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21.02.2011

13:50 Uhr

Diskussionen im Netz

Facebook-Freunde stehen Guttenberg bei

Die Doktortitel-Affäre von Karl-Theodor zu Guttenberg zieht auch im Netz immer weitere Kreise. Während das Internet-Projekt „GuttenPlag“ die Plagiatsvorwürfe befeuert, formieren sich auf Facebook zigtausende Guttenberg-Fans.

Das Netz diskutiert: GuttenPlag vereint die Kritiker, Facebook zumeist die Unterstützer von zu Guttenberg. Quelle: dpa

Das Netz diskutiert: GuttenPlag vereint die Kritiker, Facebook zumeist die Unterstützer von zu Guttenberg.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält trotz der massiven Vorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) an ihm als Verteidigungsminister fest. Sie erklärte am Montag in Berlin erneut, dass er ihr „volles Vertrauen“ genieße. Ihr gehe es um Guttenbergs
„Arbeit als Verteidigungsminister, und diese erfüllt er hervorragend, und dies ist, was zählt“. Fast zeitgleich meldet sich der stets kritische FDP-Politiker Wolfgang Kubicki zu Wort und fordert Merkel auf, zu Guttenberg bis zur Aufklärung der Schummelaffäre
abzuberufen. „Ich bitte Angela Merkel, den Minister zum eigenen Schutz und aus Respekt vor dem Amt des Verteidigungsministers abzuberufen, bis die Vorwürfe gegen Herrn zu Guttenberg endgültig aufgeklärt sind“, sagte Kubicki der „Leipziger Volkszeitung“.

Die Diskussionen um Guttenberg gehen aber schon lange über die Politik hinaus. Nachdem im Netz zur Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit zunächst vor allem die Kritiker des Verteidigungsministers zu hören waren, melden sich nun auch die Unterstützer des CSU-Politikers online zu Wort. Im Online-Netzwerk Facebook fand ein Forum mit dem Titel „Gegen die Jagd auf Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg“ bis Montagmittag über 120.000 Unterstützer. Die Facebook-Seite war am Donnerstagabend vom Mainzer Medienunternehmer Tobias Huch (29) ins Leben gerufen worden, der auch Altersverifikationssysteme für Erotik- und Porno-Seiten im Web anbietet.

"Ich habe mich über die Berichterstattung geärgert und mich spontan entschlossen, die Seite ins Leben zu rufen", sagt Huch. Den blaublütigen Minister kennt der Mainzer nach eigenen Angaben nicht persönlich, auch hat er keine Verbindung zur CSU. "Ich bin Mitglied der FDP." Mit der Facebook-Seite will Huch für eine unaufgeregte Aufarbeitung der Vorwürfe werben. Vom Zuspruch für die Internetseite zeigte sich Huch überrascht. "Wenn das so weiter geht, durchbrechen wir noch heute die Marke von 200.000 Unterstützern."

Im Forum unterstellen viele Facebook-Nutzer den Guttenberg-Kritikern unlautere Motive: „Erfolg erzeugt Neid! Wo führt uns Deutsche das hin? Ich bin stolz, dass es einen Menschen wie KTv.G gibt, der selbst mit kleinen Fehlern Deutschland noch hoffen lässt", schreibt ein Guttenberg-Fan. In dem Forum kommen aber auch umfangreich Gegner des Verteidigungsministers zu Wort: „Unglaublich! Worauf soll man da bitte neidisch sein? Ererbter Adelstitel, erschlichener Dr.-Titel...“, lautet die Antwort eines Facebook-Nutzers.

Die Initiatoren des Internet-Projekts „GuttenPlag“ kündigten unterdessen an, am Montagabend einen Zwischenbericht zu den Abschreibe-Vorwürfen online zu stellen. Das als öffentliches Wiki gestaltete Mitmach-Projekt dokumentiert mögliche Plagiate in der Doktorarbeit von zu Guttenberg. Bis Sonntagmittag hatten die Aktivisten nach eigenen Angaben auf mehr als 260 Seiten der Doktorarbeit Plagiate gefunden. „Die Überprüfung dieser Textstellen ist sehr aufwendig“, sagte der Betreiber. Rund 30 Freiwillige beschäftigten sich inzwischen intensiv mit der Kontrolle. Darunter seien allerdings keine Juristen, betonte der Sprecher, der als Doktorand an einer deutschen Hochschule namentlich nicht genannt werden wollte.

Kommentare (2)

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solana

21.02.2011, 16:51 Uhr

mich auch....... 200000 Facebook-Freunde mit einem Nebensatz in die Porno-Ecke zu stellen ist pfui.....

deruebersWassergehenkann

21.02.2011, 18:15 Uhr

besser kann man nicht dokumentieren, wie dumm man ist.

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