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03.07.2015

12:28 Uhr

Dobrindt mit Aktionsplan

Hitze lässt die Autobahnen platzen

Durch die Hitzewelle kommt es zu schweren Straßenschäden. Messfahrzeuge untersuchen nun die Autobahnen, um besonders gefährliche Stellen und aufgeplatzten Beton ausfindig zu machen. Es gibt Sperrungen und Tempolimits.

An dieser Stelle hob sich der Beton eines Fahrstreifens um etwa 30 Zentimeter und platzte auf. dpa

„Blow up“ auf der Autobahn A5

An dieser Stelle hob sich der Beton eines Fahrstreifens um etwa 30 Zentimeter und platzte auf.

BerlinWegen der Hitze lässt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verstärkt Autobahnen überwachen. Er habe einen Aktionsplan gegen Hitzeschäden auf den Autobahnen aufgelegt, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Spezielle Messfahrzeuge würden untersuchen, wo die Gefahr für Blow-ups – aufgeplatzte Straßenabschnitte – am höchsten sei. „Alle Schäden werden umgehend repariert“, sagte Dobrindt.

An besonders gefährdeten Abschnitten wie der A3 bei Regensburg oder Teile der A92 und A93 seien bereits Tempolimits verhängt worden. Auf der A7 sorgten Asphaltschäden am Freitag für einen kilometerlangen Stau. Die Hitze habe im Belag auf der Langenfelder Brücke Risse verursacht, sagte eine Sprecherin der Verkehrsbehörde. Zur Reparatur sei eine Spur, die derzeit wegen Bauarbeiten über den Standstreifen verlaufe, gesperrt worden.

„Da die Autofahrer leider so unvernünftig waren und um die Hütchen herumfuhren und dadurch die Bauarbeiter gefährdeten, sahen wir uns gezwungen, eine weitere Spur zu sperren“, sagte die Sprecherin. Die Autos stauten sich am Morgen 19 Kilometer bis zur Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf zurück. Nach Freigabe der zweiten Spur entspannte sich die Lage am Vormittag.

Ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart erklärt die Probleme auf den Autobahnen: „Der Asphalt reagiert auf die Hitze und je heißer es wird, desto weicher werden die Fahrbahnen.“ Durch den Druck von Lastwagen könnten Spurrillen entstehen, die vor allem für Motorradfahrer gefährlich seien. Entdecke die Straßenmeisterei Unebenheiten, würden Tempobegrenzungen eingeführt, die Abschnitte gesperrt und notsaniert.

In Baden-Württemberg zum Beispiel erwischte es laut dortigem Innenministerium die A5 bei Heidelberg. Dort platzte am Donnerstagabend die Fahrbahn auf. Rund 50 Meter vor einer Baustelle hob sich der Beton auf einem Fahrstreifen an und brach auf. Autos wurden nicht beschädigt.

Für Berlin und Brandenburg warnte etwa auch der ADAC: Auf Autobahnen, aber auch Landstraßen könnten Dellen entstehen. „Wer als Auto- oder Motorradfahrer eine solche Anhebung der Fahrbahn zu spät bemerkt und mit hoher Geschwindigkeit darüber hinwegfährt, kann durch den Sprungschanzen-Effekt schlimmstenfalls die Kontrolle über sein Fahrzeug verlieren.“ Verkehrsteilnehmer sollten besonders vorsichtig und mit größerem Sicherheitsabstand fahren.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Franz Paul

03.07.2015, 12:14 Uhr

Auch die Autobahnen waren früher besser.

Herr Franz Paul

03.07.2015, 12:19 Uhr

Ach ja, nochwas: Früher nannte man das einfach Hochsommer. Jetzt ist es eine "Hitzewelle". Da muss man doch was dagegen tun! Da braucht man eine neue Steuer, äh, nein, eine "Abgabe".
Man könnte sie "Extremtemperaturschutzmassnahmenautobahnsonderabgabe" nennen...
Gilt natürlich auch im Winter. Könnte man ja auf die Maut mit draufpacken, oder besser noch als Zusatzvignette.

Herr Manfred Zimmer

03.07.2015, 15:14 Uhr

Auch so ist es also in Deutschland, wenn wir griechischen Sommer haben.

Und dort sind die Straßen nicht so schlecht wie hier.

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