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10.10.2012

16:30 Uhr

Doktorarbeit

Neue Schummel-Vorwürfe gegen Schavan

Keine Schludrigkeit, keine Ungenauigkeit: Sind die Verstöße in der Doktorarbeit der Bildungsministerin Annette Schavan so gravierend, dass sie nicht mehr entschuldbar sind? Das behauptet wenigstens ein Plagiatsjäger.

Annette Schavan soll eigene Publikationen in ihrer Dissertation verwendet haben - ohne die Zitate kenntlich zu machen. dpa

Annette Schavan soll eigene Publikationen in ihrer Dissertation verwendet haben - ohne die Zitate kenntlich zu machen.

BerlinDer durch seine Suche nach Fehlern in der Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan bekannt gewordene anonyme Blogger wirft der CDU-Politikerin Täuschung vor. "Ich halte die Verstöße in etlichen Fällen für nicht entschuldbar", sagte der Plagiatsjäger der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). "Das geht deutlich über gelegentliche Fehler hinaus, die man durch Ungeschicklichkeit oder Schludrigkeit erklären könnte."

Der Mann nennt sich dem Blatt zufolge Robert Schmidt und hat seine Untersuchung der Doktorarbeit Ende September abgeschlossen und findet auf 92 Seiten Stellen, die seiner Meinung nach nicht gekennzeichnete Zitate sind.

Die Universität Düsseldorf prüft die Vorwürfe dagegen noch. "Das Verfahren läuft", sagte ein Hochschulsprecher dem Blatt. Unklar ist auch, ob Schavan gegenüber der Universität Stellung zu den Vorwürfen beziehen wird. "Es obliegt dem Promotionsausschuss, ob Frau Schavan angehört wird", sagte der Sprecher.

Im Frühjahr waren die Vorwürfe gegen Schavan waren bekannt geworden. Die studierte Theologin und Philosophin hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen, zitierte Passagen nicht korrekt gekennzeichnet zu haben. Der Blogger hat seine Funde in Schavans Dissertation mit dem Titel "Person und Gewissen. Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung" auf der Internetseite "schavanplag" dokumentiert.

Schon im Mai hatte der Gründer der Internet-Plattform VroniPlag, Martin Heidingsfelder, der CDU-Politikerin vorgeworfen, an deutlich mehr Stellen abgeschrieben zu haben als bislang bekannt. Der Plagiatsexperte sagte nach einer Überprüfung der 32 Jahre alten Doktorarbeit: „Auf mehr als 33 Prozent der Seiten finden sich Plagiate bei Frau Schavan. Wer nicht weiß, wie man richtig zitiert, kann nicht Bundesforschungsministerin und Professorin sein.“

Die Bundesbildungsministerin ist nur eine von vielen, die in Sachen Plagiate in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt ist. Seit der Affäre um Ex-Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg wurden einige Politiker überführt. Zum Beispiel der FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis, der seinen Doktortitel wieder abgeben musste. Auch die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin stolperte über Plagiatsvorwürfe gegen ihre Doktorarbeit. Mitte Mai trat Koch-Mehrin als Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament und als Vizepräsidentin des Parlaments zurück. Gut einen Monat später entzog die Universität Heidelberg ihr den Doktortitel. Die Uni klassifizierte mehr als 120 Stellen als Plagiate.

Von

dapd

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

10.10.2012, 16:54 Uhr

leider nicht mehr auf deutsch und das original auch nicht:

http://www.youtube.com/watch?v=BIvUdZpY88s

hedgehog

10.10.2012, 18:25 Uhr


Das schöne an einem Ehrendoktortitel ist, dass man die Leistung nicht überprüfen kann. Dann ist sie halt nur noch Dr.h.c. Dr.h.c. Dr.h.c. und Honorarprofessorin. Die schieben sich doch, wenn man ein bestimmtes Level erreicht hat, sowieso die Titel zu.

ottonormal

10.10.2012, 19:52 Uhr

ich finde es großartig, dass es noch Bürger gibt, die helfen den Sumpf in D trocken zu legen.

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