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07.01.2015

16:29 Uhr

Dreikönigstreffen der FDP

„Altherren“-Bilder der Tagesschau polarisieren

VonTina Halberschmidt

Ist ein Kameraschwenk über die Beine von FDP-Frau Katja Suding sexistisch? Nachdem sich Tagesschau-Chef Kai Gniffke für die Bilder entschuldigt hat, die im TV zu sehen waren, ist darüber jetzt eine Diskussion entbrannt.

Erst werden die Beine von Katja Suding abgefilmt, dann erst ihr Gesicht: Ein Kameraschwenk, der hier in einem Screenshot der Tagesschau zu sehen ist, sorgt für Diskussionen.

Erst werden die Beine von Katja Suding abgefilmt, dann erst ihr Gesicht: Ein Kameraschwenk, der hier in einem Screenshot der Tagesschau zu sehen ist, sorgt für Diskussionen.

Dienstagabend, acht Uhr. Die Tagesschau berichtet über die bundesweiten Anti-Pegida-Demonstrationen und das Dreikönigstreffen der FDP. Alles ganz normal eigentlich. Bis Minute fünf: Da macht die Kamera einen kurzen Schwenk über die Beine der FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding, die gemeinsam mit Parteikollegen im elegant-kurzen, schwarzen Rock auf der Bühne sitzt.

Es sind schöne Beine, die die Kamera da einfängt, keine Frage, aber in der Redaktionsrunde nach der Sendung muss es trotzdem ordentlich gekracht haben.

Normalerweise spreche man da vor allem über die Illustrationen oder die Machart der Reporterberichte. „Heute aber kreiste die Diskussion die meiste Zeit um eine einzige Einstellung im Film: der Kameraschwenk über Katja Sudings Beine“, schreibt Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell und damit von Tagesschau und Tagesthemen in seinem Blog.

FDP: Die Folgen der Wahlpleite für Partei und Mitarbeiter

Der Exodus der FDP

Auf einen Schlag haben 93 Bundestagsabgeordnete der FDP ihren Job verloren – doch das ist bei weitem nicht die größte Konsequenz.

Betroffene Mitarbeiter

Nach Angaben der FDP-Fraktion könnten insgesamt etwa 500 bis 600 Beschäftigte vom Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde betroffen sein. Denn jeder Bundestagsabgeordnete hatte bisher etwa drei bis Mitarbeiter, einige mit befristeter Festanstellung, andere mit 400-Euro-Verträgen. Dazu kommen die Zuarbeiter in den Wahlkreisbüros der Politiker im ganzen Land.

Die Bundestagsfraktion selbst hatte bisher 120 feste Angestellte, deren Verträge Ende Oktober auslaufen. Viele hoffen, in anderen Fraktionen wie etwa bei der Union unterzukommen. Einige könnten auch in Ministerien zurückkehren.

Finanzierung

Die FDP-Bundespartei steht vor schwierigen finanziellen Zeiten. Im Wahlkampf waren dort etwa 45 Mitarbeiter aktiv, die Stammbelegschaft liegt bei rund 30. Die Parteizentrale, das Thomas-Dehler-Haus in Berlin-Mitte, ist gemietet. Geld bekommt die FDP aus der Parteienfinanzierung für die bei der Wahl erhaltenen Zweitstimmen. Die Altschulden der Bundespartei lagen zuletzt bei etwa 4,9 Millionen Euro. Das Budget für den Bundestagswahlkampf betrug etwa vier Millionen Euro.

„Es ist einer dieser Schwenks, die wir in den 80er und frühen 90 Jahren noch gesehen haben und der gerne mal die Vorlage für Altherrensprüche lieferte“, so Gniffke. „Die Kamera vollzieht den männlichen Blick nach, den Frauen alles andere als schätzen, weil er den Körper von Kopf bis Fuß (hier umgekehrt) taxiert.“

Und Gniffke geht noch weiter: Er nehme an, der Schwenk sei von „einem Menschen aus der Schule und der Geisteshaltung vergangener Jahrzehnte“ produziert worden, der diese Darstellung „besonders apart“ gefunden hätte. „In jedem Fall aber, und dies ist mein selbstkritisches Fazit, hätten wir diese Einstellung in dem Beitrag beanstanden und austauschen sollen“, schreibt der Tagesschau-Chef und entschuldigt sich öffentlich bei Katja Suding.

Kommentare (22)

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Herr Edmund Stoiber

07.01.2015, 15:06 Uhr

Diese Offenbarung oder nur, journalistische Eunuchen!

Frau Margrit Steer

07.01.2015, 15:07 Uhr

Mein Gott, haben die und haben wir keine anderen Probleme?
Wenn ich das jetzt hir nicht gelesen hätte, ich hätte es nciht gewußt und ich glaube, die Mehrheit der Zuschauer des TV auch nicht.
Deutschland wird mit Weiberkram, Quote und Genderscheiß (Verzeihung) immer verrückter

Herr Marcel Europaeer

07.01.2015, 15:19 Uhr

Zitat aus dem Artikel:
„Hübsche Beine einer Frau zu zeigen ist ja an sich nicht verwerflich, aber was würde man im Gegenzug von einem Mann zeigen?“

... vielleicht seinen Ferrari California ...

Solche Schwenks im Rahmen einer Nachrichtensendung sind fehl am Platz und .... dämlich.

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