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23.11.2011

16:12 Uhr

Drogenlegalisierung

Merkel verweigert sich dem Joint

Bundeskanzlerin Merkel lehnte in einem YouTube-Interview die Legalisierung von Haschisch und Marihuana ab. Alkohol und Zigaretten hingegen hätten keine allzu starke Suchtgefahr, wie die CDU-Chefin sagte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag. dapd

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag.

BerlinAngela Merkel sagt „Nein“ zum Joint: Haschisch und Marihuana sollen nach dem Willen der Kanzlerin weiter illegal bleiben. Eine kontrollierte Freigabe lehnte die CDU-Chefin ab. In einem am Mittwoch veröffentlichten YouTube-Interview sagte Merkel, Cannabis müsse anders als Alkohol und Zigaretten als illegale Droge eingestuft bleiben, denn auch der Konsum geringer Mengen könne eine sehr hohe Abhängigkeit hervorrufen. Der Hanf Verband kritisierte, Merkel sei „erschreckend uniformiert“ in punkto Drogenpolitik.

Eine Legalisierung von Cannabis würde den Zugang zu der Droge erleichtern, warnte sie. Schon jetzt gebe es aber in Deutschland zwei Millionen Konsumenten. „Das ist schon viel zu viel, wie ich finde.“ Es gebe auch gefährliche Nebenwirkungen.

Alkohol und Zigaretten könnten hingegen „begrenzt und vernünftig“ konsumiert werden, und das ohne allzu starke Suchtgefahr. Alkohol sei auch historisch eher gesellschaftlich akzeptiert, etwa in Maßen zum Essen genossen.

Merkel antwortete auf eine Frage des Hanf Verbands. Sie lautete: „Wie stehen Sie zur Forderung, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz zu ersetzen und mehr Suchtprävention über Cannabis-Steuern zu finanzieren?“

Die Antwort fiel aus Sicht des Verbands enttäuschend aus. Dass der Konsum geringer Mengen Cannabis sehr hohe Abhängigkeiten schaffen könne, sei „medizinischer Unsinn“, sagte der Vorsitzende Georg Wurth der Nachrichtenagentur dapd. Wurth kritisierte zudem, dass die Kanzlerin sich nicht ernsthaft mit der Frage auseinandergesetzt habe. „Sie hätte sich vorher bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen informieren sollen. Das hätte ihr einige fachliche Patzer erspart“, fügte Wurth hinzu.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

23.11.2011, 16:43 Uhr

Also wenn über 2 Mio kiffen und weitere Mio harte Drogen konsumieren, brauchen wir uns über die Verblödung unseres Volkes auch nicht wundern.

Account gelöscht!

23.11.2011, 20:54 Uhr

Es ist immer wieder erstaunlich, wie blöd unsere Regierung ist. Und statt das zu verheimlichen bzw. dagegen zu wirken, gibt sich Merkelchen auf Youtube die Blöße.

Natürlich kann Cannabis abhängig machen, wobei das mehr vom Nutzer wie vom Stoff abhängt. Wer aber behauptet, Alkohol und Nikotin seien nicht so schlimm, der hat m.E. keine Ahnung. Es gibt doch in Deutschland für jeden Kiffer mindestens zwei Raucher, die nicht aufhören können, und die haben die wahren Gesundheitsprobleme und werden uns viel Geld kosten.

Der wichtige Unterschied ist doch, daß Alkohol und Nikotin von der Gesellschaft einigermaßen (in Maßen) akzeptiert sind — das ändert sich gerade beim Rauchen — wofür die Lobby-Abteilungen der großen Kapitalgesellschaften hinter diesen Genußmittel sicherlich Ihren Anteil beigetragen haben. Cannabis hat eben keine Lobby.

Thorsten

24.11.2011, 06:25 Uhr

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Cannabis nicht abhängig macht, im Gegensatz zu Nikotin und Alkohol. Zudem sind Alkohol und Nikotin die Einstiegsdrogen, nicht das Cannabis. Es nicht zu entkriminalisieren bedeutet, dass wir in Deutschland mehrere Millionen kriminelle Menschen haben, die vom Staat auch so behandelt werden. Das schreit mir nach purem Lobbyismus, ansonsten sehe ich keinen Grund. Studien über die gesundheitliche Bedenklichkeit vom Marihuanakonsum können von anderen Studien widerlegt werden, die das Gegenteil beweisen, es ist nur eine Frage, wem man glauben möchte und ich finde es eine Unverschämtheit, dass Volk dermaßen zu belügen und zu bevormunden. Letztendlich macht immer nur die Menge das Gift, wer käme schon auf die Idee, beispielsweise Muskatnüsse zu verbieten...

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