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04.03.2004

21:43 Uhr

Die Reaktionen der Nominierten

Köhler nimmt Nominierung an - Schwan hofft

Horst Köhler hat die Nominierung der CDU und FDP für das Amt des Bundespräsidenten „tief geehrt“ angenommen. Derweil rechnet sich die Kandidatin der Regierungskoalition, Gesine Schwan, trotz der Oppositionsmehrheit in der Bundesversammlung durchaus Chancen aus.

HB WASHINGTON/NEW YORK. Bei seiner ersten öffentlichen Stellungnahme nach der Entscheidung sagte der bisherige Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Donnerstag in Washington: „Dies ist kein Amt, das ich angestrebt hätte. Aber ich habe die Nominierung gerne angenommen und glaube, dass ich der Aufgabe gewachsen bin.“ Köhler trat mit sofortiger Wirkung von seinen IWF-Aufgaben zurück.

Zu dem Nominierungsprozess, in dem Köhlers Name erst spät ins Spiel gebracht wurde, wollte sich der IWF-Direktor nicht äußern. „Dass mir die Leute das zutrauen, finde ich gut, jetzt muss man es halt anpacken.“ Köhler wollte bereits am Freitag nach Deutschland fliegen. Dort trifft er zunächst seine Frau und seine beiden Kinder, mit denen er die neue Aufgabe erstmals ausführlich besprechen wollte. Ab Sonntag will er sich in den Fraktionen von CDU und FDP vorstellen.

Derweil rechnet sich die Kandidatin der Regierungskoalition, Gesine Schwan, trotz der Oppositionsmehrheit in der Bundesversammlung durchaus Chancen aus. „So weit ich weiß, haben wir eine geheime Wahl“, sagte die Politologin in New York. Sie könne sich vorstellen, dass einige Unionsmitglieder nach dem Kandidatenpoker der letzten Tage bei der Wahl ihren eigenen Weg gingen. „Es gibt etwas wichtigeres als Parteien. Das ist die Demokratie als Ganzes.“

Köhler erklärte: „Ich glaube, dass ich mit meiner nationalen und internationalen Erfahrung zum dem Prozess in Deutschland, seine Rolle in Europa und in der Welt neu anzupassen, beitragen kann.“ Der Umgang mit seinen Kollegen im IWF und zuvor bei der Osteuropabank in London habe ihn bescheidener, aber auch neugieriger und offener gemacht.

Köhler wurde erst am Donnerstag bewusst, dass er nach den Statuten des IWF den Chefsessel mit der Nominierung sofort verlassen musste. Er reichte deshalb umgehend seinen Rücktritt ein. Auf einen Nachfolger müssen sich die 184 Mitgliedsländer einigen. Die Geschäfte führt bis dahin seine Stellvertreterin Anne Krueger.

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