Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.07.2017

13:12 Uhr

Digitalisierung

Bund will 5G-Netz bis 2025 bereitstellen

Die nächste Mobilfunk-Generation trägt den Titel 5G und soll in acht Jahren in Deutschland flächendeckend vorhanden sein. Das Bundeskabinett plant dafür einen Ideen-Wettbewerb und prüft auch die Nutzung von Ampeln.

Auch von Ampeln aus könnten die neuen Mobilfunksignale gesendet werden. dpa

Straßenkreuzung

Auch von Ampeln aus könnten die neuen Mobilfunksignale gesendet werden.

BerlinDie Bundesregierung will Deutschland bei der Einführung der fünften Mobilfunkgeneration (5G) als „Innovationsführer“ in Stellung bringen. „Wir wollen, dass Deutschland bis 2025 ein hochleistungsfähiges 5G-Netz bereitstellt“, sagte Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU). Die 5G-Ausbaustrategie, mit der sich am Mittwoch das Bundeskabinett befasste, sieht dafür die Bereitstellung weiterer Frequenzen bis zum Jahr 2018 vor. Deutschland solle zum Leitmarkt für 5G-Anwendungen werden, betonte Dobrindt.

Die 5G-Technik soll deutlich schnellere Datenverbindungen im Internet ermöglichen. Nach Plänen der EU-Kommission soll sie bis 2020 marktreif sein. Genutzt werden kann dies etwa für computergesteuerte Autos, digitale Prozesse in Industrie und Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Energieversorgung.

Die 5G-Mobilfunk-Basisstationen in Deutschland sollen über leistungsfähige Glasfaserkabel an das Netz angebunden werden. Um eine flächendeckende Netzversorgung voranzutreiben, sollen auch existierende Laternenmasten und Ampeln genutzt werden. Geplant ist zudem ein Wettbewerb, bei dem Städte und Kreise Projekt-Ideen einreichen können. Dabei soll es um Themen wie die intelligente Stromversorgung von technisch aufgerüsteten Häusern („Smart Homes“) gehen.

Verwaltung: Deutschland verfehlt sein Digitalisierungs-Ziel

Verwaltung

Deutschland verfehlt sein Digitalisierungs-Ziel

Die Digitalisierung des Staates kommt nicht voran, mahnt das zuständige Beratergremium von Kanzlerin Angela Merkel. Der Rückstand im EU-weiten Vergleich ist eklatant. Allerdings gibt es einen Lichtblick.

Bei den Geräten, mit denen eine 5G-Infrastruktur aufgebaut wird, spielt die Wirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich nur eine untergeordnete Rolle. Mobilfunkfirmen, Netzausrüster und Halbleiter-Spezialisten sind vor allem in Asien und den USA beheimatet. Südkorea will zu den Olympischen Winterspielen 2018 erste Anwendungen auf Basis der 5G-Technik zeigen. Und die japanische Regierung hat fest geplant, die Olympischen Sommerspiele in Tokio 2020 zu einem Schaufenster für den Einsatz der fünften Mobilfunkgeneration zu machen.

Die Bundesregierung sieht aber trotz dieser Startnachteile gute Voraussetzungen für die deutsche Wirtschaft, früh den Einsatz von 5G-Technik zum Beispiel beim automatisierten und vernetzten Fahren, in Produktion, Logistik und Dienstleistung zu testen, um die neue Technik rasch in Arbeitsprozesse einzubauen. „Für dieses Ziel müssen jedoch die heute auf den Testfeldern bestehenden optimalen infrastrukturellen Bedingungen überall in Deutschland vorzufinden sein“, heißt es in dem Papier „5G-Strategie für Deutschland“.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×