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04.01.2011

11:48 Uhr

Dioxin-Skandal

Aigner prüft schärfere Regeln für Futtermittelhersteller

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner zieht Konsequenzen aus dem Dioxin-Skandal: Ihr Ministerium will untersuchen, ob die Auflagen für Futtermittelhersteller verschärft werden müssen. Der BUND fordert inzwischen eine bessere Informationspolitik von Aigner. Der Ruf nach politischen Konsequenzen wird lauter.

Ilse Aigner: Umweltschützer fordern mehr Informationen für den Verbraucher von der Ministerin dpa

Ilse Aigner: Umweltschützer fordern mehr Informationen für den Verbraucher von der Ministerin

HB BERLIN. Umweltschützer haben Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) aufgefordert, die Bürger besser über die Auswirkungen des Dioxin-Skandals zu informieren. Die Schließung von mehr als 1000 Höfen sei eine richtige Vorsichtsmaßnahme, sagte Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. Dies dürfe aber nicht die einzige Maßnahme bleiben.

Denn beispielsweise seien im Kreis Soest 120 000 Eier, die höchstwahrscheinlich belastet seien, in den Umlauf gekommen. "Hier erwarte ich eigentlich von Agrar- und Verbraucherschutzministerin Aigner, dass sie die Verbraucher aufklärt, welche Firmen, welche Supermärkte haben diese Eier verkauft." Das gleiche gelte für Puten- und Schweinefleisch. Gefragt werden müsse auch, ob es ein "systematisches Kontrolldefizit" gebe.

Der Ruf nach politischen Konsequenzen wird damit noch lauter: Auch der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) hatte Konsequenzen für die Verantwortlichen der Dioxinverseuchung gefordert. "Das ist schon ein Skandal, und hier muss es jetzt auch die Diskussion über politische Konsequenzen geben", sagte er in der ARD. "Das heißt, dass wir zumindest über einen Teil der Kette reden müssen, ob die Kontrollen ausreichend sind."

Die Schließung weiterer Betriebe sei möglich. Zu den Risiken für die Verbraucher sagte Remmel: "Wir haben, glaube ich, keine akute Gefährdung, aber Dioxin gehört einfach nicht in die Nahrung. Es gibt ja auch nicht umsonst die Grenzwerte. Dioxin ist gesundheitsgefährdend und kann Krebs auslösen." Ein Produzent aus Schleswig-Holstein hatte eine dioxinbelastete Mischfettsäure zur Futtermittelherstellung verwendet. Damit wurden auch Höfe in Nordrhein-Westfalen beliefert.

Über mögliche Konsequenzen aus der Dioxin-Verseuchung soll auch der Bundestag beraten. "Wir müssen uns damit beschäftigen", sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Hans-Michael Goldmann (FDP), den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". "Beim Thema Dioxin gehen natürlich sofort alle Alarmglocken an." Goldmann sagte, auch eine rasche Sondersitzung des Ausschusses sei denkbar, um sich ein Bild der Lage verschaffen zu können sowie über das Krisenmanagement und mögliche Konsequenzen zu beraten.

Kommentare (1)

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Margrit Steer

04.01.2011, 15:43 Uhr

Es wird Zeit, dass dieser ganze künstliche Futtermittel-Wahnsinn aufhört.
Unsere Tiere haben früher das gefressen, was auf dem Hof anfiel und wir alle waren gesünder.
Die Hühner bekamen Getridekörner hingeworfen, die sie aufpickten und Hühner, Eier und Menschen erlitten keinen Schaden
Da beklagt man Kosten für die Krankenkassen aber wir Menschen werden ja z. T. bewußt krank gemacht durch die vielen künstlichen Lebensmittel die wir kaufen und essen müssen.
Zurück zu einer normalen guten Landwirtschaft, das wäre mal der erste Weg.
Weg von der EU-Manipulation und Dirigismus.
Deutschland schafft sich auf jedem Gebiet ab

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