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09.02.2015

18:09 Uhr

Dresden

Gebetsteppiche vor Frauenkirche entfernt

Kurz vor einer Pegida-Demonstration hatte ein Künstler vor der Dresdner Frauenkirche muslimische Gebetsteppiche ausgelegt. Die Stadt hat sie entfernen lassen. Der Mannheimer Künstler ist empört.

Wenige Stunden vor einer geplanten Pegida-Kundgebung hat der Mannheimer Künstler Kurt Fleckenstein 175 Gebetsteppiche vor der Dresdner Frauenkirche ausgelegt. Mit der Aktion wollte er ein Zeichen für Offenheit und Toleranz und gegen Pegida setzen. dpa

Zeichen für Offenheit und Toleranz

Wenige Stunden vor einer geplanten Pegida-Kundgebung hat der Mannheimer Künstler Kurt Fleckenstein 175 Gebetsteppiche vor der Dresdner Frauenkirche ausgelegt. Mit der Aktion wollte er ein Zeichen für Offenheit und Toleranz und gegen Pegida setzen.

DresdenDie Stadt Dresden hat die Installation eines Mannheimer Künstlers entfernen lassen, der kurz vor einer Pegida-Demonstration vor der Frauenkirche muslimische Gebetsteppiche ausgelegt hatte. Mitarbeiter der Stadtreinigung hätten die 175 Gebetsteppiche eingesammelt und mit zwei Lastwagen weggeschafft, sagte Kurt Fleckenstein, der mit der Aktion ein künstlerisches Zeichen für Offenheit und Toleranz setzen wollte, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Für Montagabend hatte das islamkritische Pegida-Bündnis vor der Frauenkirche eine Kundgebung angemeldet.

„Wie sich die Stadt gebärdet im Umgang mit einer Kunstaktion, die sich kritisch mit Pegida auseinandersetzt, ist ungeheuerlich und entbehrt jeder Rechtstaatlichkeit“, sagte Fleckenstein. Die Aktion sei durch die grundgesetzlich garantierte Kunstfreiheit gedeckt gewesen. Er kündigte an, die Stadt wegen der Beseitigung seines Werks auf Schadenersatz zu verklagen.

Wer sind die Pegida-Demonstranten?

Geschlecht

75 Prozent der Pegida-Teilnehmer sind Männer.

Alter

Die größte Altersgruppe machen mit 37 Prozent die 40- bis 59-Jährigen aus.

Bildung

28 Prozent sind Hochschulabsolventen, 18 Prozent haben das Abitur als letzten Abschluss, 9 Prozent haben eine Meisterprüfung abgelegt.

Beruf

Fast die Hälfte (47 Prozent) sind Angestellte oder Arbeiter, 18 Prozent Rentner und nur 2 Prozent geben an, keine Tätigkeit auszuüben oder Arbeit zu suchen.

Einkommen

Fast 40 Prozent der Teilnehmer verfügen über ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 1500 Euro netto.

Politische Einstellung

62 Prozent geben an, keiner Partei verbunden zu sein. 17 Prozent stehen der AfD nahe, 9 Prozent der CDU, 4 Prozent der rechtsextremen NPD, 3 Prozent der Linken. Jeweils 1 Prozent sympathisiert mit SPD, Grünen und der FDP.

Glaube

73 Prozent sind konfessionslos, 21 Prozent protestantisch und 4 Prozent katholisch. 2 Prozent gehören anderen Glaubensgemeinschaften an.

Die Quelle

Wissenschaftler der TU Dresden haben bei drei Pegida-Demonstrationen zwischen dem 22. Dezember und dem 12. Januar rund 400 Teilnehmer befragt.

Ein Sprecher der Verwaltung sagte Radio Dresden, die nicht genehmigte „Sondernutzung“ habe nicht geduldet werden können, weil der Platz für eine andere Versammlung vorgesehen gewesen sei.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Herr Wolfgang Trantow

09.02.2015, 18:37 Uhr

Islam! Seit wann steht der Islam für Toleranz, Meinungsfreiheit und Weltoffenheit? Er war es nie. Jeder Islambefürworter sollte einmal die medien verfolgen, was die Islamgläubigen an Menschen verursachen bzw. wie Sie Menschen verachten mit Unterstützung Deutscher Christen und Politiker! Wie können Deutsche nach dem 3. Reich so handeln??

Herr C. Falk

09.02.2015, 20:51 Uhr

Die liegen da wirklich schön und akurat.

Aber warum gerade 175?

Ah ja , ich weiß es, es gab mal den § 175. Wahrscheinlich Teppiche für schwule
Moslems.

Das ist nicht pol. korrekt , ich weiß es liebe Redaktion.

Sie können moderieren, mein kleiner Beitrag ist keine "Kunst". lol

Herr Woifi Fischer

10.02.2015, 07:57 Uhr

Gebetsteppiche vor Frauenkirche entfernt! Über Kunst kann man verschiedene Sichtweisen haben, aber eine wichtige Frage an den sogenannten Künstler Herrn Fleckenstein, hatten sie eine Genehmigung für ihre provozierende Aktion vor der Frauenkirche bei der Stadt Dresden eingeholt? Würden sie ebenfalls eine Aktion mit Christlichen Symbolen vor der Hagia Sophia in der Türkei durchführen? Wenn sie zu einer solchen Aktion keinen Mut haben, sind sie für mich kein Künstler sondern nur ein Provokanter der deutschen Öffentlichkeit. Ich lehne solche provozierenden Aktionen kategorisch ab. Basta.

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