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31.05.2017

16:46 Uhr

DIHK hebt Wachstumsprognose an

Deutsche Industrie trotzt Trump-Kritik

US-Präsident Trump will dem deutschen Export in seinem Land einen Riegel vorsetzen. Paradoxerweise blühen die Ausfuhren in die USA seit der Amtsübernahme auf. Anders sieht es in der Handelsbeziehung mit Großbritannien aus.

Die US-Exporte unterliegen einem starken Wachstum. dpa

„Made in Germany“

Die US-Exporte unterliegen einem starken Wachstum.

BerlinDer Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hebt seine Prognose für das Wachstum der Ausfuhren in die USA ungeachtet der politischen Querelen kräftig an. „Wir halten 2017 ein Exportwachstum von bis zu zehn Prozent für möglich“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Bislang war nur ein Plus von fünf Prozent erwartet worden. „Deutsche Firmen bestätigen in unseren Umfragen, dass sich ihr US-Geschäft belebt“, sagte Treier. „Das ist ein gutes Zeichen – aller handelsfeindlichen Rhetorik zum Trotz.“

US-Präsident Donald Trump hatte Deutschland am Dienstag erneut wegen des enormen Exportüberschusses im Handel mit den USA angegriffen. „Sehr schlecht für die USA“, twitterte der Republikaner. „Das wird sich ändern.“ Die deutschen Exporte in die USA übertrafen im ersten Quartal die Importe aus den Vereinigten Staaten um knapp 14 Milliarden Euro. Mit keinem anderen Land erzielte Deutschland einen so hohen Überschuss.

Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands

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Der wichtigste Handelspartner

Tatsächlich sind die USA unter den Einzelstaaten der wichtigste Handelspartner. 2015 wurden nach endgültigen Ergebnissen Waren im Wert von rund 174 Milliarden Euro zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten gehandelt (Exporte und Importe). Insgesamt gingen knapp 10 Prozent der deutschen Exporte in die USA. Von dort kamen 7 Prozent der deutschen Importe.

Die Nachbarstaaten

Lange Zeit war Frankreich für Deutschland das wichtigste Land bei der Ein- und Ausfuhr von Waren. 2014 wurde Frankreich jedoch von den USA überholt. Dazu trugen der schwächere Euro, aber auch das vergleichsweise stärkere Wirtschaftswachstum in den USA bei. Drittwichtigster Handelspartner für Deutschland sind die Niederlande, die mit ihren Häfen ein wichtiger Umschlagplatz für den Welthandel sind.

Die Euro-Zone

Als Staatenverbund ist die EU der größte Handelspartner Deutschlands. Von den deutschen Exporten gehen 58 Prozent in die übrigen Länder der EU. In die Länder der Euro-Zone gehen 36 Prozent der Ausfuhren.

Der Kontinent Nr. eins

Wichtigster Kontinent außerhalb Europas für den Handel ist Asien, noch vor Amerika. Allein nach China gehen rund sechs Prozent der Exporte. Insgesamt belegt China als Handelspartner den vierten Platz. Bei den Importen liegt das Land für Deutschland sogar auf Platz eins. Fast zehn Prozent der Einfuhren kommen von dort.

Die Mini-Partner

Nach Afrika gehen lediglich zwei Prozent der deutschen Exporte und nach Australien und Ozeanien weniger als ein Prozent.

Quelle: dpa / alle Werte für 2015

„Der wird aber zu einem großen Teil auch dazu genutzt, Produktionskapazitäten und Jobs in den USA aufzubauen“, sagte Treier. „Deutsche Unternehmen haben dort mehr als 700.000 Arbeitsplätze geschaffen und 230 Milliarden Euro in Produktionskapazitäten investiert.“ Bei Gegenmaßnahmen befürchtet der DIHK Bremsspuren. „Kommt es zum Aufbau von Zöllen und anderen Handelshürden, kann das schnell und signifikant auf das Geschäft durchschlagen.“

Die deutschen Exporte in die USA blühen seit der Amtsübernahme von Trump im Januar wieder auf. Im ersten Quartal wuchsen sie um 8,2 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro, nachdem sie 2016 insgesamt noch um sechs Prozent gefallen waren.

Damit könnten die Vereinigten Staaten 2017 das dritte Jahr in Folge wichtigster Abnehmer von Waren „Made in Germany“ werden – vor Frankreich und Großbritannien. „Dafür spricht der sehr gute Jahresauftakt im US-Geschäft“, so Treier. „Die US-Konjunktur dürfte zudem im Jahresverlauf weiter anziehen. Auch der Euro bewegt sich immer noch in Bereichen, in denen er den deutschen Exportunternehmen eher nützt.“

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Der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU wird nach Einschätzung des DIHK dagegen Einbußen im Handel mit sich bringen – aber auch mehr Bürokratie. „Bei einem Abkommen zwischen der EU und Großbritannien, das neue Zölle verhindern würde, wäre zusätzliche Bürokratie vonnöten“, schrieb der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. „Der Verwaltungsaufwand wird deutsche und britische Exporteure stark betreffen“, so Volker Treier. Leidtragende dürften vor allem kleine und mittelständische Firmen sein.

Treier verwies auf eine frühere DIHK-Umfrage, nach der jedes vierte deutsche Unternehmen kurzfristig wegen politischer Unsicherheiten mit Exporteinbußen in das Vereinigte Königreich rechnet. Für die Zeit nach dem Brexit verdoppele sich diese Zahl sogar. Treier forderte beide Seiten auf, in den anstehenden Brexit-Verhandlungen die Bedeutung der Personenfreizügigkeit zu berücksichtigen und dafür zu sorgen, dass eine offene Handelspolitik weiter möglich bleibe. Es dürfe aber kein Präzedenzfall für „Rosinenpickerei“ geschaffen werden, indem Großbritannien der vollständige freie Zugang zum EU-Binnenmarkt gewährt werde.
Großbritannien ist mit einem Handelsvolumen von über 127 Milliarden Euro Deutschlands fünftgrößter Handelspartner.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Robbie McGuire

31.05.2017, 12:57 Uhr

Die deutschen Exportlieferungen der ersten drei Monate in die 20 wichtigsten Märkte für die deutsche Wirtschaft hat generell bemerkenswert ( im hohen einstelligen oder zweistelligen Bereich zugenommen. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen: die Lieferungen nach Großbritannien und die Türkei verzeicheten ein Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das läßt sich aber bei der sonstigen Entwciklung locker verschmerzen.

Herr Reinhard Skwarra

31.05.2017, 13:26 Uhr

Das die Exporte nach Amerika jetzt steigen ist mir logisch. Jeder Amerikaner der an Deutsche Waren (Autos...) interessiert ist kauft schnell noch ein, bevor Trump seine Bude dicht macht.
Ich hätte auch einen Europäischen Namen für Trump:
In Spanien könnte er EL TRUMP heißen,
in Deutschland TRUMP EL.

Herr Gerd St

31.05.2017, 13:47 Uhr

Es wird ja seinen Grund haben, warum in den USA Produkte aus Deutschland nachgefragt werden.
Die Lösung für Herrn Trump ist so einfach : Die nachgefragten Produkte in den USA in der gleichen Qualität herstellen, dann klappt's auch mit der Handelsbilanz.
Leute gibt es doch in den USA genug und auch stillgelegte Produktionsanlagen.Dann könnte man doch auch locker die großen Produktionsanlage in den USA von BMW / VW / Daimler übernehmen und die tollen Autos bauen, die man ein Deutschland dringend aus den USA braucht.,

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