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31.01.2012

10:47 Uhr

Drei Millionen ohne Job

Nur geringer Anstieg der Arbeitslosenzahlen

Noch hält der deutsche Arbeitsmarkt allen Finanzkrisen stand. Zwar sind im Januar mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos, doch die Lage bleibt entspannt. Die Zeiten des großen Stellenaufbaus sind allerdings vorbei.

Mehr Menschen arbeitslos

Video: Mehr Menschen arbeitslos

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NürnbergDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist am Jahresanfang wieder über die Marke von drei Millionen gestiegen. Die Zunahme fiel aber geringer aus als für den Januar üblich. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren 3,082 Millionen Erwerbslose registriert, wie die Behörde am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Dies seien 302.000 mehr gewesen als im Dezember, aber 264.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote habe im Monatsvergleich um 0,7 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent zugelegt.

„Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit hat rein jahreszeitliche Gründe“, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg. Die Zunahme sei geringer als in den Vorjahren. Unter Herausrechnung der saisonalen Schwankungen fiel die Erwerbslosenzahl im Monatsvergleich um 34.000. Verglichen mit dem Vorjahresmonat ergab sich bei der Arbeitslosenzahl ein Minus von 264.000.

Viele Tarifverdienste unter Mindestlohnniveau

Konditoren

Im Konditorenhandwerk in Bayern etwa beginnt der Tarifverdienst bei 5,26 Euro je Stunde.

Fleischer

Auch Fleischer in Sachsen (6,00 Euro je Stunde).

Gärtner

Gärtner in Brandenburg (6,46).

Hotelbeschäftigte

Mitarbeiter im Hotel- und Gaststättengewerbe (6,29) erhalten bisweilen weniger als 6,50 Euro je Stunde.

Bäcker-Fachkräfte

Der tarifliche Anfangsverdienst für Bäcker- und Konditorengesellen liege in Mecklenburg-Vorpommern bei 6,97 Euro.

Friseur-Gesellen

Beschäftigte mit bestandener Gesellenprüfung im Friseurhandwerk Schleswig-Holstein bekommen 7,00 Euro.

Baubranche

Derzeit gelten in Deutschland in zehn Branchen - darunter vier Baubranchen - allgemeinverbindliche Mindestlöhne. Diese reichen von 6,53 bis 11,53 Euro je Stunde.

Wäschereien, Sicherheitsgewerbe, Pflegebranche

Nach den Daten des Bundesamtes liegt der Mindestlohn im früheren Bundesgebiet bei Wäschereidienstleistungen und größtenteils im Wach- und Sicherheitsgewerbe bei weniger als 8,00 Euro je Stunde. In den neuen Ländern werden 8,00 Euro des Weiteren bei der Gebäudereinigung und in der Pflegebranche unterschritten.

„Die Zahlen sind deutlich günstiger als erwartet. Diese Daten spiegeln wider, dass die Binnennachfrage recht stabil ist. Für den Arbeitsmarkt rechnen wir bei einer derzeit stagnierenden Wirtschaft mit einer Seitwärtsbewegung. Der kräftige Abbau der Arbeitslosigkeit gehört der Vergangenheit an", sagt Uwe Angenendt, Volkswirt der BHF Bank zu den Zahlen. Sein Kollege Jörg Zeuner von der VP Bank gibt ihm recht: „Die Auftragsbücher füllen sich deutlich langsamer, und die Vorlaufindikatoren hinterlassen ein gemischtes Bild. Am Arbeitsmarkt geht die langsame Entspannung aber unvermindert weiter. Die Arbeitslosenrate verharrt auf dem tiefsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Der Abschwung in Europa wird aber auch Deutschlands Arbeitsmarkt bald erreichen. Die nachlassende Auslandsnachfrage, aber auch die Zurückhaltung im Inland wird sich zunehmend in den Arbeitsmarktzahlen niederschlagen.

Kommentare (28)

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eksom

31.01.2012, 10:31 Uhr

Die Arbeitslosenstatistik ist wie immer geschönt und nach unten "frisiert"! Die Zahlen der Statistik werden von der Bundesregierung bestimmt. In der Statistik sind nicht enthalten: Ein-Euro-Jobber (ca. 300.000), Teilnehmer (ca. 150.000) an irgendwelchen schwachsinnigen und nichtsbringenden Parkmaßnahmen/ABM, alle älteren Arbeitslosen über 55 bis 64 (ca. 250.000).
PS: Alle Auftsocker und 400 € Jobber zählen auch nicht als arbeitslos, obwohl ihr Einkommen nicht zum Lebensunterhalt reicht!

Account gelöscht!

31.01.2012, 10:33 Uhr

Das HB schreibt

"Mehr als drei Millionen Deutsche ohne Arbeit"

Der Spiegel schreibt

"Deutscher Jobmarkt so stabil wie nie"

Also was jetzt?! ;-)

Account gelöscht!

31.01.2012, 10:38 Uhr

Abgesehen, davon, das heute nur Schätzungen bekannt sind, wo findet man die tatsächlichen Zahlen im Netz?

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