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09.06.2012

16:16 Uhr

DIHK-Präsident

„Betreuungsgeld setzt die falschen Signale“

Beim Betreuungsgeld, wie es Familienministerin Kristina Schröder durchkämpfen, ist die Wirtschaft ausnahmsweise einig mit der SPD: Das Vorhaben setzt falsche Signale, so DIHK-Präsident Driftmann.

Der Präsident des Deutsche Industrie- und Handelskammertags, Hans Heinrich Driftmann, gestikuliert in Berlin bei der Bundespressekonferenz. dapd

Der Präsident des Deutsche Industrie- und Handelskammertags, Hans Heinrich Driftmann, gestikuliert in Berlin bei der Bundespressekonferenz.

BerlinAus der Wirtschaft kommt weiter scharfe Kritik am von Union und FDP geplanten Betreuungsgeld. Das Geld setze falsche Anreize und fördere noch, dass Frauen zu Hause bleiben statt in die Arbeit zurückzukehren, sagte DIHK-Präsident Heinrich Driftmann der „Wirtschaftswoche“. Die SPD äußerte sich empört über Drohungen von Familienministerin Kristina Schröder (CDU), bei einem Scheitern des Betreuungsgelds Mittel für den Kita-Ausbau zu kürzen.

„Die 1,2 Milliarden Euro, die hier künftig ausgegeben werden sollen, sollte man besser nutzen, um die Kinderbetreuung wie versprochen auszubauen“, mahnte Driftmann. „Das Betreuungsgeld setzt für den Arbeitsmarkt die falschen Signale“, kritisierte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages weiter. Gebraucht würden mehr Frauen in der Wirtschaft, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dabei müssten Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten, zum Beispiel um „bessere Rahmenbedingungen für berufstätige Frauen“ zu schaffen.

Der Koblenzer Sozialwissenschaftler Stefan Sell nannte das Betreuungsgeld einen „Irrsinn“, der „sozialpolitisch einen perversen Umverteilungscharakter“ hat. Auch er plädierte in der „Rhein-Zeitung“ vom Samstag dafür, die Mittel für das Betreuungsgeld lieber dafür zu nutzen, die personelle Ausstattung von Kitas zu verbessern.

Schröders Sprecher Christoph Steegmans hatte dagegen umgekehrt am Freitag mit Blick auf rechtliche Zweifel am Betreuungsgeld gesagt, dies stelle auch die Unterstützung des Bundes für den Kita-Ausbau in Frage. „Wer Kitaausbau sagt, muss auch Betreuungsgeld sagen“, sagte Steegmans.

Empört darüber äußerte sich SPD-Vize Manuela Schwesig. „Die Drohung des Familienministeriums zeigt, wie sehr Frau Schröder unter Druck steht“, erklärte Schwesig nach Parteiangaben am Samstag in Berlin. Sie solle „lieber etwas für den Kita-Ausbau tun, als mit den Säbeln zu rasseln“.

Das vor allem von der CSU geforderte Betreuungsgeld, über das nach dem Willen der Koalition der Bundestag noch im Juni entscheiden soll, sollen Eltern erhalten, die ihre Kinder zu Hause betreuen oder die Betreuung privat organisieren. Der Gesetzentwurf stößt allerdings auch in den Reihen von CDU und FDP auf Kritik. Gleichwohl sagte der Parlamentsgeschäftsführer der Union, Michael Grosse-Brömer, der „Rheinischen Post“ vom Samstag, er rechne nicht mehr mit größeren Veränderungen der Vorlage.

Von

afp

Kommentare (4)

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Daemmerung

09.06.2012, 17:49 Uhr

„Betreuungsgeld setzt die falschen Signale“

Thilo Sarrazin hat sich verschrieben bei seinem Titel für sein Buch „Deutschland schafft sich ab“, weil die Politiker Deutschland abschaffen!
Unsere ?Kulturbereicher? freuen sich schon aufs Betreuungsgeld …
Dann ist Deutschland in 20 Jahren ist ein islamischer Gottesstaat…
Claudia Roth wohl dann ihr Haus in der Türkei verkaufen, weil dann nicht mehr so weit reisen muss…

Account gelöscht!

09.06.2012, 17:51 Uhr

Herr Driftmann lesen Sie mal dazu diesen Rtikel
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/birgit-kelle/deutsche-krippenluege-frankreich-hat-viel-weniger-kitas-.htm

Die böse Saat der 58er geht offenbar heute so richtig auf. Familie?Das darf gar nciht sein, das muß vollends zerstört werden.
Frauen werden zu Gebärmaschinen und dann ab mit dem Kind in die Staatserziehung

Account gelöscht!

09.06.2012, 17:52 Uhr

muß natürlich heißten die 68er, Entshuldigung für den Fehler

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