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18.03.2011

03:51 Uhr

Ohne Atomstrom kann Deutschland seine Klimaziele wohl nicht erreichen, trotz alternativer Energiequellen. Quelle: dpa

Ohne Atomstrom kann Deutschland seine Klimaziele wohl nicht erreichen, trotz alternativer Energiequellen.

DüsseldorfDeutschland wird nach Einschätzung der Leiterin der Abteilung "Energie, Verkehr und Umwelt" am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert,  bei einem vollständigen Ausstieg aus der Atomenergie seine Klimaziele verfehlen. „Wenn die AKW dauerhaft vom Netz bleiben, wird dies vor allem dazu führen, dass neue Kohlekraftwerke gebaut werden und damit die Klimaziele in Gefahr geraten“, sagte Kemfert Handelsblatt Online. Besser kombinierbar mit erneuerbaren Energien seien Gaskraftwerke. Doch leider sei Gas aufgrund der Ölpreisbindung zu teuer.

Deutschland könne sich auch künftig durchaus selbst mit Strom versorgen. „Dennoch wird es weiterhin so sein, dass wir mehr Strom importieren als exportieren werden und dass der Kohlestromanteil steigt“, sagte Kemfert. Schon heute importiere Deutschland mehr Atomstrom aus Frankreich und Tschechien als es exportiere, gab die Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance zu bedenken. Zwar unterliege Europa den geltenden Sicherheitsstandards. „In der Zukunft wäre es aber wichtig, dass wir auch mehr Strom aus erneuerbaren Energien zum Beispiel aus Norwegen importieren“, sagte sie.

Dessen ungeachtet hält Kemfert eine Sofort-Abschaltung mehrerer AKW für die Versorgungssicherheit unbedenklich. „Kurzfristig gehen in Deutschland nicht die Lichter aus, wenn sieben AKW vom Netz sind.“ Vier bis fünf AKW könnten „problemlos“ abgeschaltet werden, da Deutschland einen Stromüberschuss produziere. „Zudem wird man weitere Kraftwerkskapazitäten aktivieren können, in erster Linie Kohlekraftwerke.“

Kemfert rechnet überdies mit höheren Strompreisen. „Preissteigernd wirkt grundsätzlich die Angebotsverknappung an der Strombörse“, sagte sie. Der Bau von Kohlekraftwerken lasse zudem die CO2 Preise steigen. Auch Neuinvestitionen in Kraftwerke und Netze würden nach Kemferts  Überzeugung !sicherlich auch auf Strompreise zumindest teilweise aufgeschlagen werden“. Preissenkend hingegen wirke der Wettbewerb, der durch neue Anbieter entstehe, die durch das Freiwerden von Kraftwerkskapazitäten einspringen. Auch Energieimporte wirkten preissenkend, da Atomstrom billig angeboten werden dürfte. „In der Summe wird der Strompreis aber wohl leicht steigen“, betonte Kemfert.

Kommentare (6)

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18.03.2011, 06:36 Uhr

Man hat den Eindruck, Deutschland besteht nur noch aus Experten, die zu allem ihren Senf geben. Die wahren Experten (Ingenieure und Techniker) läßt niemand zu Worte kommen. Diese gehören zu keiner Lobby und könnte ja die Wahrheit sagen.

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18.03.2011, 06:36 Uhr

Man hat den Eindruck, Deutschland besteht nur noch aus Experten, die zu allem ihren Senf geben. Die wahren Experten (Ingenieure und Techniker) läßt niemand zu Worte kommen. Diese gehören zu keiner Lobby und könnte ja die Wahrheit sagen.

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18.03.2011, 09:07 Uhr

Wer hier behauptet, dass AKW-Abschaltungen die Klimaziele gefährdet kann nur ein Lobbyist der ATOM-Mafia sein.
Mit dieser Meinung, wird er bei den anerkannten ATOM-Gegner (den Grün), auf erbitterten Widerstand stoßen.
Ich bin gespannt, auf die Reaktion der Gut Menschen den Grünen.
Danke

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