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05.04.2006

16:05 Uhr

DIW-Analyse

Ostdeutschland gewinnt durch Standortverlagerungen

Immer mehr junge Menschen wandern ab, die Arbeitlosenquote steigt: In die Reihe der Hiobsbotschaften über Ostdeutschland platzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nun mit einer ganz anderen Analyse. Demnach haben die neuen Länder durch den Zuzug westdeutscher Betriebe profitiert.

HB BERLIN. Unter dem Strich seien in den Jahren 2002 bis 2004 mehr Arbeitsplätze durch Zuzug von Betrieben aus Westdeutschland oder dem Ausland entstanden als durch Abwanderung verloren gegangen, hieß es in einer Studie auf Basis einer Umfrage unter rund 6000 Betrieben. Zudem bedeute nicht jede Verlagerung einen Verlust an Beschäftigung: Nur ein Viertel der Unternehmen, die Kapazitäten aus Ostdeutschland verlagert hätten, hätten hier Arbeitsplätze abgebaut. Ein Sechstel der Firmen hätten sogar Jobs geschaffen.

Für die Zukunft ist das DIW allerdings skeptischer: Es dürften nun per saldo mehr Betriebe aus Ostdeutschland abziehen, und insgesamt drohten Arbeitsplätze verloren zu gehen. Die Politik könne dem entgegenwirken, indem sie die Attraktivität des Standortes Ostdeutschland und die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert: In einem günstigen wirtschaftlichen Umfeld sei der Druck abzuwandern geringer als bei einer stagnierenden Binnennachfrage.

Die Firmen, die Betriebsstätten aus Ostdeutschland verlagert hätten, hätten vor allem die neuen EU-Mitglieder Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn als Zielland gewählt. Größere Unternehmen hätten generell häufiger Betriebsstätten verlagert als kleine. Betriebe aus den Branchen Fahrzeugbau und chemische Industrie und Teile der Elektroindustrie seien besonders oft zu- oder abgewandert.

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