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16.11.2011

14:18 Uhr

Dioxin im Tierfutter

Defekte Anlage soll hinter Verunreinigung stecken

Laut dem NRW-Agrarministerium hat eine Gasreinigungsanlage einer Zuckerfabrik nicht richtig gearbeitet, wodurch Zuckerrübenschnitzel mit Dioxin kontaminiert wurden. Zucker für den menschlichen Verzehr sei nicht belastet.

In Zuckerrübenschnitzeln waren erhöhte Dioxin-Werte gemessen worden. dpa

In Zuckerrübenschnitzeln waren erhöhte Dioxin-Werte gemessen worden.

DüsseldorfDie Ursache für das Dioxin in Tierfutter aus Zuckerrüben ist entdeckt. Ein technischer Defekt in einer Zuckerfabrik im Kölner Raum habe die Kontamination verursacht, berichtete das NRW-Agrarministerium am Mittwoch in Düsseldorf. Ein Gaswäscher, der Gas vor der Verwendung in der Produktion reinigen soll, sei verschmutzt und dadurch gestört gewesen. Auf diese Weise sei Dioxin in sogenannte Zuckerrübenschnitzel geraten. Dieses Abfallprodukt aus der Zuckerproduktion wird für Tierfutter verwendet.

Der in dem Werk produzierte Zucker für den menschlichen Verzehr sei nicht mit Dioxinen belastet worden. Dies hätten Analysen des Unternehmens belegt. Die Störung sei nun behoben und die Grenzwerte würden wieder eingehalten.

Anfang vergangener Woche war bekanntgeworden, dass das Unternehmen bei eigenen Kontrollen Ende Oktober eine Dioxin-Konzentrationen über den Grenzwerten festgestellt hatte. Auch in einer Zuckerfabrik in Sachsen-Anhalt waren Rübenschnitzel mit zu viel Dioxin entdeckt worden. Belastete Schnitzel waren vergangene Woche in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen aufgetaucht. Mit dem Futterzusatz aus NRW wurden auch Landwirte in den Niederlanden beliefert. Das als Seveso-Gift bekanntgewordene Dioxin zählt zu den stärksten bekannten Giften.

Von

dpa

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