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23.01.2015

19:23 Uhr

Dresden

Pegida will schon am Sonntag demonstrieren

Pegida zieht die für Montag in Dresden angekündigte Kundgebung auf Sonntagnachmittag vor. Das islamkritische Bündnis scheut die Konkurrenz zum Konzert von Herbert Grönemeyer und anderen prominenten Musikern.

Das islamkritische Pegida-Bündnis will am Sonntag wieder in Dresden auf die Straße gehen. ap

Das islamkritische Pegida-Bündnis will am Sonntag wieder in Dresden auf die Straße gehen.

DresdenDie islamkritische Pegida-Bewegung weicht von ihrem Konzept der Montagsdemonstrationen ab: Pegida zieht eine ursprünglich für Montag geplante Demonstration in Dresden auf Sonntag vor. Dies sei eine „Ausnahme“, hieß es am Freitag auf der Facebook-Seite von Pegida. Als Gründe nennt die Gruppe angesichts geplanter Gegenproteste mögliche Ausschreitungen – und ein Konzert mit Herbert Grönemeyer.

Pegida hatte zunächst für Montag unter dem Slogan „Jetzt erst recht“ zu seiner 13. Kundgebung in der sächsischen Landeshauptstadt aufgerufen. Nachdem sich die Islamkritiker bisher stets zu Montagsdemonstrationen getroffen hatten, musste am vergangenen Montag die Kundgebung wegen Morddrohungen gegen den inzwischen zurückgetretenen Pegida-Gründer Lutz Bachmann abgesagt werden.

Wer sind die Pegida-Demonstranten?

Geschlecht

75 Prozent der Pegida-Teilnehmer sind Männer.

Alter

Die größte Altersgruppe machen mit 37 Prozent die 40- bis 59-Jährigen aus.

Bildung

28 Prozent sind Hochschulabsolventen, 18 Prozent haben das Abitur als letzten Abschluss, 9 Prozent haben eine Meisterprüfung abgelegt.

Beruf

Fast die Hälfte (47 Prozent) sind Angestellte oder Arbeiter, 18 Prozent Rentner und nur 2 Prozent geben an, keine Tätigkeit auszuüben oder Arbeit zu suchen.

Einkommen

Fast 40 Prozent der Teilnehmer verfügen über ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 1500 Euro netto.

Politische Einstellung

62 Prozent geben an, keiner Partei verbunden zu sein. 17 Prozent stehen der AfD nahe, 9 Prozent der CDU, 4 Prozent der rechtsextremen NPD, 3 Prozent der Linken. Jeweils 1 Prozent sympathisiert mit SPD, Grünen und der FDP.

Glaube

73 Prozent sind konfessionslos, 21 Prozent protestantisch und 4 Prozent katholisch. 2 Prozent gehören anderen Glaubensgemeinschaften an.

Die Quelle

Wissenschaftler der TU Dresden haben bei drei Pegida-Demonstrationen zwischen dem 22. Dezember und dem 12. Januar rund 400 Teilnehmer befragt.

Aus Protest gegen Pegida soll es am Montag in der Dresdner Innenstadt auch ein großes Bürgerfest für Weltoffenheit geben. Dresden dürfe nicht der Intoleranz und Stimmungsmache überlassen werden, heißt es in einem Aufruf. Zahlreiche Musiker haben ihr Kommen zugesagt, darunter Herbert Grönemeyer und Silly.

Pegida begründete das Vorziehen der Demonstration nun mit den Gegenprotesten und der Sorge um „Frieden und Sicherheit“ in Dresden. „Wir wollen keinesfalls, dass es zu Ausschreitungen kommt“, da sich eine „Großzahl linker Chaoten und Gewalttäter“ für Montag angekündigt habe, erklärte die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite.

„Zum Zweiten wollen sicher viele unserer Anhänger auch gern zum Konzert von Gröni und Silly usw und dies wollen wir denen natürlich ermöglichen“, teilte Pegida weiter mit. Das mit „Weltoffenheit“ angegebene Motto des Konzerts sei „ja auch vernünftig und ist in unserem Sinne“. Und schließlich stamme das Geld für die Kosten, die Pegida auf „einen hohen sechsstelligen Betrag“ schätzt, auch aus Steuergeldern der Pegida-Anhänger.

Allerdings kündigte das Bündnis „Dresden nazifrei“ am Freitag an, auf die vorgezogene Pegida-Kundgebung zu reagieren. „Wir planen eine Protestaktion auf dem Schlossplatz“, sagte ein Sprecher. Demnach soll es gemeinsam mit dem Bündnis „Dresden für alle“ zeitgleich eine Gegenveranstaltung geben.

Kommentare (13)

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Herr Peter Meier

23.01.2015, 14:24 Uhr

Na, ist doch so wie immer, Brot und Spiele für den Michel oder Opium fürs Volk.
Da fällt mir nur ein: " Wer soll das bezahlen..."

Herr Alfred E. Neumann

23.01.2015, 14:24 Uhr

Man kann einfach nur Mitleid mit den Zonies haben!
Der Protest gegen den Islam ist ja nur ein Vorwand für die Politkunfähigkeit der Zonies Merkel und Gauck und viele, viele Andere!
Also Ossies, wenn ihr schon demonstriert dann müßt ihr euch vorher Gedanken machen gegen wen ihr demonstriert.

Herr Fred Meisenkaiser

23.01.2015, 14:42 Uhr

Das ist wahr! Aber wenn sie gegen die Politik auf die Straße gegangen wären, hätten die Machthaber viel massiver zurückgeschlagen. Siehe S21.
Ein kleiner Teil geht gegen Ausländer auf die Straße, man sehe sich nur die Plakate an.

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