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30.11.2011

16:06 Uhr

Doktorarbeit

Uni Bayreuth weist Guttenberg-Vorwürfe zurück

Die Universität Bayreuth bestreitet Vorwürfe, sie habe die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nicht neutral begutachtet. In einer Stellungnahme schießt die Uni scharf zurück.

Die Doktorarbeit die keine mehr ist. dapd

Die Doktorarbeit die keine mehr ist.

BayreuthEinen Tag nach Erscheinen des Interview-Buches „Vorerst gescheitert“ von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat die Universität Bayreuth die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. In einer heute veröffentlichten, zwei Seiten langen Stellungnahme heißt es, es habe keinen externen Einfluss auf die Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ gegeben. Dies habe Guttenberg in dem Buch unterstellt.

Insbesondere habe zu keinem Zeitpunkt - anders als in dem Buch behauptet - der Verlust von Forschungsgeldern gedroht. „Die im Buch geäußerten Vorwürfe zu Guttenbergs weist die Universität Bayreuth mit aller Entschiedenheit als unbegründet zurück“, heißt es wörtlich.

In seinem Interview-Buch warf Guttenberg der Hochschule nun vor, sie sei bei der Behandlung des Falles „leider nicht unabhängig“ gewesen, sondern habe offenbar aus Angst vor dem Verlust von Forschungsgeldern vorschnell ge- und verurteilt.

In ihrer Stellungnahme betonte die Universität, dass die Kommission, die sich um Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens kümmere und eine ständige Einrichtung sei, sogar zwei externe Berater hinzugezogen. Als ständiger Gast sei zudem ein Ombudsmann beteiligt gewesen. „Daher war gerade im Falle von Herrn zu Guttenberg ausgewiesene interne und externe Expertise in die Beurteilung des Fehlverhaltens eingebunden“, heißt es.

Die Universität weist weiter darauf hin, dass der vollständige Bericht der Kommission mit ausdrücklicher Zustimmung Guttenbergs veröffentlicht worden sei.

Die Kommission hatte im Mai ihren Abschlussbericht zu der von Guttenberg abgeschriebenen Jura-Doktorarbeit veröffentlicht. Sie war zu dem Ergebnis gekommen, dass er in seiner Dissertation die Standards guter wissenschaftlicher Praxis „evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat“. Dem CSU-Politiker wurde der Doktortitel aberkannt.

Von

dapd

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

30.11.2011, 17:02 Uhr

Warum hat die Uni damals Herrn Guttenberg denn überhaupt einen Doktortitel verliehen....wenn denn seine Arbeit offensichtlich so beschämend schlecht ist. Die Uni ist nicht doof. Sie hat sehr schnell gemerkt, daß hier nur ein politisches Kesseltreiben gegen Herrn Gutenberg und andere konservative Politiker von statten geht. Für die Uni war es das Beste, das eigene Fell zu retten und den Hasen zum Abschuss freizugeben.

Profit

30.11.2011, 19:19 Uhr

Juristische Doktorarbeiten sind Fließbandarbeit. Die liest doch eh kaum einer durch, auch der sogenannte Doktorvater nicht. Summa cum laude steht schon vorher fest. Dies ist Praxis insbesondere bei externen Doktorarbeiten und bei wenig mathematischen Fächern (Rechtswissenschaften, Wirtschaftsprüfer, etc.). Das meiste, was in solchen Arbeiten drin steht, hat woanders auch schon gestanden. Wer so eine Doktorarbeit nicht hinkriegt ist wirklich ein intellektuelles Würstchen (von Guttenberg hat noch nicht einmal das 2. Staatsexamen hingekriegt!). Insofern dachte der Doktorvater von von Guttenberg, es läuft halt wie immer. Mit Verschwörungstheorie hat das alles nichts zu tun. Mit Faulheit der Professoren und Gefälligkeitsdienst (von Guttenberg hat ein dreier Examen, das normalerweise nicht zur Promotion berechtigt!) gegenüber einem Aristokraten schon eher.

juergenkalaehne

30.11.2011, 22:34 Uhr

Ich gehe davon aus, daß die Uni Bayreuth in
diesem Jahr 2011 die in die Kritik geratene
" Jura - Doktorarbeit " des mittlerweile zu-
rückgetretenen Ministers korrekt geprüft und
den früher zuerkannten Titel nun mit vollem
Recht aberkannt hat. Ein fader Beigeschmack
aber bleibt : Wie hatte es der " Doktorant "
zu Guttenberg vor einigen Jahren geschafft,
trotz durchschnittlichem ersten Staatsexamen
und ohne zweite Staatsprüfung, den zuständigen
Gremien der Uni Bayreuth seine Sammlung von
Plagiaten als " Doktorarbeit " zu verkaufen ?
Gab es da politische Einflußnahme, gab es da
Helfer ? Hier fehlen bislang Untersuchungen,
hier fehlen Erklärungen der Uni in Bayreuth.
Diplomkaufmann Jürgen Kalähne

Recht

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