berichtete. Stamm fühlte sich von den Reportern der WDR-Sendung „Monitor“ bedrängt und informierte CSU-Chef Horst Seehofer. Der erklärte dem „Main-Post“-Bericht zufolge anschließend: „Das geht so nicht. (...) Die müssen raus aus Bayern.“

Seehofer zog sich mit seiner Äußerung scharfe Kritik zu - vom Koalitionspartner FDP ebenso wie von SPD und Grünen. „Sollten die Medienberichte zutreffen, wonach Horst Seehofer die Berichterstattung des ARD-Politmagazins "Monitor" beeinflussen wollte, ist das ein unerhörter Vorgang“, erklärte FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß. Die Grünen warfen Seehofer Entgleisung vor. „Dieser Ministerpräsident ist unter Bayerns Würde“, kritisierte Grünen-Spitzenkandidatin Margarete Bause. „Auch die CSU in Bayern muss sich kritischen Fragen stellen und kann nicht einfach Journalisten rauswerfen, die ihr nicht passen“, betonte SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher.

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WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn bemängelte, dass Interviewtermine zu unliebsamen Themen aus allen politischen Lagern oftmals abgelehnt würden. „Mag sein, dass unsere Fragen für hohe politische Amtsträger manchmal unbequem sind. Aber wir stellen sie, auch in Bayern“, teilte Schönenborn mit. Er sehe mit Sorge, wie oft bei unbequemen Themen aus allen politischen Parteien Interviewtermine trotz mehrfacher Anfragen immer wieder verweigert würden. „Und das ist leider nicht nur ein bayerisches Problem.“

Die CSU-Landesleitung betonte, es habe keine Einflussnahme auf die Berichterstattung gegeben. „Horst Seehofer hat sein Missfallen über das unangemessene Auftreten des Monitor-Teams zum Ausdruck gebracht. Es ging nicht um Inhalte, sondern um die Einhaltung der Anstandsregeln.“

Kommentare (30)

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Numismatiker

26.08.2013, 17:07 Uhr

"Die Grünen warfen Seehofer Entgleisung vor"

Nein! In Bayern tritt unser Obrigkeitsstaat nur etwas stärker zutage als anderswo. Das Phänomen ist aber überall das gleiche.

Und: Die Grünen haben es sich längst in unserer (...) Obrigkeit bequem gemacht. Sie sind kein bißchen besser/moralischer als andere Parteien (siehe der Umgang mit der AfD in Göttingen).

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Account gelöscht!

26.08.2013, 17:19 Uhr

Er hat doch Recht! Mit denen zu sprechen bewirkt doch nur, das Gegenteil im TV zu sehen von dem, was man gesagt hat.

koeniglich_bayerisches_Amtgerich

26.08.2013, 17:39 Uhr

"abfällige" Bemerkungen.
Sowas mochte schon Kopf-Ab-Zimmermann.
Abfällige Bemerkungen: Igitt.
"Das können Sie ruhig senden".
Ja was denn nun?
Senden oder nicht senden?

Entscheidet Euch doch endlich mal: Ausländer raus: berichtet man darüber: Scheiße: Ausländer rein: auch Scheiße.

Was wünschen denn Euer Hochwohlgeboren?

Maut?

Wäre ja ok, für wen denn Maut?

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