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23.09.2013

07:08 Uhr

Die Wahl bei ARD, ZDF und RTL

„Haben Sie gedacht, Sie laden einen Idioten ein?“

VonChristian Bartels

Zahlen, Sprüche, Wutausbrüche: Am Wahlabend im TV wurden „schonungslose“ Analysen angekündigt – doch die Parteien hielten sich zunächst zurück. Bis zu einem Flirtversuch von Trittin und Schäubles Wutausbruch bei Jauch.

Wolfgang Schäuble in Günther Jauchs Talkshow: Schwer genervt. dpa

Wolfgang Schäuble in Günther Jauchs Talkshow: Schwer genervt.

„Das wird möglicherweise ein historischer Wahlabend“: Ulrich Deppendorfs Geheimnistuerei in der ARD-Wahlsendung hat um genau 18 Uhr ein Ende. „Halten Sie sich fest!“, sagt Jörg Schönenborn, der WDR-Chefredakteur und ARD-Umfragen-Fuchs noch, bevor er die erste Wahlausgangs-Prognose mit CDU-Gewinnen und FDP wie AfD knapp unter fünf Prozent bekannt gibt.

„Die nächste halbe Stunde ist wirklich sehr sehr kritisch“, sagt Peter Kloeppel im RTL-Studio, auf dessen Boden ähnliche Balkendiagramme in 3D projiziert sind. Zunächst bestimmen Bilder von erwartungsvollen, bei Bekanntgabe der erste Prognosen dann jubelnden oder bedrückten Wahlkämpfern das Geschehen. Die Sender zeigen sie, wie sie Fußballfans zeigen, bevor und nachdem ihre Mannschaften Tore geschossen oder Gegentore bekommen haben. Für den relativ meisten Jubel sorgt das Ergebnis der FDP - außer bei der FDP selbst.

Vor ZDF-Mikrofonen äußern sich erste Politiker, Armin Laschet (CDU), Andrea Nahles (SPD) und Christian Lindner für die FDP, der wenig später auch in der ARD Wählerinnen und Wählern dankt und sich als kommender Mann positioniert.

Gegen 18.10 Uhr formuliert Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD, in der ARD die Metapher, die an diesem Wahlabend am häufigsten benutzt werden wird: „Der Ball liegt bei Frau Merkel.“ Es geht um die Frage, wer mit der CDU die nächste Bundesregierung bilden wird.

„Darauf werden wir heute Abend x-mal gucken“, sagt Schönenborn mit Blick auf den 4,9 Prozent-Wert der AfD. Er freut sich auf „ganz neue Rechenspiele“, die er in Kuchendiagrammen präsentiert. Wenig später analysiert er in Grafiken schon „Wählerströme“, wie er „sie noch nie gesehen hat“. So habe die AfD den zweitgrößten Zustrom von der Linkspartei bekommen. „Das nächste Mal acht Prozent“, kündigt ein euphorisierter AfD-Kandidat im ZDF an.

„Den Herren hinter mir kennen Sie noch vom letzten Wochenende“, kündigt Ulrich Deppendorf eine Schaltung nach München zu BR-Fernsehchefredakteur Sigmund Gottlieb an, der sich bei Berichten von der bayerischen Landtagswahl nicht gerade der politischen Neutralität verdächtig gemacht hatte. „Schaun wir mal, was sich noch tut“, strahlt CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt in die Kamera.

In einer Ministerpräsidentenrunde mit Wilfried Kretschmann, Stanislaw Tillich und Klaus Wowereit sagen alle sinngemäß, dass sie die Ergebnisse „jetzt“, aber noch „nicht heute Abend“ „in aller Ruhe“ „kritisch“ bis „schonungslos analysieren“ wollen. Diesen Formulierungen begegnet man am weiteren Wahlabend noch häufig.

Kommentare (91)

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DummerDeutscherMichel

23.09.2013, 08:05 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

23.09.2013, 08:18 Uhr

ca. 25 Mio Wahlberechtigte haben sich für schwarz entschieden. Offensichtlich haben Sie anders oder vielleicht überhaupt nicht gestimmt und meinen ohne Angabe einer Alternative, sich ein Urteil über das Wählervolk herausnehmen zu dürfen. Das ist aus meiner Sicht nicht ganz ok.

Bibi

23.09.2013, 08:31 Uhr

Der Demokratiehasser Schäuble kann jetzt vier weitere Jahre an der EU-Diktatur weiterbasteln.

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