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04.01.2012

20:29 Uhr

Dokumentation

„Der Anruf war ein schwerer Fehler"

Im Interview mit ARD und ZDF räumt Christian Wulff ein, dass er sein Verhältnis zu Medien neu ordnen muss.

Interview-Zusammenschnitt: "Ich habe nichts Unrechtes getan"

Video: Interview-Zusammenschnitt: "Ich habe nichts Unrechtes getan"

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BerlinBundespräsident Christian Wulff hat ARD und ZDF am Mittwoch ein Interview gegeben. Die Fragen stellten Ulrich Deppendorf für die ARD und Bettina Schausten für das ZDF. Die Deutsche Presse-Agentur
dpa dokumentiert das Interview in Auszügen.

Bettina Schausten: „Sie sind heute am ersten Tag wieder im Schloss Bellevue am Arbeitsplatz. Der Jahreswechsel liegt hinter Ihnen. Haben Sie in den letzten Tagen auch mal ernsthaft an Rücktritt gedacht?

Christian Wulff: „Nein. Denn ich hatte die ganzen Wochen über große Unterstützung von vielen Bürgerinnen und Bürgern, meiner Freunde und auch der Mitarbeiter. Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr, ich habe sie für fünf Jahre übernommen. Und ich möchte nach fünf Jahren eine Bilanz vorlegen, dass ich ein guter, erfolgreicher Bundespräsident war; und ich mache das mit Freude und aus Überzeugung und weiß, dass ich nichts Unrechtes getan habe, aber nicht alles richtig war, was ich getan habe.“

Schausten: „Waren Sie es bisher nicht, ein guter Bundespräsident?“

Wulff: „Doch, aber es wird ja im Moment gerade über die letzten Wochen gesprochen, und da steht es in Abrede und man muss am Ende nach fünf Jahren bewerten und beurteilen. Und ich glaube auch, vor drei Wochen wäre über die ersten anderthalb Jahre ein gutes Urteil ausgefallen.“

Ulrich Deppendorf: „Jetzt kommen wir mal zu den Kritikpunkten, die Ihnen vorgeworfen werden. Sie sind in den letzten Tagen besonders in die Kritik geraten wegen der Anrufe bei dem Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, Kai Diekmann, und bei dem Vorstandsvorsitzenden des Springer-Konzerns, Herrn Döpfner. Ihnen wird Verletzung des Grundrechts der Pressefreiheit vorgeworfen. Sie sollen auf dem Band beide Herren bedroht haben. Sie sprechen von Krieg führen, vom endgültigen Bruch. Ist so etwas nicht unwürdig für einen Präsidenten, der eine kritische Berichterstattung auf diese Art und Weise verhindern will?“

Wulff: „Der Anruf bei dem Chefredakteur der „Bild“-Zeitung war ein schwerer Fehler, der mir leidtut, für den ich mich entschuldige. Ich habe das auch sogleich nach der Rückkehr aus dem Ausland persönlich getan, es ist auch akzeptiert worden. Ich habe mich in der Erklärung vor Weihnachten ausdrücklich zum Recht der Presse- und Meinungsfreiheit bekannt, und halte das für mein eigenes Amtsverständnis nicht vereinbar. Denn ich will natürlich besonnen, objektiv neutral mit Distanz als Bundespräsident agieren. Und ich möchte vor allem Respekt vor den Grundrechten, auch dem der Presse- und Meinungsfreiheit haben, und habe mich offenkundig in dem Moment eher als Opfer gesehen, als denjenigen, der eine Bringschuld hat gegenüber der Öffentlichkeit, Transparenz herzustellen und auch berechtigte Fragen zu beantworten.

Kommentare (7)

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elly

04.01.2012, 19:32 Uhr

..schon die Ausschnitte bei ZDF und ARD drehen einem den Magen um!
Mir kommen gleich die Tränen für diesen Mann, das ist ja ein Jammertal was er da bietet an Erklärungen!

Die Frechheit hoch zehn ist seine wirklichkeitsfremde Ansicht, dass er so viel Zuspruch von den Bürgern bekommen hat, deshalb macht er weiter!

Ja und wenn man sich nicht mal Geld leihen kann oder billige Zinsen aushandeln kann und vor allem bei Unternehmerfreunden, nein, das sind ja private Freunde, umsonst wohnen kann und vor allem meint mit Drohungen gegen eine Veröffentlichung vorgehen zu können, ja also was soll das denn bloss - das kann er jetzt einfach nicht verstehen, böse, böse Neider aberauch!

Zurücktreten und zwar sofort!!!!!!

elly

04.01.2012, 19:32 Uhr

..schon die Ausschnitte bei ZDF und ARD drehen einem den Magen um!
Mir kommen gleich die Tränen für diesen Mann, das ist ja ein Jammertal was er da bietet an Erklärungen!

Die Frechheit hoch zehn ist seine wirklichkeitsfremde Ansicht, dass er so viel Zuspruch von den Bürgern bekommen hat, deshalb macht er weiter!

Ja und wenn man sich nicht mal Geld leihen kann oder billige Zinsen aushandeln kann und vor allem bei Unternehmerfreunden, nein, das sind ja private Freunde, umsonst wohnen kann und vor allem meint mit Drohungen gegen eine Veröffentlichung vorgehen zu können, ja also was soll das denn bloss - das kann er jetzt einfach nicht verstehen, böse, böse Neider aberauch!

Zurücktreten und zwar sofort!!!!!!

Radek

04.01.2012, 19:45 Uhr

Tja Herr Wulff, was macht einen guten Politiker aus, der über dem Durchschnitt steht? Intelligenz, politisches Gespühr und politischer Instinkt, der möglche "Fehler" schon im Vorfeld erkennt und vermeidet. "Politik" kann man nur bedingt lernen. Man muß sie sozusagen "können" und "im Blut" haben. Sie gehören nicht zu dieser Art von Politikern, die nicht nur Politiker sind sondern auch das Zeug zum "Staatsmann" oder zur "Staatsfrau" haben.
Leider!

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