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19.10.2011

08:32 Uhr

Dieter Wiefelspütz

Ein eigenwilliger Sozialdemokrat tritt ab

Am Dienstag ist der Sozialdemokrat Dieter Wiefelspütz als innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion zurückgetreten. Die kommenden zwei Jahre will er ohne Ämter als Abgeordneter verbringen.

Gelegentlich brachte er seine Parteifreunde mit Alleingängen zur Weißglut: Dieter Wiefelspuetz. ap

Gelegentlich brachte er seine Parteifreunde mit Alleingängen zur Weißglut: Dieter Wiefelspuetz.

BerlinGelegentlich brachte er seine Parteifreunde mit Alleingängen zur Weißglut. Vor zwei Jahren sprach sich Dieter Wiefelspütz etwa für die Ausweitung von Internet-Sperren aus. „Eine Zeitung darf ja auch keinen Mordaufruf veröffentlichen“, so begründete der mitunter recht eigenwillige SPD-Innenexperte diese Forderung. Dies war damals so etwas wie die eigentliche Geburtsstunde der Piratenpartei.

Am Dienstag machte der Sozialdemokrat aus dem östlichen Ruhrgebiet nach immerhin 13 Jahren als innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion freiwillig einem Nachfolger Platz. Die restlichen zwei Jahre der Wahlperiode will der 65-Jährige ohne Ämter mit „Tatkraft, Energie und Freude“ als einfacher Abgeordneter verbringen, bevor er 2013 in Berlin ganz aufhört.

Vermissen werden Wiefelspütz auch viele Berliner Journalisten, für die er praktisch rund um die Uhr über Handy erreichbar war, um eine prägnante Stellungnahme zu einem gerade aktuellen Streit zu erhalten. Der Name Wiefelspütz war, ungewöhnlich für einen Fachsprecher, auch aus diesem Grund bundesweit bekannt.

Der zum rechten Flügel zählende Sozialdemokrat hat seinen Heimatwahlkreis Hamm-Unna II seit 24 Jahre stets direkt gewonnen. Nach einer Buchhändler-Lehre holte er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studierte in Bochum Jura. Danach arbeitete er als Verwaltungsrichter in Gelsenkirchen. 1987 wurde der Fußball-Liebhaber erstmals in den Bundestag gewählt und profilierte sich als SPD-Obmann in einem Untersuchungsausschuss - ein Thema, zu dem er auch promoviert hat.

Der seit einiger Zeit als Anwalt zugelassene Politiker hat inzwischen fast 50 rechtswissenschaftliche Aufsätze veröffentlicht. Gegenwärtig arbeitet er an seinem vierten Buch und hat einen Lehrauftrag an der Universität in Düsseldorf.

Kommentare (1)

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19.10.2011, 11:38 Uhr

Verlassen jetzt die altgedienten zum rechten-konservativen Flügel gehörenden SPD-Politiker ihre Partei, da diese immer weiter in den puren Sozialsimus abdriftet?
Eine Partei die solche linken Kreischer wie eine Nahles oder Heil hat, ist natürlich für solche Leute wie Wiefelspütz nicht mehr das richtige.
Schade, ich mochte ihn

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