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01.10.2013

12:12 Uhr

Doppelspitze

Widerstand bei Linken gegen Gysi und Wagenknecht

Gregor Gysi soll als Spitze der Bundestagsfraktion der Linken den Generationswechsel einleiten. Die Parteilinke will Sahra Wagenknecht in einer Doppelspitze sehen. Kommende Woche entscheidet die Partei.

Teilen macht Spaß – zumindest der Parteilinken. Sie fordert eine Doppelspitze in der Bundestagsfraktion aus Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht. dpa

Teilen macht Spaß – zumindest der Parteilinken. Sie fordert eine Doppelspitze in der Bundestagsfraktion aus Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht.

BerlinBei den Realpolitikern der Linken formiert sich Widerstand gegen das Vorhaben, die neue Bundestagsfraktion von einer Doppelspitze aus Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht führen zu lassen. Wagenknecht vertrete die Positionen der Partei zwar „sehr gut“, sagte der Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich der „Berliner Zeitung“ vom Dienstag. Aber es gebe „schon noch einen großen Unterschied zwischen ihr und Gregor Gysi“.

„Es wäre einfach falsch, sie mit ihm auf einer Ebene die Fraktion führen zu lassen“, sagte Liebich weiter. „Gysi wird die Fraktion erfolgreich führen, und es wäre mehr als unfair, ihm ein Ablaufdatum anzukleben.“ Gysi wisse durchaus, „dass wir diese Legislaturperiode nutzen müssen, um den Generationswechsel einzuleiten“.

Zur Person Sahra Wagenknecht

Studium

Sahra Wagenknecht, 44, stammt aus Jena. In der DDR durfte sie nicht studieren; man befand, sie sei für das Kollektiv „nicht genügend aufgeschlossen“. Nach der Wiedervereinigung studierte sie in Jena, Berlin und Groningen Philosophie und Neuere Deutsche Literatur.

Politische Anfänge

Ein halbes Jahr vor dem Mauerfall trat sie in die SED ein, zwei Jahre später saß sie im Vorstand der SED-Nachfolgepartei PDS. 1992 bezeichnete die erklärte Anti-Kapitalistin die Berliner Mauer als „notwendiges Übel“ und befand, die DDR sei „ein besserer Staat als die BRD“ gewesen.

Ihr Weg in den Bundestag

Seit 2010 ist Wagenknecht stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke. Ihre Mitgliedschaft in der „Kommunistischen Plattform“ ruht seit Februar 2010. Von 2004 bis 2009 war sie Abgeordnete im Europaparlament, seit Oktober 2009 sitzt sie im Bundestag.

Autorin

Wagenknecht ist Autorin zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien von ihr „Freiheit statt Kapitalismus“. 1997 heiratete sie den Filmproduzenten Ralph Niemeyer. Mittlerweile ist sie in zweiter Ehe mit Oskar Lafontaine verheiratet.

Die Linke wird am Dienstag und Mittwoch kommender Woche auf einer Klausurtagung im Spreewald ihre Führung neu wählen. Gysis Wiederwahl gilt als sicher, er stemmt sich aber seit längerem gegen den Vorschlag der Parteilinken, deren Repräsentantin Wagenknecht zur gleichberechtigten Vorsitzenden zu machen. In der zu Ende gehenden Legislaturperiode war Wagenknecht die erste Stellvertreterin Gysis. Die Linke war bei der Bundestagswahl vom 22. September mit 8,6 Prozent knapp drittstärkste Kraft vor den Grünen geworden.

Von

afp

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