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06.08.2013

06:39 Uhr

DIHK warnt

Deutschland gehen die Unternehmer aus

ExklusivDie Deutschen verlässt der Mut zur Selbstständigkeit: Nur noch jeder dritte Erwerbstätige kann sich vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Diese Zurückhaltung gefährdet auch ein deutsches Erfolgsmodell.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer warnt: Das Gründersterben in Deutschland liege nicht nur an der demographischen Entwicklung. dpa

DIHK-Präsident Eric Schweitzer warnt: Das Gründersterben in Deutschland liege nicht nur an der demographischen Entwicklung.

BerlinDer deutschen Wirtschaft fehlen Unternehmer. „Wir werden 2050 allein aufgrund der demografischen Entwicklung eine Millionen weniger Selbstständige in Deutschland haben als heute“, sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dem Handelsblatt. „Das ist ein Problem. Denn wir haben eine stark vom Mittelstand geprägte Wirtschaftsstruktur, die vom aktiven Unternehmertum lebt.“

Doch nicht nur die demografische Entwicklung bereitet Schweitzer Sorge, auch die mangelnde Bereitschaft, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, treibt ihn um: „Die Zahl derjenigen, die von sich sagen, sie könnten sich eine Selbstständigkeit vorstellen, sinkt in Deutschland Jahr für Jahr. Der Wert liegt jetzt bei nur noch 29 Prozent. In China dagegen sagen 56 Prozent der Menschen, für sie komme Selbstständigkeit in Frage“, sagte Schweitzer. 2007 waren es in Deutschland noch 41 der Erwerbstätigen, die sich grundsätzlich vorstellen können, ein Unternehmen zu gründen. 2000 waren es sogar 46 Prozent.

Die Probleme, die sich daraus ergeben könnten, sind aus Sicht des DIHK beachtlich: „Ein kleiner werdender deutscher Mittelstand tritt in den Wettbewerb mit Millionen neuer innovativer Startups in aller Welt“, heißt es in einem aktuellen DIHK-Papier, mit dem der Verband seinen im April vorgestellten „Gründerreport 2013“ fortschreibt. Besonders alarmierend ist aus Sicht des DIHK aber nicht nur die quantitative Entwicklung, sondern auch die qualitative: In Deutschland seien nur acht Prozent aller Gründungen als „technologisch innovativ“ einzuordnen. Dieser Platz liegt laut DIHK lediglich im Mittelfeld der Industrienationen.

Als Ursache für die unterdurchschnittliche Bereitschaft, in die Selbstständigkeit zu wechseln, nennt Schweitzer verschiedene Faktoren. „Wir sind in Deutschland einerseits sehr risikoscheu. Auf der anderen Seite wird Scheitern nicht akzeptiert. Man ist gesellschaftlich geächtet, wenn man mit einem Unternehmen Schiffbruch erleidet. Beide Aspekte gemeinsam haben eine lähmende Wirkung“, sagte der DIHK-Präsident.

Der DIHK fordert, Unternehmertum für alle gesellschaftlichen Gruppen attraktiv zu machen. So könne ein Ausbau der Ganztagsschulen Eltern die Unternehmensgründung erleichtern. Auch das Potenzial älterer Gründer könne man besser erschließen, ebenso das der Hochschulabsolventen: „Nur sechs Prozent der deutschen Studenten wollen sich nach dem Studium selbstständig machen, der weltweite Durchschnitt liegt fast doppelt so hoch“, heißt es in dem Papier des DIHK. Gerade junge, hoch qualifizierte Gründer hätten aber das Potenzial, sogenannte „Durchbruchsinnovationen“ zu entwickeln.

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Kommentare (93)

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SCHLECKERalfons

06.08.2013, 06:56 Uhr

der ERIC schweitzer wieder,schnarrender lautsprecher seines zeichens und merkel umschwänzler

herr schweitzer konnte schon bei der zukünftigen entwicklung seines unternehmens nicht ein paar jährchen übersehen,empfehle ien blick in die bilanzen seiner alba group plc & co kg im bundesanzeiger.

nun haut er gleich ne 37 jahresvorschau raus

der gute sollte müll entsorgen und keinen verkünden

Frank62

06.08.2013, 07:04 Uhr

Heutzutage ist es fast unmöglich als normaler Bürger ein Industrieunternehmen zu gründen.
Größtes Hindernis ist die Industrie selbst. Neben den „normalen“ Investitionen wie Gebäude und Maschinen braucht man heutzutage ein QM-Zertifikat und ein UM-Zertifikat. Kostet auch Geld und vor allem Zeit. Gegenbefalls auch noch einen Notfallplan wie den der Kunden beliefert wird wenn man pleite ist, also muss man mit einem Wettbewerber zusammen arbeiten – dann hat man schon verloren. Hinzu kommen noch fiese Knebelverträge. Wer viele Schulden hat wird sich schon überlegen ob er einen solchen Vertrag unterschreibt um an Aufträge zu kommen. Zu guter Letzt gibt es noch einen Mangel an motivierten Mitarbeitern. Ach ja, für die Motivation ist der Chef da. Nur wer motiviert den Unternehmer? Und dann braucht man noch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, einen Erst-Helfer, und wenn etwas passiert ist der Chef schuld denn Arbeitnehmer brauchen nicht denken zu können. Mittlerweile haben wir in Deutschland betreutes arbeiten.

Account gelöscht!

06.08.2013, 07:15 Uhr

Immer schön gegen Arbeitnehmer polemisieren.

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