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14.05.2012

11:15 Uhr

Die Stärke der Frau Kraft

Aus der Troika wird eine Quadriga

Der Sieg von Hannelore Kraft in NRW befeuert die Suche nach einem SPD-Kanzlerkandidaten. Sie selbst hat sich aus dem Rennen genommen - für 2013. Doch danach ist Kraft die gefährlichste Konkurrentin von Kanzlerin Merkel.

Hannelore Kraft in Partylaune

Singen mit der Siegerin

Hannelore Kraft in Partylaune: Singen mit der Siegerin

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Berlin/DüsseldorfAls Hannelore Kraft am späten Sonntagabend zur Wahlparty der SPD zurückkehrt, wirkt sie geradezu befreit. Tanzenden Schrittes bahnt sie sich ihren Weg durch die feiernden Genossen, der ganze Stress des Turbo-Wahlkampfs, das Warten auf die Ergebnisse, die Interviews des Wahlabends - das alles liegt jetzt hinter ihr. Später steht die Landesmutter auf der Bühne und singt „New York, New York“, den Klassiker von Frank Sinatra.

„If I can make it there, I’ll make it anywhere“, heißt es in dem Refrain. Wenn ich es hier schaffe, kann ich es überall schaffen.

Ob das auch für Kraft selbst gilt? Davon will sie am Abend ihres großen Sieges nichts wissen. Schon im Wahlkampf hatte die Ministerpräsidentin immer wieder ausgeschlossen, nach einem möglichen Wahlerfolg als Kanzlerkandidatin nach Berlin zu wechseln. "Mein Wort gilt", sagt sie in Düsseldorf in die Kameras.

SPD feiert Kraft: „Was für ein toller Abend“

SPD feiert Kraft

„Was für ein toller Abend“

Sie hatten einen Erfolg erwartet, es wurde ein Triumph. Die NRW-SPD kann ihr Glück kaum fassen. Neben der Ausgelassenheit dominiert bei der Wahlparty der Sozialdemokraten noch ein zweites Gefühl: Schadenfreude.

Für Kraft hat sich die Diskussion damit erledigt. Für andere in der SPD fängt sie erst an. "Ob die Troika heute Geschichte ist?" fragt Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei unter Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), per Twitter im Internet. Der Koordinator der SPD-Linken in Parteivorstand, Ralf Stegner, spottet: "welche Troika?" Und der netzpolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Lars Klingbeil, gibt Orientierung über die neue Formation: "Heißt das Quadriga?". SPD-Chef Sigmar Gabriel, der selbst Teil der Troika ist, befeuert die Debatte noch, indem er am Samstag sagt, natürlich sei Kraft als Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Landes eine "denkbare Kanzlerkandidatin". Gabriels Zusatz, "aber sie hat es ausgeschlossen", geht im Siegstaumel der SPD fast unter.

Nach dem Triumph von Düsseldorf gibt es keinen Zweifel daran: Die SPD-Troika hat Zuwachs bekommen, aber wohl keine Kanzlerkandidatin. Zumindest noch nicht. Denn hinter das Wort, das sie ihren Wählern an Rhein und Ruhr gegeben hat, kann Kraft ohne Glaubwürdigkeitsverlust kaum zurück. Allerdings hat die 50-Jährige der Bundes-SPD das lang ersehnte Aufbruchsignal für die Bundestagswahl 2013 beschert, dass rot-grüne Mehrheiten möglich sind. Und deshalb wir die amtierende und künftige Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens künftig auch in Berlin ein gehöriges Wörtchen mitzureden haben.

Kommentare (12)

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singsing-aussagen

14.05.2012, 11:22 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

Account gelöscht!

14.05.2012, 12:01 Uhr

Verbrecher, mehr fällt mir da nicht ein....die müssen im Prinzip ALLE weg damit die Bürger wieder atmen können.

Account gelöscht!

14.05.2012, 12:07 Uhr

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