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13.10.2015

15:33 Uhr

Doppelspitze statt Gysi

Wagenknecht und Bartsch führen Linksfraktion

Viele konnten sich die Linke im Bundestag ohne Gysi an der Spitze kaum vorstellen. Jetzt ist es soweit. Die Spitzenleute beider Parteiflügel treten seine Nachfolge an. Wagenknecht und Bartsch wollen die Fraktion einen.

Machtwechsel

Gregor Gysi geht - Wagenknecht und Bartsch übernehmen

Machtwechsel: Gregor Gysi geht - Wagenknecht und Bartsch übernehmen

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BerlinMit Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch als Doppelspitze startet die Linksfraktion im Bundestag in eine neue Ära. Die Fraktion wählte die beiden am Dienstag mit großer Mehrheit zu den Nachfolgern von Gregor Gysi, der insgesamt 20 Jahre Chef der Abgeordneten seiner Partei war. Wagenknecht erhielt 78,3 Prozent der Stimmen, Bartsch 91,6 Prozent.

Die 46-jährige Wagenknecht gilt als Wortführerin des linken Parteiflügels, der auf einen strammen Oppositionskurs der Linken setzt. Der 57-jährige Bartsch zählt zu den gemäßigten Reformern, die zum größten Teil aus Ostdeutschland stammen und eine rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene anstreben.

Gysi war zwischen 1990 und 2000 und dann wieder ab 2005 Vorsitzender der Abgeordneten seiner Partei im Bundestag. In den fünf Jahren dazwischen war er Berliner Wirtschaftssenator und stieg dann für drei Jahre ganz aus der Politik aus.

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In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur sagte Gysi, dass er auch bei einem Regierungswechsel zu Rot-Rot-Grün keine Spitzenposten mehr anstrebe. „Dann muss ich nicht Minister werden. Ich würde dann ja auch schon in meinem neuen Lebensabschnitt stecken, zu dem das nicht mehr passte.“

Der 67-Jährige zeigte sich zuversichtlich, dass es seinen Nachfolgern gelingen werde, die gespaltene Fraktion zusammenzuführen. „Wenn sie einen Kompromiss für die Partei und die Fraktion suchen und finden und er von der Mehrheit akzeptiert wird, dann geht es“, sagte er.

Gysi wird dem Bundestag weiter angehören und wird stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss. Außerdem will er eine Autobiografie schreiben. „Und dann kommen noch neue Sachen auf mich zu, über die ich aber noch nicht reden darf“, sagte er.

Von

dpa

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