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22.05.2014

20:57 Uhr

DIHK-Warnung

Arbeitnehmerfreizügigkeit muss uneingeschränkt bleiben

ExklusivDIHK und führende Ökonomen warnen davor, die Arbeitnehmerfreizügigkeit und damit die Zuwanderung in Deutschland zu beschränken. Der Hintergrund ist pragmatisch: Der Wirtschaft fehlen Fachkräfte.

Finger weg von der Arbeitnehmerfreiheit: Experten sorgen sich um den Fachkräftemangel. dpa

Finger weg von der Arbeitnehmerfreiheit: Experten sorgen sich um den Fachkräftemangel.

DüsseldorfEine Gruppe führender europäischer Arbeitsökonomen und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnen vor Bestrebungen, die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa einzuschränken. „Viele Betriebe suchen schon heute händeringend nach Fachkräften“, sagte der Vize-Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Achim Dercks, dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Zuwanderung leistet hier einen wichtigen Beitrag, umso mehr, als das Qualifikationsniveau der Neuzuwanderer überdurchschnittlich hoch ist.“

Der Zulauf rechtspopulistischer Parteien vor der Europawahl hat dazu geführt, dass heute vor allem über Einwanderung als Belastung für die Sozialsysteme diskutiert wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte jüngst, Europa sei keine Sozialunion. Zudem erwägt die Bundesregierung nach Informationen des Handelsblatts, die Frist für EU-Bürger, sich in Deutschland Arbeit zu suchen, auf sechs Monate zu beschränken.

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Im vergangenen Jahr wurde gleich ein doppelter 20-Jahres-Rekord aufgestellt: So viele Menschen wie seit 1993 immigrierten nach Deutschland, gleichzeitig verließen so viele Bürger die BRD wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Diese Debatte setze das völlig falsche Signal, weil die aktuell hohen Zuwandererzahlen kein Selbstläufer seien, mahnt auch eine Gruppe führender Arbeitsökonomen aus zehn europäischen Ländern um den Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus F. Zimmermann. Statt die Arbeitnehmerfreizügigkeit durch neue Hürden zu behindern, gelte es vielmehr, noch bestehende Mobilitätshindernisse zu beseitigen, mahnen die Wissenschaftler in einem gemeinsamen Aufruf. Sie fordern etwa mehr Transparenz im Steuer- und Sozialrecht, klare Bedingungen beim Sozialleistungsbezug, eine EU-weite Anerkennung von Berufsqualifikationen oder bessere Sprachförderung.

„Viele wirtschaftliche Probleme Europas, einschließlich der des Euros, lassen sich nur lösen, wenn wir die Flexibilität, die wir bei den Wechselkursen verloren haben, durch mehr Flexibilität auf den Arbeitsmärkten auffangen“, sagte Zimmermann dem Handelsblatt.

Von

fsp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

23.05.2014, 08:21 Uhr

Ja, der Fachkräftemangel. Aber die Fachkräfte dürfen nicht älter als maximal 30 sein und müssen mit Mickerlöhnen zufrieden sein, dann klappt es auch mit deutschen Arbeitnehmern.

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23.05.2014, 10:00 Uhr

Fachkräftemangel? Wer weigerte sich Jahrzehnte Leute auszubilden? Freizügigkeit? Jeder soll nur 1 Euro je Woche erhalten und Deutsche sollen alles finanzieren??

Account gelöscht!

23.05.2014, 10:01 Uhr

Sie vergaßen die 30 jährige Berufserfahrung!

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