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25.06.2013

07:26 Uhr

DIHK

Wirtschaft fordert Rechtsanspruch auf Ganztagsschule

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag zieht Konsequenzen aus der Lage auf dem Arbeitsmarkt fordert eine verpflichtende Einführung von Ganztagsschulen. So könnten weibliche Teilzeitkräfte wieder voll einsteigen.

Bleiben Kinder nachmittags an der Schule, können ihre Mütter Vollzeit arbeiten. dpa

Bleiben Kinder nachmittags an der Schule, können ihre Mütter Vollzeit arbeiten.

BerlinDer Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert eine bundesweit verpflichtende Einführung von Ganztagsschulen. „Ziel sollte ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Ganztagsschule sein“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der „Süddeutschen Zeitung“. Das heiße nicht, dass „jede Schule eine Ganztagsschule“ sein müsse. „Aber die Eltern, die ihre Kinder auf eine solche Schule schicken möchten, müssen dies auch können“, ergänzte Schweitzer.

Als Begründung für seine Forderung nannte der DIHK-Präsident unter anderem die Lage auf dem Arbeitsmarkt. „Wir haben insbesondere sehr viele weibliche Teilzeitkräfte“, sagte Schweitzer. Wenn diejenigen, die länger arbeiten wollten, dies auch könnten, entspreche dies in der Summe 500.000 zusätzlichen Vollzeitjobs. „Die werden wir, wenn wegen des Geburtenrückgangs immer weniger Erwerbsfähige zur Verfügung stehen, dringend brauchen“, unterstrich Schweitzer.

Allerdings haben die Bundesländer bereits Probleme, den ab 1. August geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren zu erfüllen.

Kommentare (16)

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25.06.2013, 07:45 Uhr

Not macht "erfinderich" ? *g*
Das ein Arbeitgeberverband sich für ideologisch verteufelte Ganztagsschulen stark macht, halte ich, die wir unsere Kinder durch ein zerfleddertes Schulsystem schleusen mußten, ja fast für unglaublich.
Interessante Entwicklung, sonst wurden Betriebskindergärten geschlossen um Frauen möglichst schnell entlassen zu können, nun der Ruf nach Ganztagsschulen.
Wie sich die Zeiten doch ändern können.

erstaunlich

25.06.2013, 07:56 Uhr

Bei uns gibt es bereits sehr gut ausgebaute Krippen und in der Grundschule ein gutes Ganztagesangebot, danach ist aber plötzlich Schluss, im Gymnasium gibt es kein Angebot mehr.

Es kann doch wohl nicht im Sinne des Erfinders sein, dass de Kinder bis zum zehnten Lebensjahr gut betreut sind, dass aber danach erwartet wird, dass ein Eltenteil wieder reguziert, damit die Kinder nicht jeden Mittag alleine sind.

Susan

25.06.2013, 09:11 Uhr

Ich habe schon lange kein so unbedachtes Argument mehr gehört: "Die Frauen müssen wegen des Geburtenrückgangs mehr von Halbtagsstellen auf Ganztagsstellen umsteigen." Wenn alle Frauen Vollzeit arbeiten, wer kümmert sich denn dann um die Kleinen? Es ist nicht im Sinne der Kinder den ganzen Tag in Pseudogesellschaften anstatt bei der Familie zu verbringen. Her mit dem Betreuungsgeld - der einzigen vernünftigen Initiative der letzten Jahre - die wirklich im Interesse der Kinder und Familien ist!

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