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14.11.2012

10:59 Uhr

Dienstwagen

Bundestag missachtet eigene Umweltauflagen

Kaum ein Bundestags-Dienstauto entspricht den eigenen Umweltauflagen. Die Grünen wollen deshalb öfter ins Taxi steigen. Die FDP würde aber an den Nobelkarossen festhalten, da Taxifahrer zu politischen Belehrungen neigen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier mit seiner Dienstlimousine. dpa

Bundesumweltminister Peter Altmaier mit seiner Dienstlimousine.

BerlinWeltweit sieht sich Deutschland als Musterschüler in Sachen Klimaschutz – doch wenn es um die eigenen Limousinen geht, hält sich der Bundestag noch nicht einmal an eigene Umweltauflagen. Der Ältestenrat beschloss daher nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, dass die 2009 vereinbarte verbindliche Grenze für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid von 120 Gramm je Kilometer nicht mehr gelten soll.

Die Grünen sind strikt gegen die Aufweichung. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) begründete das Vorgehen mit fehlenden Limousinen, die entsprechend wenig CO2 ausstoßen. Der Grenzwert von 120 Gramm CO2 entspricht dem Ausstoß eines Golfs. Angepeilt wird nun der Einsatz von Autos, die weniger als 140 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen. Für den Bundestag stellt der Dienstleister RocVin rund 150 Fahrzeuge bereit, die Bundestagsverwaltung hat zudem 35 eigene Fahrzeuge.

Grünen-Fraktionsvizin Bärbel Höhn machte Union und FDP für das Verfehlen der Umweltziele verantwortlich. „Die Abgeordneten von Union und FDP wollen nur mit großen Limousinen durch Berlin gefahren werden. Das kann ich nicht verstehen, weil man in der Regel nur wenige Minuten im Auto sitzt. Da reichen auch kompaktere Autos“, sagte Höhn der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Ein Vorschlag, aus Kosten- und Klimagründen vermehrt Taxis zu nutzen, wäre unter anderem von der FDP mit dem Argument abgelehnt worden, „dass die Taxifahrer oftmals dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben“.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Euro-Payer

14.11.2012, 11:38 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Ankom

14.11.2012, 13:19 Uhr

Wenn die Autos in der Stadt nicht fahren dürfen und den Politikern die Taxifahrer unangenehm sind, dann gibt es immernoch mehrere Möglichkeiten:

1. Mit dem Nahverkehr fahren: Busse und Bahnen gibt es in Berlin ja schließlich genug die ins Regierungsviertel fahren.

2. Die Politiker könnten auch Fahrräder nutzen. Ein bisschen frische Luft vor der Arbeit ist gesund.

und 3. Vielleicht würden wir dann auch vernünftigere Gesetzesvorlagen bekommen. Die frische Luft am Morgen würde sicherlich zu so mancher vernünftigen Idee führen.

Und ein Nebeneffekt denn es bei jedem von uns hätte, wäre in gesünderes Leben durch bessere Abwehrkräfte und mehr Kondition.

Dann könnte man auch die Hälfte der Bundestagsflotte abschaffen und das Geld in neue umweltfreundlichere Autos investieren.

Ludwig500

14.11.2012, 15:21 Uhr

"Ein Vorschlag, aus Kosten- und Klimagründen vermehrt Taxis zu nutzen, wäre unter anderem von der FDP mit dem Argument abgelehnt worden, dass die Taxifahrer oftmals dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben“

Mit anderen Worten, die FDP will mit dem normalen Volk nicht in Berührung kommen. Ein Taxifahrer ist natürlich unter dem Niveau eines Parteifunktionärs. Nur smarte Lobbyisten, Grossindustrielle und Banker sind für einen FDPler adäquate Gesprächsparter. Wer den Laden als Nichtmillionär wählt ist selber schuld.

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